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Omikron-Welle trifft Kliniken

160 ohne Impfung: Kliniken in Mühldorf befürchten Personal-Krise durch Omikron

Eine Corona-Impfung wird verabreicht
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Noch immer sind im InnKlinikum nicht alle Angestellten geimpft.

Das „InnKlinikum“ Altötting-Mühldorf fürchtet Personalknappheit durch die Omikron-Welle. Der Krisenstab macht Pläne für diesen Fall. Wie der aussehen könnte, sagt die Klinikleitung aber nicht.

Mühldorf – Zur Unsicherheit über die Auswirkungen der Impfpflicht auf die heimischen Krankenhäuser, kommt jetzt die Sorge vor den Auswirkungen der Omikron-Variante.

Omikron kann im Krankenhaus alles ändern

Vorstandsvorsitzender Thomas Ewald erwartet eine zusätzliche Personalknappheit durch die aktuelle Corona-Welle. Wie die Kliniken darauf reagieren wollen, sagen sie aber nicht.

Nach Angaben der Klinik sind etwa 94 Prozent der Mitarbeiter vollständig geimpft oder genesen. „Über den Stand der Boosterimpfungen liegen uns derzeit keine verlässlichen Zahlen vor“, betont Ewald. „Wir gehen aber davon aus, dass jeder Beschäftigte, der zweimal geimpft ist, sich auch boostern lässt.“

94 Prozent der Belegschaft geimpft

Die Impfquote aller Mitarbeiter in den heimischen Krankenhäusern liegt deutlich über dem Durchschnitt im Landkreis. Auf der sicheren Seite sind die Kliniken trotzdem nicht, denn Omikron könnte die Situation verschärfen.

Damit sind aktuell 160 der insgesamt 2730 Mitarbeiter in den vier Häusern des „InnKlinikums“ in Altötting, Burghausen, Mühldorf und Haag ungeimpft.

Sie arbeiten in allen Bereichen der Häuser als Ärzte und Pfleger, in Verwaltung, Küche, Reinigungsdienst oder technischen Diensten. „Jede Woche entscheiden sich weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankenswerterweise für eine Impfung, sodass diese Zahl noch weiter sinkt“, sagt Ewald.

Trotzdem erwartet der Vorstand personell sehr schwierige Zeiten: „Durch die Omikron-Variante erwarten wir einen verstärkten Personalausfall durch Erkrankung und Quarantäne“, sagt Ewald.

Das betreffe vor allem die ungeimpften oder nicht vollständig geimpften Beschäftigten. „Wir haben uns bereits im Krisenstab intensiv mit dieser sich abzeichnenden Entwicklung beschäftigt. Abhängig davon, wie massiv uns diese Problematik in den kommenden Wochen trifft, werden wir unsere Maßnahmen entsprechend anpassen.“

Klinik nennt keine konkreten Maßnahmen

Welche Maßnahmen das konkret sein werden, sagte Ewald nicht. Auch nicht, welche konkreten Folgen Personalmangel für die Patienten und die gesunden Mitarbeiter haben könnte. Nur so viel: „Unser Ziel ist, die Patientenversorgung weiterhin mit möglichst wenig Einschränkungen aufrechtzuerhalten.“

Mitarbeiter von Impfnotwendigkeit überzeugen

Ewald macht keine Angaben, ab welcher Zahl ungeimpfter Mitarbeiter mit Beschäftigungsverbot der Betrieb der vier Krankenhäuser gefährdet ist. „Eine solche Obergrenze lässt sich aus unserer Sicht nicht definieren“, sagt er. Die Klinikleitung setzt aktuell darauf, dass sich weitere Mitarbeiter durch Informationsgespräche vom Sinn der Impfung überzeugen lassen und so dem vom Gesetzgeber für Mitte März angekündigten Beschäftigungsverbot entgehen.

Zu den Gesprächen mit Vorgesetzten oder Arztkollegen kämen niederschwellige Impfmöglichkeiten an.

Tausende suchen angeblich eine Stelle

„Die große Mehrheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befürwortet die Corona-Impfung, aber natürlich bilden auch wir als Klinik die Gesellschaft ab und es gibt eben diesen geringen Prozentsatz an Menschen, die sich aus verschiedensten Gründen bisher einer Impfung verweigert haben.“ Gleichzeitig versuche die Personalabteilung ständig, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Während Kliniken und Krankenhäuser also Personal suchen, finden sich in Tageszeitungen und auf Onlineportalen auffallend viele und sehr ähnliche Jobanzeigen angeblich ungeimpfter Pflegekräft e, die scheinbar kurz vor der Kündigung stehen.

Fachleute vermuten, dass es sich zumindest teilweise um Falsch-Anzeigen beziehungsweise abgesprochene Aktionen von Gegnern der Corona-Impfungen handelt. Domingo Heber, Gewerkschaftssekretär von Verdi im Fachbereich Gesundheit des Bezirks Rosenheim, glaubt, dass es sich in manchen Fällen um „zumindest eine koordinierte Aktion“ von Impfgegnern handelt.

Absprachen in Telegram-Gruppen

In von Impfgegnern oft genutzten Telegram-Gruppen gibt es Hinweise auf Absprachen. In einer Gruppe von Pflege- und Krankenhauskräften berichten verschiedene Nutzer, sie hätten gezielt Anzeigen geschaltet. So heißt es zum Beispiel: „Wie wäre es, wenn wir alle Annoncen aufgeben würden. Krankenschwester/Pfleger ungeimpft verlässt das Klinikum und sucht Arbeit.“

Es gibt aber auch echte Stellengesuche. So haben sich Pflegekräfte geäußert, dass die Impfpflicht für einige ein natürlicher Anreiz zum Branchenwechsel sei.

Noch keine Kündigungswelle

Fakt ist aber auch, dass die ab Mitte März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) bislang zu keinen gestiegenen Kündigungszahlen in Kliniken geführt hat.

Überduchschnittliche Impfquote in Krankenhäusern

Die Impfquote in den Krankenhäusern sei bundesweit mit mehr als 90 Prozent auch sehr hoch, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der „Rheinischen Post“.

In den heimischen Krankenhäusern gibt es nach Angaben von Klinikensprecher Schmitzer ebenfalls keine Kündigungswelle. „Uns ist bisher nichts davon bekannt, dass Mitarbeiter nach neuen Stellen suchen“, sagt Schmitzer. „Es ist allerdings auch noch eine Zeit lang hin.“

Corona-Welle verschärft Personalmangel

Wie sehr die Corona-Pandemie den Personalmangel in der Pflege bereits verschärft hat, legen Daten des Jobportals Stepstone nahe. Dort war die Zahl der Stellenanzeigen für Pflegeberufe im Dezember 2021 um 85 Prozent höher als noch vor Beginn der Pandemie im Januar 2020.

Deutlich mehr Stellenangebote seit Corona

Zum Vergleich: Die Jobausschreibungen insgesamt haben auf dem Portal im selben Zeitraum um 40 Prozent zugelegt. Absolute Zahlen nannte das Düsseldorfer Unternehmen nicht. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) in Berlin gehen davon aus, dass die Pandemie die Personalsituation verschärft hat. Exakte Daten gibt es aber nicht.

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