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Neugestaltung

Ganz anders: Grüne legen eigene Vorschläge fürs Mühldorfer Sümö-Gelände vor

Das Hallenbad auf dem Sümögelände ist eines der Themen bei der Gestaltung des Bereichs. Die Grünen schließen einen Erhalt nicht aus.
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Das Hallenbad auf dem Sümögelände ist eines der Themen bei der Gestaltung des Bereichs. Die Grünen schließen einen Erhalt nicht aus.

Als erste Stadtratsfraktion haben die Grünen ihre Vorschläge für die Gestaltung des Mühldorfer Sümö-Geländes vorgelegt. Dabei weichen ihre Ideen vor allem in zwei Punkten deutlich von den bisherigen Vorschläge ab.

Mühldorf – Weniger Parkhäuser, weniger Wohnhäuser, dafür mehr Park: Als erste der Stadtratsparteien haben die Grünen jetzt ihre Vorstellungen für die künftige Nutzung des Sümö-Geländes vorgelegt. Ihre Vorstellungen unterscheiden sich deutlich von denen, die der Siegerentwurf aus dem Ideenwettbewerb vorsieht.

Der gleiche Ort, die Grafiken machen die Unterschiede deutlich: Der Entwurf der Grünen hat zwei statt drei Parkhäusern, es bleibt Platz fürs Hallenbad und mehr Fläche für den Park, weil auch die Wohnhäuser weniger werden. Grafik Klinger

In den Augen der Grünen passen die Schwerpunkte des Siegerentwurfs nicht mit den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt 2019 oder dem Auslobungstext des Stadtrats zusammen. „Im Siegerentwurf geht es im Wesentlichen um Parkplätze und Bebauung“, Bürgern und Stadträten sei es dagegen vornehmlich um die Grünfläche und die Anbindung an den Inn gegangen.

Es soll nicht nur um Bebauung gehen

Die Grünen seien nicht grundsätzlich gegen Parkhäuser und Wohnbebauung, beides dürfe aber nicht über den Bedarf hinausgehen. Die zum Bedarf von der Stadt vorgelegten Zahlen halten die Grünen für nicht schlüssig. „Uns sind viele Ungereimtheiten aufgefallen“, sagte Kraft dazu.

Die Grünen gehen davon aus, dass der Bedarf an Parkplätzen nicht weiter wachsen wird. Dort, wo das Parkhaus geplant sei, seien fast immer Parkplätze frei, erklären die Grünen und berufen sich dabei auf eine Zählung durch die „Initiaitve Verkehrswende Mühldorf“. Die Partei setzt außerdem auf einen besseren Ausbau des Busangebots in der Region, damit Autofahrten seltener nötig sein werden.

Kraft fordert Bedarfsanalyse

Kraft fordert „eine professionelle Bedarfsanalyse und ein Konzept, das weitere Gesichtspunkte einbezieht: Wie Besucher in die Stadt kommen, ein Parkleitsystem, das Suchverkehr verhindert, und öffentlicher Nahverkehr.“ Die Umfrage der Stadt, auf die sich Bürgermeister Michael Hetzl (UM) beruft, lehnen die Grünen als Basis für eine Entscheidung ab. Sie sei ein Schnellschuss gewesen.

Der Siegerentwurf will das Gelände des heutigen Innstadt-Parks und Zentralparkplatzes stärker für Wohnen, Parken und Gewerbe nutzen. Bürgermeister Michael Hetzl und die Wettbewerbs-Jury überzeugte dieser Entwurf. Grafik Klinger

„Wir erwarten außerdem eine konkrete Planung zur Entwicklung des Stadtplatzes und des Stadtwalls“, sagt Kraft. Weiterhin sei zu klären, was aus dem Hallenbad werden solle. Es spräche einiges dafür, dass es am jetzigen Standort zu lassen.

Nur noch zwei Parkhäuser

Vor diesem Hintergrund haben die Grünen jetzt einen Entwurf vorgelegt, der statt drei Parkhäusern nur noch zwei vorsieht, weniger Wohnbebauung und einen größeren Park. Dazu kommt eine Gastwirtschaft mit Terrasse.

Alle Fraktionen sollen Vorschläge machen

Mit dem Vorschlag beziehen sich die Grünen auf eine Stadtratssondersitzung, bei der der Siegerentwurf für das Gelände vorgestellt wurde. Bei der Sitzung hatten sich die Parteien geeinigt, binnen sechs Wochen Stellungnahmen zum Entwurf zu erarbeiten.

Streit über die Zahl der Parkplätze

Die Grünen zweifeln die Zahlen an, die den Überlegungen zum Bau von Parkhäusern zugrunde liegen. In einer Präsentation der Stadt gebe es Unstimmigkeiten, sagt Grünen-Fraktionssprecher Matthias Kraft. So habe die Stadt an verschiedenen Standorten 1204 Parkplätze ermittelt, aber eine Gesamtzahl von 984 angegeben. „Es lässt sich nicht nachvollziehen, wie die zustande kommt.“

So viele Parkplätze gibt es, sagt die Stadt

Die Stadt weist die Verantwortung für die Zahlen dem Büro Plankreis Stadtplanung zu, das 2020 eine Ermittlung der Parkplätze durchgeführt hat. „Diese Zahlen haben wir nun nachgerechnet, und es wurde festgestellt, dass der tatsächliche Bestand sogar nur bei 951 Stellplätzen statt 984 liegt“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Die Zahl von 1204 beinhalte auch Parkplätze, die nicht zur Verfügung stehen. Dazu zählt die Stadt Parkplätze in der Tiefgarage, die fest vermietet sind, und Privatparkplätze. „Beide Areale sind nicht geeignet, diese zu den öffentlich nutzbaren Parkflächen hinzuzurechnen, da sie ja de facto nicht für den Parksuchverkehr zur Verfügung stehen.“

Auch für die zweite laut Kraft unklare Zahl hat die Stadt eine Erklärung. Kraft hatte kritisiert, dass zu dem durch eine Befragung ermittelten Bedarf von 975 Parkplätzen eine Schätzung über 244 „sowie weitere Positionen 110 plus 195 hinzuaddiert“ worden seien.

Die Stadt führt verschiedene Untersuchungen an, die zu der Annahme geführt habe: Eine Umfrage bei Anwohnern und Arbeitgebern habe die Notwendigkeit von 975 Stellplätzen ergeben. Da sich diese Angaben aber vor allem auf eine zeitlich längere Nutzung richteten, habe die Stadt weitergehenden Bedarf angenommen. Dazu zählt sie Besucher, die für einen Stadtbummel nur Kurzzeitparkplätze brauchen, Arztpatientinnen oder Kunden. So „ergibt sich die Summe von einem Bedarf von insgesamt 1514 Stellplätzen“, heißt es bei der Stadt.

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