Erste Planungen wurden im Gemeinderat vorgestellt

Feuerwehrhaus Neukirchen soll erweitert werden

Das Feuerwehrhaus in Neukirchen ist zu eng geworden.
+
Das Feuerwehrhaus in Neukirchen ist zu eng geworden.

Das Feuerwehrhaus in Neukirchen ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Auch die Parksituation ist angespannt, wenn es zu einem Einsatz kommt. Nun wurden erste Planungen zur Erweiterung vorgelegt.

Teisendorf - Die Feuerwehr Neukirchen am Teisenberg verfügt über 48 Aktive, davon fünf Frauen und zwölf Jugendfeuerwehrler. Die durchschnittlichen Einsatzzahlen liegen bei 35 Einsätzen pro Jahr. 

Das Feuerwehrhaus in Neukirchen ist in die Jahre gekommen. Neben einer Ertüchtigung der Bausubstanz des bestehenden Gebäudes ist auch eine Flächenerweiterung notwendig, denn die Flächengröße, Raumaufteilung und Nutzung entsprechen nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.

Angespannt ist auch die Parkplatzsituation, vor allem im Alarmfall, wenn viele Aktive in kürzester Zeit das Gebäude erreichen müssen. Da die Anfahrt zum Gerätehaus über den Pfarrhofweg, vorbei an Schule, Kindergarten, Pfarrheim und Schwimmbad erfolgt, ist höchste Achtsamkeit erforderlich. 

Die Notwendigkeit von Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen hat der Bau- und Umweltausschuss bereits bei einem vor Ort-Termin festgestellt. Nun wurden im Gemeinderat erste Planungen vom Büro Planquadrat Fritsche vorgestellt, die in Abstimmung mit der Feuerwehr Neukirchen ausgearbeitet worden sind. 

Wie Bürgermeister Thomas Gasser betonte, ging es erstmal um eine Grobplanung, aufgrund derer die Gemeinderäte entscheiden sollten, in welche Richtung es  weiter gehen könnte, unter Berücksichtigung der Standortverhältnisse und der Raumanforderungen. 

Bastian Fritsche und der Neukirchner Feuerwehrkommandant Florian Pfisterer hatten dazu vier Varianten ausgearbeitet, die sie dem Gemeinderat  präsentierten. Berücksichtigt wurden Vorgaben aus dem Feuerwehrbedarfsplan, wie der vorgesehene Einbau einer Atemschutzwerkstatt, geeignete Flächen für Spinde und  die geplante Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTW) in den nächsten Jahren. 

Für den MTW und eine noch zu beschaffende Verkehrssicherungsanlage (VSA) werden zwei weitere Stellplätze benötigt. Die Umkleiden müssen ausserhalb der Fahrzeughalle verlegt und nach Geschlechtern getrennt werden. Lagerflächen und Parkplätze müssen erweitert, Büro- und Aufenthaltsräume vergrößert werden.

Erneuert werden müssen auch die Sanitäranlagen und die Haustechnik. Bei den Planungen berücksichtigt werden muss auch, dass auf dem Gelände auch das Vereinsheim des Trachtenvereins liegt. 

Drei der vorgestellten Varianten bezogen sich auf eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes durch einen Anbau in Richtung Westen, die vierte Variante wäre ein kompletter Neubau, für den aber erstmal nur der Platzbedarf exemplarisch vorgestellt wurde.

Kostenberechnungen lagen noch für keine der Varianten vor. Die Erweiterungsvarianten unterscheiden sich zum Beispiel im Umfang der Erweiterungsfläche, die  bis zu 365 Quadratmeter beträgt, der Anzahl der Tore, der Anzahl und Anordnung der Umkleiden und der zukünftigen Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau

In der anschließenden Diskussion stand bei allen Rednern ausser Frage, dass ein Handlungbedarf besteht, allerdings seien um den Standort zu erhalten und zukunftsfähig zu machen, größere Maßnahmen notwendig. „Man sieht, mit einigen kleineren Sanierungsmaßnahmen ist es nicht getan“, betonte Bürgermeister Gasser.

