Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

Fahrer des Roten Kreuzes stellen sich Extrem-Situationen

20 Fahrer des Roten Kreuzes stellen sich auf der Teststrecke Extrem-Situationen im Straßenverkehr.
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20 Fahrer des Roten Kreuzes stellen sich auf der Teststrecke Extrem-Situationen im Straßenverkehr.

Berchtesgadener Land - 20 Fahrer des Roten Kreuzes haben am vergangenen Samstag unter erschwerten Corona-Bedingungen ein Fahrsicherheitstraining auf dem Fahrtechnik- und Prüfgelände-Zentrum im oberösterreichischen Burgkirchen (Bezirk Braunau) absolviert und dabei mit den Spezialfahrzeugen des Betreuten Fahrdienstes unter kontrollierten Bedingungen Extrem-Situationen im Straßenverkehr durchgespielt.

Die Kreisverkehrswacht Berchtesgadener Land hatte das Training unter der seit vielen Jahren bewährten Leitung von Peter Starnecker vorbereitet und vor Ort fürs Rote Kreuz angeleitet.


Im Landkreis selbst steht bisher keine entsprechend ausgestattete Trainingsanlage zur Verfügung, weshalb die Rotkreuzler mit knapp über einer Stunde Anfahrt nach Oberösterreich ausweichen mussten. Wegen Corona jeder einzeln in einem Auto, reduziert auf zehn Teilnehmer pro Gruppe und vor Ort mit Mundschutz, kurzen Kontakt-Zeiten und viel Abstand. „Wir hatten jeder ein Funkgerät im Auto, über das uns die Trainer Anweisungen gaben, so dass kein direkter Kontakt und kein relevantes Ansteckungsrisiko bestand“, berichtet Teilnehmer Stefan Hammermayer; sonst wäre eine solche Fortbildung in der aktuellen Lage überhaupt nicht realisierbar gewesen. Für die Fahrdienst-Fahrer ist sie aber besonders wichtig, da sie gerade jetzt durch ein seit vielen Wochen allgemein hohes Transportaufkommen stark gefordert sind und wesentlich dazu beitragen, dass im Landkreis trotz der krisenbedingten Einschränkungen vor allem Ältere, Kranke und Menschen mit Behinderungen nicht auf der Strecke bleiben. Die Fahrdienst-Fahrer müssen Patienten, Senioren und Menschen mit Behinderungen auch bei anspruchsvollen Verkehrs- und Straßenverhältnissen sicher zu ihrer Behandlung, zur Arbeit oder zur Schule bringen.

Bei einer Besprechung vorab ging es um die Grundlagen der Fahrphysik und die Unterschiede zwischen Front-, Heck- und Allrad-Antrieb: Welches Auto wird sich warum wie verhalten und wie komme ich damit zurecht. In der Praxis mussten die Fahrer dann mehrere Aufgaben absolvieren: Fahren durch eine enge, kurvige Hütchen-Gasse vorwärts und rückwärts, Einparken vorwärts und rückwärts und in Längsparklücken am Straßenrand, die nur eineinhalb Meter länger als das Auto sind, eine Vollbremsung mit 40, 50 und 70 Stundenkilometern auf trockener und danach auf nassem, rutschigen Untergrund, Vollbremsungen auf rutschigem, nassen Untergrund und dabei einem Hindernis ausweichen, ohne es zu berühren, Slalomfahren vorwärts und rückwärts mit verschiedenen Hütchen-Abständen, Kreisbahn-Fahren auf nasser, rutschiger Schlitterbahn mit steigender Geschwindigkeit, bis das Auto wegrutscht und ausbricht - dann versuchen, es wieder einzufangen; Dasselbe dann mit nur einer Fahrzeugseite auf dem rutschigem Untergrund.


Wegen mehrerer Absagen war die Vorbereitung des Trainings aufwendig, wobei kurzerhand dann auch jeweils ein Ehrenamtlicher der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall und der Bergwacht Berchtesgaden einsprangen und mitmachten. Im Fahrdienst des Roten Kreuzes ist aktuell zwar niemand mit Corona infiziert oder als Kontaktperson in Quarantäne, allerdings mussten viele Mitarbeiter kurzfristig wegen Personal-Engpässen und zusätzlicher Arbeit in ihrem Hauptjob einspringen und wegen der geschlossenen Schulen und Kindergärten zu Hause bei ihrem Nachwuchs bleiben; darüber hinaus fehlt ein erheblicher Teil der insgesamt 70 Fahrer seit dem Lockdown im Frühjahr - dem gegenüber steht eine anhaltend hohe Nachfrage nach Transporten. „Manche Fahrer wollen oder können während der Corona-Lage nicht im Fahrdienst arbeiten und andere haben sich einen neuen Nebenjob gesucht, wobei der plötzliche Wechsel von sehr wenig zu sehr viel Arbeit für alle belastend ist. Wir verzeichnen seit der Zeit nach dem Lockdown ein meist überdurchschnittlich hohes Transportaufkommen und sind froh, dass wir bis jetzt mit sehr viel Aufwand in der Disposition trotzdem noch jeden Tag die meisten Aufträge erledigen konnten, auch wenn manche Patienten mit Unverständnis reagieren, wenn das Fahrzeug auch bedingt durch die vielen Baustellen und das starke Verkehrsaufkommen mal später als gewohnt kommt“, berichtet Disponent Reiner Lebhart, der in seinem Arbeitsalltag immer wieder sehr starke Nerven braucht.

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