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Eine „einmalige Möglichkeit“?

Betreiber und Gemeinde sind offen für Geothermie in Ampfing - Wie es nun weitergeht

Das Bohrloch in Schicking: Vor zwei Jahren kam das Aus für die Erdölförderung in Ampfing, dafür könnte die Geothermie wieder ins Spiel kommen.
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Das Bohrloch in Schicking: Vor zwei Jahren kam das Aus für die Erdölförderung in Ampfing, dafür könnte die Geothermie wieder ins Spiel kommen.

Im Zeichen der Energiekrise wird in Ampfing der Einstieg in die Geothermie interessant. Jetzt haben sich erste Unternehmen gemeldet, die ein entsprechendes Netz aufbauen und betreiben wollen. Nach der positiven Reaktion aus dem Gemeinderat stehen die nächsten Schritte fest.

Ampfing – Lohnt sich der Einstieg in die Geothermie? Diese Frage war in der jüngsten Sitzung Thema im Ampfinger Gemeinderat.

Hierzu gab Professorin Dr. Petra Denk von der Hochschule Landshut eine erste Einschätzung und verriet, unter welchen Bedingungen das Projekt erfolgreich wäre.

Seit 2020 eine Alternative zu Erdöl

Zum Hintergrund: Im Mai 2020 hatte die Firma RDG mitgeteilt, dass eine Erdölförderung nicht weiterverfolgt werde. Als Alternative wurde damals schon die Geothermie genannt. Die Firma ONEO (vormals RDG) brachte sich jetzt Betreiberin für ein entsprechendes Heizwerk ins Spiel, und die Energie Südbayern wäre bereit, das entsprechende Netz zu bauen und zu betreiben. Daher sollte die Hochschule Landshut eine erste Einschätzung zu den Erfolgsaussichten abgeben.

Günter Hargasser (CSU) wollte anschließend wissen, welche Zahlen als Anschlussrate realistisch seien? Hierzu sagte die Expertin, dass als geeignete Grundlage eine Anschlussrate von 70 Prozent sinnvoll sei.

Hargasser fragte zudem, ob die geförderte Temperatur des Wassers ohne weitere Aufbereitung zur Verwendung in der Geothermie ausreichend sei. Professorin Denk: „Die geförderte Temperatur des Wassers ist ausreichend und muss nicht mehr aufbereitet werden.“

Einmalige Chance für die Gemeinde

Dr. Marcel Huber (CSU) verwies auf das bereits bestehende Bohrloch zur Nutzung der Geothermie. „Ich sehe hier die einmalige Möglichkeit, eine zukunftsweisende Entwicklung für die Gemeinde zu unterstützen.“ Dabei sei zu beachten: Die zusätzliche Abnahme von Wärme durch weitere Betriebe (beispielsweise zur Klärschlammtrocknung) sei notwendig und positiv.

Die derzeitige Energiekrise und die Auswirkungen auf den Energiemarkt würden zu weiteren dauerhaften Preissteigerungen für fossile Brennstoffe sorgen. Drittens versuche die Bundesregierung, die Energieversorgung neu zu strukturieren, dazu würden alternative Energiequellen gefördert. „Für Ampfing besteht hier von Anfang an die Möglichkeit, diese ohnehin anstehenden Maßnahmen frühzeitig zu beginnen.“

Bürger schnellstens informieren und einbinden

Alexander Eisner (CSU) verwies auf die sehr hohe finanzielle Belastung für die Gemeinde und fragte, ob wirklich eine Anschlussquote von 70 Prozent erreichbar sei, die erst eine Wirtschaftlichkeit ermöglicht. „Was passiert, wenn das Projekt gestartet wird und trotzdem zu wenig Abnehmer gewonnen werden können?“ Professorin Denk: „Im Vergleich zu anderen dezentralen Systemen wie zum Beispiel einer Wärmepumpe ist der Hausanschluss durchaus konkurrenzfähig.“

Bernhard Kneißl (UWG) führte an, dass man eine Entscheidung jetzt fällen muss, die Anschlüsse aber erst in fünf Jahren umgesetzt werden können. Dann könnten wieder andere Voraussetzungen auf dem Energiemarkt herrschen, die die Anschlussquote ebenfalls senken könnten.

Andrea Weiner (Die Grünen) regte an, die Bevölkerung schnellstmöglich zu informieren, damit eine hohe Akzeptanz entsteht.

Jetzt folgen weitere Studien

Josef Steinberger (CSU) beschäftigte die Frage: „In welchen Gebieten ist in Deutschland überhaupt eine Geothermie möglich?“ Die Antwort: „Deutschlandweit ist auf circa zehn Prozent der Fläche Geothermie möglich.“

Bürgermeister Josef Grundner (CSU) bedankte sich bei Professorin Denk. Nach dieser ersten Einschätzung erstellt ONEO eine Projektskizze, was rund zwei Monate dauern wird. Diese ist zugleich die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie, die rund 300.000 Euro kosten und nach einem dreiviertel Jahr vorliegen wird. Erst dann erfolgt die Entscheidung über eine Beteiligung am Geothermie-Projekt und eine Planung des weiteren Vorgehens.

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