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Neuötting verschiebt Frage zu Filteranlagen in Schulen

Diskussion um saubere Luft im Klassenzimmer: Sicher keine mobilen Filteranlagen

In der Max-Fellermeier-Schule und den Vorschuleinrichtungen der Innstadt wird aktuell die Machbarkeit der Nachrüstungen raumlufttechnischer Anlagen geprüft.
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In der Max-Fellermeier-Schule und den Vorschuleinrichtungen der Innstadt wird aktuell die Machbarkeit der Nachrüstungen raumlufttechnischer Anlagen geprüft.

Ob und welche Bildungseinrichtungen in der Innstadt künftig welche Filteranlagen bekommen, wird erst in der Septembersitzung entschieden.

Neuötting - Der Stadtrat beschloss in der vergangenen Woche einstimmig, dass dies erst im September entschieden werden solle. Allerdings ließen die Fraktionen im Zuge der Diskussion schon durchblicken, dass es ziemlich sicher keine mobilen Filteranlagen sein werden. Abgestimmt werden konnte der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung auch deswegen nicht, weil ein rechtzeitig eingereichter, weiterführender Antrag der Grünen, überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand.

„Ich bin jetzt schon etwas verwundert, warum unser Antrag fehlt“, erklärte der Fraktionssprecher der Grünen, Martin Ober. Dieser hätte, nachdem der Bauausschuss am Vortag ein relativ lautes Gerät vorgeführt bekommen hatte, die Beschaffung einer schallärmeren Variante gefordert. Dennoch waren die Grünen in jedem Fall für die Beschaffung von solchen mobilen Geräten: „Alles was man tun kann, um Präsenzunterricht zu ermöglichen, müssen wir machen!“, erklärte Martin Ober.

Schon eingangs der Diskussion hatte Bürgermeister Peter Haugeneder (SPD) allerdings klargemacht, dass in der Sache viel „Halbwissen“ kursiere: „Diese vom Förderprogramm der Landesregierung subventionierten Geräte werden Maske, Abstand und regelmäßiges Lüften auf keinen Fall ersetzen!“, so das Stadtoberhaupt. Dabei zitierte er aus einer Studie des Bundesamtes für Umweltschutz, der zufolge solche mobilen Luftreinigungsgeräte bestenfalls in Zimmern mit kleinen oder gar keinen Fenstern Sinn machen.

Der Bürgermeister wies in diesem Zuge allerdings auf ein weiteres Förderprogramm der Bundesregierung hin, das fest installierte Anlagen, sogenannte Raumlufttechnische Anlagen (RLT) fördert. „Die kosten deutlich mehr und sind wohl nicht in allen Räumen zu installieren“, gab Peter Haugeneder zu bedenken. Allerdings könnten diese das Öffnen der Fenster ersetzen, was besonders in den Wintermonaten auch energetische Vorteile hätte. Zuvor bereits hatte SPD-Fraktionssprecher Jürgen Gastel klargemacht, dass die mobilen Geräte auch wegen Zusatzanschaffungen und Wartungsaufwand abzulehnen und Festinstallationen zu bevorzugen seien. „Beim geplanten Anbau an die Max-Fellermeier-Schule sollte man auf jeden Fall Festinstallationen berücksichtigen!“, so der Sozialdemokrat.

CSU-Fraktionssprecher Klaus Angermaier verglich die aktuelle Situation mit derjenigen während des Lockdowns 2020, als unklar war, welche Gesichtsmasken überhaupt nötig sind und diese obendrein wegen der hohen Nachfrage überteuert waren: „Am Ende ändern sich da auch ständig die Anforderungen“, sagte der CSU-Mann. Nicht nur wegen des unerträglichen Lärms also, den er ja am Vortag während der Bauaausschussitzung selbst erlebt hatte, lehne er diese mobilen Geräte kategorisch ab. Er begrüßte vielmehr den Vorschlag des Bürgermeisters, dass man die Machbarkeit von fest installierten Anlagen in der Schule prüfen wolle. „Bitte denkt dabei aber auch gleich an die Krippen und Vorschulkinder“, so Klaus Angermaier.

Stadtrat Stephan Mayer(MdB) riet ebenfalls dazu, sich das Bundesförderprogramm mit seinem Fördersatz von 80 Prozent noch genauer anzusehen. „Man sollte sich bei der Wahl passender Geräte sowieso Zeit lassen“, begründete der Parlamentarische Staassekretär im Bundesinnenministerium seinen Hinweis darauf, dass wegen des vergessenen Antrags der Grünen in der aktuellen Sitzung sowieso keine Abstimmung gemacht werden könne: „Das war ein Formfehler, das kann passieren! Aber kein Gremium, das den Anspruch erhebt, nach demokratischen Grundsätzen zu handeln, könnte darüber jetzt abstimmen“. Bürgermeister Peter Haugeneder dankte dem CSU-Stadtrat für die „Versachlichung der Diskussion“.

pbj

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