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Preis neu festgelegt - mit *Tipps zum Energiesparen*

Gas wird deutlich teurer - So tief müssen die Mühldorfer ab dem 1. August in die Taschen greifen

Der Gashahn bleibt offen, es wird aber teurer: Evis-Chef Alfred Lehmann bereitet Kunden auf eine erste Gas-Preiserhöhung im August vor.
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Der Gashahn bleibt offen, es wird aber teurer: Evis-Chef Alfred Lehmann bereitet Kunden auf eine erste Gas-Preiserhöhung im August vor.

Der Gaspreis-Schock erwischt jetzt auch die Kunden der Evis: Am 1. August erhöht der heimische Gasversorger die Preise drastisch. Geschäftsführer Alfred Lehman sagt, wen die Preiserhöhung trifft und wie viele Kunden zahlen müssen.

Mühldorf – Alfred Lehmann, Chef der Mühldorfer Stadtwerke und des Gasversorgers Evis nennt mehrere Gründe für die Erhöhung des Gaspreises zum Ferienbeginn. „Die Beschaffungskosten für Gas sind aktuell sehr, sehr hoch“, sagt Lehmann. „Und der Markt reagiert auf jede neue Meldung sofort.“

Weniger Gas von Gasprom

Das war zuletzt die Ankündigung des russischen Unternehmens Gasprom, die Liefermenge zu drosseln. „Sie hat einen neuen, sofortigen Preisschub bewirkt.“

Russische Nachricht ist der Auslöser

Auch die Funktionsmechanismen des Markts treiben die Preise. Gasversorger wie die Evis kaufen langfristen so viel Gas ein, dass sie ihre Kunden versorgen können. Steigt der Bedarf der Kunden, müssen die Versorger kurzfristig am sogenannten Spotmarkt nachkaufen, zu oft exorbitanten Preisen.

Dazu kommen hohe Risikoprämien, die die Konzerne in ihre Preise einrechnen – für den Fall, dass ein Lieferant ausfällt und sie selbst Gas teuer woanders einkaufen müssen. Lehmanns Fazit: „Uns läuft der Markt davon.“

Etwa 400 Euro mehr

Die Konsequenz für einige Kunden der Evis: Sie müssen ab dem 1. August knapp 16 Prozent mehr für das Gas bezahlen. Für einen normalen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das laut Lehman Mehrkosten von etwa 400 Euro im Jahr.

Keine langfristige Planung möglich

Allerdings gilt das nach Angaben des Evis-Chefs nur für Kunden, die keinen sogenannten Produktvertrag mit dem Energieversorger abgeschlossen haben. Und das ist nur ein sehr kleiner Teil der 4500 Kunden. Es sind vor allem Menschen, die von Billiganbieter kommen, die pleite gegangen sind. Im Rahmen ihres Grundversorgungsauftrags müssen die Stadtwerke diesen Menschen einen Vertrag anbieten.

Auch für Stromkunden wird es teurer

Die meisten Evis-Kunden haben aber einen Produktvertrag abgeschlossen, der eine längere Laufzeit hat. „Diese Kunden haben eine Preisgarantie bis Ende des Jahres“ sagt Lehmann. „Bis 31. Dezember passiert bei diesen Kunden nichts.“

Der Geschäftsführer der Evis will sich noch nicht festlegen, was zum 1. Januar auf diese Kunden zukommt. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten“, sagt er. Wo die hinführe, lasse sich frühestens Ende oder Mitte Oktober absehen.

Auch die Stromkunden der Mühldorfer Stadtwerke sind bis Ende des Jahres auf der sicheren Seite. „Wir werden die Preise dann aber sicher auch erhöhen müssen, auch für Produktkunden.“ Die haben – wie beim Gas – langlaufende Verträge abgeschlossen samt Preisgarantie bis zum 31. Januar.

Entscheidung erst im Herbst

Eine Entscheidung darüber können die Stadtwerke ebenfalls erst im Herbst fällen, denn erst dann stehen die Gebühren und Steuern fest, die die Stadtwerke zahlen müssen. Fest steht: Die Abgabe nach dem Erneuerbaren Energiengesetz (EEG) fällt weg, das bringt laut Lehmann 3,5 Cent netto. Ob das aber reicht, um die Teuerung auszugleichen, ist unwahrscheinlich.

Kunden, davon ist nicht nur Evis-Chef Lehmann überzeugt, bleibt nur die Möglichkeit, Energie zu sparen. Das AWO-Projekthaus in Waldkraiburg befasst sich schon länger mit dem Thema und bietet unter anderem den „Stromspar-Check“ an, bei dem junge Leute den Energieverbrauch von Interessierten ermitteln. „Sparen ist ein Thema, das jeden interessiert“, ist Einrichtungsleiterin Carolina Damerau überzeugt. Sie sagt: „Je mehr Kosten man senken kann, umso mehr steigt die Lebensqualität.“

Factbox: Tipps für Energiesparer

So können Menschen in ihrem Haushalt mit ein paar einfachen Tricks Energie sparen. Das AWO-Projekthaus Waldkraiburg hat sie zusammengefasst.

Strom: Nicht unnötig Licht oder Elektrogeräte angeschaltet lassen. Steckdosenleiste mit Kippschalter verwenden, um Geräte im Stand-By Modus ausschalten. Bei Haushaltsgeräten und vor allem beim Kauf neuer Haushaltsgeräte auf die sparsamste Energieeffizienz achten. Wäsche aufhängen und nicht in den Wäschetrockner stecken.

Wasser: Perlatoren an Wasserhähnen, die den Durchlauf reduzieren. Damit könen bis zu 38 Liter Wasser pro Tag oder 13870 Liter im Jahr gespart werden. Waschmaschinen- und Geschirrspülmaschinen nur laufen lassen, wenn sie komplett gefüllt sind. Duschen statt Baden. Tropfende Wasserhähne reparieren.

Heizkosten: Heizung nicht ganz aufdrehen. Im Winter reichen 15 Grad in der Nacht und 22 Grad am Tag in den Räumen. Ein Thermometer zur Wärmekontrolle in Räumen ist hilfreich. Zu warme Räume können der Gesundheit schaden, da die Luft dadurch trockener wird. Zwei Mal am Tag Stoßlüften. Thermostate verwenden, die reagieren, sobald die Temperatur oder sinkt. Heizkörper in regelmäßigen Abständen entlüften. Fenster und Türen müssen dicht sein.

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