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Stadtplatzsanierung

Erneut alte Holzbalken in Neumarkt-St. Veit entdeckt: Archäologen untersuchen die Stelle

In Reih und Glied angeordnet sind die Balken, die im Rahmen von Grabungsarbeiten am Neumarkter Stadtplatz zu Tage getreten sind. Oben im Bild Archäologin Ramona Baumgartner.
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In Reih und Glied angeordnet sind die Balken, die im Rahmen von Grabungsarbeiten am Neumarkter Stadtplatz zu Tage getreten sind. Oben im Bild Archäologin Ramona Baumgartner.

Das freut die Historiker: Bei Grabungsarbeiten auf dem Neumarkter Stadtplatz wurden erneut Holzstämme gefunden, die nun einer genaueren Untersuchung unterzogen werden. Es gibt bereits erste Vermutungen über deren Funktion

Neumarkt-St. Veit – Wie dazu das Bauamt im Neumarkter Rathaus mitteilt, seien die Holzstämme beim Aufgrabungen für den Kanal zutage getreten. Dieser zukünftige Entlastungskanal nach DN  300 quert die westliche Stadtplatzhälfte in Höhe Durchgang Fruhmannhaus in Richtung Johannesplatz (Kirche).

Experten haben bereits ihre Arbeit aufgenommen

Die Experten haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Gemäß der Archäologin vor Ort, Ramona Baumgartner, die eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege zusammenarbeitet, handelt es sich um eine Verbesserung des Untergrundes durch die Holzstämme, da sich drunter nicht tragfähige Torfschichten befinden.

Die Fundstücke werden dokumentiert, bevor die Arbeiten fortgesetzt werden können.

Die Holzstämme dienten damals schon der besseren Stabilität des Platzes. Nach den ersten Untersuchungen teilt sie mit, dass der schlechte Untergrund mit Torf und Lehm vermutlich auf das Überschwemmungsgebiet der Rott zurückzuführen ist.

Vermutug: Balken zur Stabilsierung

Im jetzigen Untersuchungsstatus der Archäologin ist nicht geklärt, ob die Holzstämme nur lose ausgelegt wurden oder ob noch eine Unterkonstruktion zum Vorschein kommt. Dies werde im Laufe der weiteren Untersuchungen und Grabungen festgestellt.

Ersten Einschätzungen zufolge dienten die Bohlen dazu, den Untergrund zu stabilisieren.

Wie das Bauamt weiter mitteilt, sei man auf die Konstruktion im Rahmen der Erneuerung eines Schachtes gestoßen. „Dieser Schacht musste aufgrund des neuen Entlastungskanals ausgetauscht werden, um in den Schacht eine neue Anbindung zu erhalten“, teilt dazu Natascha Engelmann aus dem Bauamt mit.

Lesen Sie dazu auch: Befand sich einst eine steinzeitliche Siedlung in Neumarkt-St. Veit? (Plus-Artikel ovb-online.de)

Viel Beton im Untergrund – das hat Vor- und Nachteile

Es galt dabei zwei Hürden zu meistern für die Bauarbeiter vom Leitungsbau: Zum einen benötigt ein neuer Schacht mehr Platz als der alte. Außerdem sei dieser im Hinblick auf die bereits vorhandenen Leitungen nur schwer unterzubringen gewesen. Zum anderen sei der alte Kanal weitestgehend mit Beton ummantelt und müsse für die erforderlichen Anschlussarbeiten von diesem Betonmantel befreit werden ohne jedoch das Rohr zu beschädigen.

Als Vorteil dieser Betonummantelung bezeichnet es das Bauamt, dass der Hauptkanal in einem guten Zustand ist – zumindest davon, was bisher ersichtlich gewesen sei. Es würden daher nur die Hausanschlussleitungen des Kanals erneuert. Zum Nachteil der Bauarbeiter hat die Betonummantelung, dass mehr Zeit in Anspruch genommen werden muss.

Hausanschlüsse und Wasserleitungen stehen auf der Agenda

Zumweiteren Ablauf der Sanierungsarbeiten heißt es aus dem Rathaus, dass abhängig von Witterung und Archäologie in den kommenden Arbeitstagen die Hausanschlussarbeiten der Regenwasserleitungen und der Bau der Wasserleitungen geplant sei. Außerdem werde die Verlegung des Entlastungskanals fortgesetzt. Weiter sollen die Unterbauarbeiten für die sich im jetzigen Baufeld befindenden Sinkkästen stattfinden.

Bürgermeister Baumgartner: „Unheimlich spannend und interessant!“

Zu den Funstücken tief unter dem Stadtplatz sagt Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG), es sei „unheimlich spannend und interessant, zu sehen, wie sich unsere Vorfahren bei solchen Problemen mit schlechten und nicht tragfähigen Untergrund beholfen haben.“ Wenn man bedenke, wie alt diese Einbauten sind und in welch gutem Zustand, „muss das Können und das Wissen in dieser Hinsicht damals schon sehr groß gewesen sein“.

Mit zeitlichen Verzögerungen wird nicht gerechnet

Bisher, so Baumgartner weiter, hätten solche Funde keine wesentlichen zeitlichen Schwierigkeiten beschert. „Zum einen können die Bauarbeiter in dieser Zeit an anderen Stellen weiterarbeiten. Und zum anderen wird die Archäologin immer frühzeitig von uns eingebunden, wie in diesem Fall, wo es sich um einen ungestörten Bereich handelt.“

Lesen Sie dazu auch: Archäologen finden seltene römische Überbleibsel in England (Plus-Artikel ovb-online.de)

Als ungestörter Bereich werden die Bereiche bezeichnet, wo nach derzeitigen Planunterlagen keine Leitungen vorhanden sind und neue Leitungen verlegt werden können, wie in diesem Fall den Entlastungskanal.

Nicht der erste Fund am Stadtplatz

Es ist nicht der erste historisch interessante Fund auf dem Neumarkter Stadtplatz im Rahmen derSanierungsmaßnahmen, der die Hinzuziehung von Archäologen erforderlich macht. Erst vor vier Wochen, gleich zuBeginn der Maßnahmen, war bei Grabungsarbeiten einhistorischer Balkenweg aufgetaucht.

Laut Archäologin handelte es sich bei dem Fund um den Bohlenweg, der auf Plänen um 1800 eingezeichnet ist. Der Holzbohlenweg in 1,30 Meter Tiefe zeige den ursprünglichen Verlauf der damaligen Straße.

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