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Angeklagter kein unbeschriebenes Blatt

Wegen „Hirschgeweih“ für 21 Euro: Bad Reichenhaller (52) landet vor Laufener Amtsgericht

Hirsch (Symbolbild)
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Um ein vermeintliches Hirschgeweih ging es in einer Verhandlung am Laufener Amtsgericht. (Symbolbild)

Die Nachbildung eines Hirschgeweihs brachte einen 52 Jahre alten Mann vor Gericht. Weil er die 21 Euro Kaufpreis der eBay-Bestellung nicht bezahlte, erstattete die Verkäuferin Anzeige. Der Fall wurde nun vor dem Amtsgericht Laufen verhandelt.

Laufen/Bad Reichenhall – 15 Euro hatte eine eBay-Verkäuferin für ein „Hirschgeweih“ verlangt. Samt sechs Euro Versandkosten hätte der 52-jährige Käufer also 21 Euro überweisen müssen. Weil der Kurstädter das nicht tat, erstattete die Frau Anzeige. Und so fand sich der Mann wegen Betrugs neuerlich vor dem Laufener Strafrichter.

Der Käufer hat 13 Einträge im Bundeszentralregister, mehrfach wegen Betrugs und Diebstahls. Das brachte ihn zweimal hinter Gitter. Während der nun angeklagten Tat stand er unter zweifach offener Bewährung. Das Geweih ist inzwischen bezahlt. „Warum nicht gleich?“, fragte Richter Christian Daubner den Angeklagten. Er habe es „immer wieder auf morgen verschoben“, erklärte der Kurstädter, „und irgendwann habe ich es vergessen.“

„Kaufsucht“ und „Bunte Lebensgeschichte“ des Angeklagten

Der Verkäufer war damals im November 2020 arbeitslos gewesen und lebte von Hartz-IV; sein Konto wies damals ein Minus von 72 Euro auf. „Warum bestellen Sie dann das Hirschgeweih?“, wunderte sich Tobias Streifinger als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft. Es sei als Geschenk für die Freundin gedacht gewesen, erklärte der Angeklagte, „die steht auf so was.“

Dr. med. Rupert Müller sprach von einer depressiven Phase und einer gewissen „Kaufsucht“ des Mannes mit einer „bunten Lebensgeschichte voller Brüche“. Eine schwere psychiatrische Störung konnte der Sachverständige jedoch nicht feststellen. „Die 21 Euro wären selbst bei beschränktem Budget möglich gewesen“, bilanzierte Streifinger, der keinen Hinweis auf eine betrügerische Absicht erkennen mochte.

Gericht fällt Urteil

Seinem Antrag auf Freispruch folgte Richter Daubner, der erklärte, dass es sich bei Betrug um ein „Vorsatzdelikt“ handle. Einen solchen Vorsatz vermochte der Vorsitzende aber hier nicht zu erkennen. Das beteuerte auch der Kurstädter in seinem Schlusswort: „Ich hatte nie die Absicht, das Geweih nicht zu bezahlen.“ Es handelt sich dabei übrigens nicht um echte Abwurfstangen, sondern um eine Metallgestaltung.

höf

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