Allerdings müsse es eine leistbare Aufgabe sein, auch unter Berücksichtigung der vielen anderen Bauvorhaben in der Gemeinde. Auch Rat Gernot Daxer (CSU) sprach sich  für eine “praktikable und finanzierbare“ Lösung aus. Gemeinderat Georg Wetzelsperger (CSU) begrüßte den Bezug zum Feuerwehrbedarfsplan, wies aber darauf hin, dass gerade dort Neukirchen keine hohe Priorisierung hätte.

Mit Details zum Umbau in Neukirchen müsse man sich daher erst befassen, wenn die Feuerwehrhäuser in Roßdorf und Rückstetten die in der Priorität hoch eingestuft sind, fertiggestellt sind. Auch die Räte Georg Quentin und Johann Rauscher (beide SPD) betonten die erste Priorität für Roßdorf.

Danach könne man entscheiden, was angegangen wird, Rückstetten oder Neukirchen. Natürlich müssten eventuell gefährdende Baumängel schnellsten behoben werden, so Quentin.

Mit der vorliegenden Priorisierung war Kommandant Florian Pfisterer nicht ganz einverstanden. Man habe mit den anderen Kommandanten gesprochen, man sei sich einig, dass Neukirchen saniert werden muss. Der Feuerwehrbedarfsplan sollte alle sechs bis acht Jahre aktualisiert werden.

Wenn die Kommandanten einverstanden sind, könnte man von der Priorisierung im Bedarsfplan auch abweichen, so die Meinung von Gemeinderat Andreas Neumeier (CSU). „Wir müssen uns an den Bedarfsplan halten“, war dagegen die Meinung von Rat Alois Stadler (CSU). Ihm fehle bei der Variantenvorstellung eine Zwischenlösung, was schnell gemacht werden könnte, um die Situation zu verbessern.

Für den  ganz großen Wurf sei die Finanzierung zur Zeit nicht gesichert. Einen ganz neuen Aspekt brachte die Zweite Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FWG) in die Diskussion. Alle vorgelegten Pläne würden eine Erweiterung Richtung Westen vorsehen und damit auch einen Eingriff in das erst kürzlich fertiggestellte Schwimmbadareal.

Sie schlage eine Alternativplanung mit Erweiterung Richtung Osten vor, unter Einbezug der Fläche, die jetzt vom Trachtenverein belegt ist, das man auslagern könnte. Zudem solle man prüfen, ob man auch in Abschnitten bauen kann, was eine größere finanzielle Flexibilität bedeuten würde.

Die Gemeinderäte Bernhard Reitschuh (FW) und Johann Helminger (CSU) schlugen vor, zeitnah mit den Anwohnern und Eigentümern der Anrainergrundstücke zu reden, um zu sehen, ob und welche Pläne realistisch umsetzbar sind. Diese Anregung nahm Bürgermeister Thomas Gasser in seinem zusammenfassenden Statement auf.

Er bedankte sich bei Planer Fritsche und dem Feuerwehrkommandant Pfisterer für die vorgestellten Planungsunterlagen. Man werde sich kurzfristig mit den Kommandanten aller Feuerwehren im Gemeindegebiet kurzschließen, um die Reihenfolge der notwendigen Maßnahmen bei den Wehren zu aktualisieren.

Fritsche wurde gebeten zu prüfen, ob eine Umsetzung der in Neukirchen notwendigen Maßnahmen auch in mehreren Etappen möglich und sinnvoll wäre. Mit dem Fazit „Das Feuerwehrhaus Neukirchen wird uns in nächster Zeit noch öfter beschäftigen“, schloss der Rathauschef den Tagesordnungspunkt.   

An der Gemeinderatssitzung haben als Zuhörer auch die Kommandanten der anderen Feuerwehren im Gemeindegebiet, sowie Kreisbrandmeister Stefan Ufertinger teilgenommen. 

kon

Kommentare