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Erika Höpfinger über ihr Hobby

81-jährige Kraiburgerin fertigt seit 50 Jahren Wachsstöckerl

Bei einem Kurs für Ministranten informiert Erika Höpfinger (rechts) über die Herstellung von Wachsstöckerl.
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Bei einem Kurs für Ministranten informiert Erika Höpfinger (rechts) über die Herstellung von Wachsstöckerl.

In Kraiburg beschäftigt sich Erika Höpfinger seit Jahrzehnten mit der Herstellung von Wachsstöckerln. Warum sie das macht und was es mit dem katholischen Brauch auf sich hat.

Kraiburg – In der Marktgemeinde Kraiburg beschäftigt sich Erika Höpfinger seit vielen Jahrzehnten mit der Herstellung von Wachsstöckerln. „Vor 50 Jahren habe ich einen Kurs in Frauendorf besucht, seitdem befasse ich mich mit diesem alten Brauchtum“, so die 81-Jährige. Ihr Wissen und Können gab sie auch in zahlreichen Kursen weiter.

„Du brauchst vor allem Geduld, Geduld und nochmals Geduld.“ Bekannt ist Höpfinger in Kraiburg aber nicht nur für ihre Wachsstöckerl, sondern auch für andere Beschäftigungen wie das Anfertigen von Haarnadeln aus Silberdraht, ihre zahlreichen Puppen, Ostereier mit Wachsverzierungen und Krippenfiguren.

Woher kommt der Wachsstöckerl-Brauch?

Ab Dienstag, 1. Februar, stellt Höpfinger nun im Textilgeschäft Grammersperger knapp 50 verschiedene Wachsstöckerl aus, die zu den üblichen Geschäftszeiten erworben werden können.

Die katholische Kirche feiert am Mittwoch, 2. Februar, das Fest Mariä Lichtmess und beendet damit die Weihnachtszeit. Bis 1912 war dieser Tag ein offizieller Feiertag, an dem die Dienstboten entschieden, ob sie für ein weiteres Jahr auf dem Hof blieben. Ebenso war es der Zahltag für das ganze Jahr. Neben dem Lohn, Kleidung und Lebensmittel wurden auch Wachsstöckerl ausgegeben.

Wachsstöckerl als Zeichen der Freundschaft

Wenn Knecht und Magd auf dem Hof blieben, legte der Knecht meist der Magd ein Wachsstöckerl auf das Bett als Dankeschön oder auch als Zeichen der Freundschaft. Früher lag über dem Lichtmesstag ein besonderer Zauber. In den Kirchen wurden feierliche Lichterprozessionen abgehalten und Waschkörbe voller Kerzen geweiht, der Bedarf für das ganze Jahr. So kam es auch zum Namen Mariä Lichtmess.

Noch einmal stehen Kerzen in der katholischen Kirche als Symbol im Vordergrund – am Blasitag, dem 3. Februar. Den Gläubigen werden zwei Kerzen kreuzweise, verbunden mit einem Segen, vor den Hals gehalten, als besonderer Schutz gegen verschiedene Halskrankheiten. Der Legende nach soll der heilige Blasius einem Buben durch das Kreuzzeichen das Leben gerettet haben, dem eine Gräte im Hals stecken geblieben war. In den vergangenen Jahren kam das Verschenken von Wachsstöckerln wieder mehr in Mode. Anlässe dafür sind Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmung und Hochzeiten. Mit entsprechenden Motiven werden die gewickelten Kerzen verziert.

Georg Meling

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