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12.000 Euro pro Gerät

Bessere Luft im Klassenzimmer: Aschau am Inn rüstet Grundschule mit Lüftungsanlagen aus

Ein Klassenzimmer hat die Gemeinde Aschau bereits im Dezember vergangenen Jahres mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. Das Gerät ist mittlerweile eingehaust und stört den Unterricht nicht. Nach dem Einbau überzeugten sich Walter Kirsch (von links), Bürgermeister Christian Weyrich, Stefan Hoferer, Geschäftsführer der Firma Manghofer und Arne Feichtinger vom Hersteller.
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Ein Klassenzimmer hat die Gemeinde Aschau bereits im Dezember vergangenen Jahres mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. Das Gerät ist mittlerweile eingehaust und stört den Unterricht nicht. Nach dem Einbau überzeugten sich Walter Kirsch (von links), Bürgermeister Christian Weyrich, Stefan Hoferer, Geschäftsführer der Firma Manghofer und Arne Feichtinger vom Hersteller.

Die Skepsis vieler Kommunen gegenüber der Wirkung von Luftreinigungsgeräten für Klassenzimmer ist groß. Die Frage stellt sich in der Gemeinde Aschau gar nicht: Sie setzt auf eine andere Lösung.

Aschau – Luftfilter für Klassenzimmer sollen zentraler Baustein sein, um Schulen fit zu machen für das nächste Schuljahr. Eine Ergänzung zum regelmäßigen Lüften, um ein Infektionsrisiko in Klassenzimmern zu vermeiden. Doch wie sinnvoll sind die Luftfilter tatsächlich? Darüber gehen die Meinungen auseinander, wie auch Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) in der jüngsten Sitzung bemerkte. Eine Alternative dazu sind Lüftungsanlagen. Eben solche, wie die Gemeinde in einem Pilotprojekt bereits im Dezember in einem Klassenzimmer installiert hat.

Nachteil sind die hohen Kosten

Damals war schon klar: Überzeugen die Werte, will Aschau auch die anderen Räume damit ausstatten. Doch einen Nachteil haben die Anlagen: Die Anschaffung ist teuer. Für die erste Anlage hat die Gemeinde einen Sponsor ins Boot holen können, sollten die restlichen Klassenzimmer der Grundschule entsprechend ausgestattet werden, baut die Gemeinde auf Fördergelder.

Und ist auch bereits aktiv geworden: In einem ersten Förderprogramm werden 60 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen, zwischenzeitlich gibt es auch ein Förderprogramm vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), bei dem bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet werden, wie Weyrich dem Gremium erklärte. Auch bei diesem Programm hat sich die Gemeinde bereits um Fördergelder bemüht. „Wir warten nur noch auf einen positiven Bescheid, um die Grundschule mit elf weiteren Lüftungsanlagen auszustatten.“ Acht Klassenzimmer nutzt die Grundschule, vier weitere sind vom Förderzentrum belegt.

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Etwa 12 000 Euro kostet die Ausstattung eines Klassenzimmers. Bei elf benötigten Geräten kommt man auf 132 000 Euro, mit eingerechnetem Puffer liegen die Kosten bei 170 000 Euro. „Das klingt viel, aber die Bafa fördert“, sagte Weyrich. Der Anteil für die Gemeinde würde bei rund 34 000 Euro liegen.

Die Kosten für einen Luftfilter liegen bei etwa 3500 Euro. „Für ein Klassenzimmer braucht man wohl zwei Geräte und damit kommen wir schon fast aufs Gleiche raus“, sagte Weyrich.

Vor der Sommerpause will der Bürgermeister aufs Gas drücken: Angesichts der Materialverknappung und einer bald zu erwartenden Förderzusage will er keine Zeit verlieren. „Wenn die Förderzusage kommt, sollten wir bestellen können, um es nicht zu verzögern.“

Erfahrungen müssen überzeugen

Für Thomas Duxner (Bündnis Aschau) müssen die Erfahrungen überzeugen. „Es muss für die Lehrer und Kinder passen. Nicht, dass das Gerät abgeschaltet wird, weil es zu laut ist.“ Die bereits installierte Lüftungsanlage ist eingehaust, dass die Anlage zu laut sein soll, davon hat Weyrich bislang nichts gehört: „Die Rückmeldungen sind positiv, der Beamer soll lauter als die Lüftungsanlage sein.“ Zudem werde in fünf Klassenzimmern die Anlage in der Garderobe verbaut.

„Die Verwaltung soll freie Hand haben, wenn die Fördergelder bewilligt sind“, war die Meinung von Hans Baumgartner (SPD).

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Walter Kirsch, der als Hausmeister in der Grundschule tätig ist, erklärte dem Gremium, dass die Anlage einen „optimalen Luftaustausch“ ermögliche und dabei Zu- und Abluft auch gefiltert werden. Optimal für Allergiker.

Die guten Erfahrungswerte überzeugten auch Thomas Wintersteiger (CSU). Schnellstmöglich sollte man die Anschaffung der Lüftungsanlagen auf den Weg bringen. „Guter Ansatz, gut umgesetzt.“

Einstimmig gab der Gemeinderat der Verwaltung grünes Licht: Sobald Aschau eine Förderzusage bekommt, können die Lüftungsanlagen angeschafft und in der Schule installiert werden.

Vergleich mit dem Nachbarklassenzimmer

Wie effektiv arbeitet eine Lüftungsanlage tatsächlich im Schulalltag? Um darüber ein klares Bild zu bekommen, hat die Gemeinde vor Beginn der Weihnachtsferien im Klassenzimmer Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt gemessen und die Werte mit einem anderen Klassenzimmer ohne Anlage verglichen. Während im Klassenzimmer mit Lüftungsanlage die Temperatur gleich blieb, zeichneten sich die Lüftungskurven an der Temperatur im Nachbar-Klassenzimmer deutlich ab. Schwankungen unterworfen war auch die CO2-Belastung im Raum ohne Anlage.

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