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Opfer der Nazi-Diktatur

Ein fast vergessenes Grab - Erinnerung an tote NS-Zwangsarbeiter in Mühldorf

Auf dem alten Friedhof liegt die Grabstelle für 22 Zwangsarbeiter, die in Mühldorf getötet wurden.
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Auf dem alten Friedhof liegt die Grabstelle für 22 Zwangsarbeiter, die in Mühldorf getötet wurden.

Aufgrund der hohen Coronazahlen wollen Landkreis und Stadt Mühldorf heuer den Opfern des Natzionalsozialisums in kleinem Rahmen gedenken. Ein Mühldorfer fordert dabei auch die Erinnerung an russische Opfer des Krieges.

Mühldorf – In nur sehr kleinem Rahmen wollen Landkreis und Stadt Mühldorf heuer den Opfern des Natzionalsozialisums gedenken. Das teilte das Landratsamt jetzt mit. Grund sind die hohen Coronazahlen im Landkreis. Die Gendenkfeier findet wie immer am sogenannten Holocaustgedenktag auf dem KZ-Friedhof an der Ahamer Straße in Mühldorf statt.

22 Zwangsarbeiter auf dem Mühldorfer Friedhof beigesetzt

Leser Wolfgang Schönfelder hat im Vorfeld des „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, wie der 27. Januar offiziell heißt, an eine Gruppe Menschen erinnert, die im Landkreis weitgehend vergessen worden sind: An Zwangsarbeiter, die während der Kriegsjahre zumeist bei der Reichsbahn eingesetzt waren.

Von ihnen sind mindestens 22 bei beiden Luftangriffen der Alliierten am 19. März und 20. April ums Leben gekommen. Insgesamt kamen damals 154 Menschen ums Leben.

Sammelgrab für die Toten, die nicht heimgebracht werden konnten

Die toten Zwangsarbeiter sind nach Angaben von Stadtarchivar Edwin Hamberger unweit des KZ-Friedhofs auf dem alten Friedhof beigesetzt. „Bei der Grabstelle handelt es sich um ein Sammelgrab mit 22 Bestattungen. In diesem Sammelgrab liegen auch Tote, die aus ihren Einzelgräbern auf Weisung der amerikanischen Besatzungsmacht in ein gemeinsames Kriegsgrab umgebettet wurden“, sagt Hamberger. „Bei den Toten handelt es sich unter anderem um Opfer der Luftangriffe.

Sie waren als zivile Zwangsarbeiter bei Aufräumungsarbeiten beim Bahngelände eingesetzt.“ Dort seien aber auch andere Zwangsarbeiter und ausländische Kriegsgefangene begraben, deren Leichname nach 1945 nicht in ihre Heimat überführt wurden.

Die Namen der Toten sind laut Hamberger bekannt, sie ergeben sich aus einer Gräberliste aus dem Jahr 1971, die im Stadtarchiv hinterlegt ist. Daraus geht hervor, dass neun von ihnen Italiener waren sieben aus der Ukraine kamen, vier aus Polen und zwei aus Russland.

Namen der Toten sind bekannt

Die Namen der toten Zwangsarbeiter, die bei den Luftangriffen ums Leben kamen, sind auch im Gedenkbuch in der Johanniskapelle neben der Nikolauskirche und in der Ausstellung zum Nationalsozialismus im Haberkasten zu finden.

Die Toten aus dem KZ-Lager im Mühldorfer Hart sind dagegen auf dem KZ-Friedhof an der Ahamerstraße bestattet. Sie wurden aus dem Massengrab des KZs nach dem Krieg exhumiert und umgebettet.

Auch an die Toten der Russen erinnern

Leser Schönfelder hoffte, dass zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz auch an diese Menschen und ihre Landsleute gedacht wird. „Zum 27. Januar wäre es auch richtig, an die Hunderttausende gefallenden Soldaten der Roten Armee zu erinnern, die mit ihrem Blutopfer die Auschwitz.

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