Die städtische „Geburtsurkunde“ und wie Burghausen beinahe eine salzburgische Stadt geworden wäre

Artikelserie zur Burghauser Geschichte: Kunigunde von Luxemburg - Kaiserin und Heilige

Auf dieser Urkunde wird „Burchusun“ – das heutige Burghausen - das erste Mal erwähnt. Das Dokument aus dem Jahr 1025 liegt im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien.
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Auf dieser Urkunde wird „Burchusun“ – das heutige Burghausen - das erste Mal erwähnt. Das Dokument aus dem Jahr 1025 liegt im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien.

In unseren neuen Serie präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit dem Burghauser Stadtarchiv in regelmäßigen Abständen interessante Details aus der Geschichte der alten Herzogstadt. Im sechsten Teil: 1025 steht in einer Urkunde der Kaiserinwitwe Kunigunde erstmals das Wort „Burchusun“, das heutige Burghausen. Wer war diese Frau, der Burghausen seine „Geburtsurkunde“ verdankt? 

Burghausen - Die Stadt Burghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und sie bietet weit mehr als nur die längste Burg der Welt. Zusammen mit dem Stadtarchiv Burghausen wollen wir euch besondere Geschichten aus der Burghauser Vergangenheit präsentieren. Den Anfang machte Johann Anton von Manner, der erste Burghauser Bürgermeister, von dem ein Porträt überliefert ist. Im zweiten Teil wurde das Adelsgeschlecht der Mautner thematisiertim dritten Teil Anna Eßbaum, Bierbrauerswitwe und Stifterin und im vierten Teil Therese Voraus, Besitzerin des Herzogsbades. Zuletzt wurde die Geschichte von Herzogin Hedwig, Braut der Landshuter Hochzeit, präsentiert.

Kunigunde von Luxemburg - Kaiserin und Heilige

Kunigunde wurde als sechstes Kind des Grafenpaares Siegfried I. und Hadwig von Lützelburg (Luxemburg) geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Erst um das Jahr 1000 tritt sie durch die Heirat mit Herzog Heinrich III. von Bayern ins Licht der Geschichte. 1002 wurde der bayerische Herzog zum deutschen König Heinrich II. gewählt und zusammen mit Kunigunde im Dom zu Paderborn gesalbt und gekrönt. Während der gesamten Herrschaft ihres Gatten hatte Kunigunde bedeutenden Anteil an den Regierungsgeschäften. Dies zeigte sich auch äußerlich in der gemeinsamen Kaiserkrönung des Herrscherpaares durch Papst Benedikt VIII. 1014 in Rom.

1024 starb Heinrich II. In zwei Schenkungsurkunden an den Salzburger Erzbischof und den Freisinger Bischof von 1025 verteilte Kunigunde ihr Witwengut im südlichen Bayern. Der Rechtsinhalt sah ein Tauschgeschäft vor. Kunigunde schenkte dem Erzbischof Gunther von Salzburg den Königshof (Alt)Ötting, Burghausen und vier große Waldgebiete am Inn. Als Gegenleistung sollte sie fünf Höfe erhalten. Der amtierende Kaiser Konrad II. genehmigte die Durchführung dieses Vertrages nicht. Falls das Tauschgeschäft vollzogen worden wäre, wäre Burghausen eine salzburgische Stadt geworden. So blieb Burghausen bayerisch.

1025 trat Kunigunde als einfache Nonne in das von ihr gegründete Benediktinerinnenkloster Kaufungen ein, wo sie 1033 verstarb. Nach der Heiligsprechung Heinrichs II. 1146 wurde auch Kunigunde 1200 aufgrund ihrer tiefen Frömmigkeit heilig gesprochen. Ihre sterblichen Überreste ruhen neben denen ihres Gatten im Dom zu Bamberg. Das Bistum Bamberg hatten Heinrich und Kunigunde 1007 gegründet.

Auch viele interessante Persönlichkeiten aus Rosenheim und Mühldorf

Angefangen hat unsere Serie mit Rosenheim. Auch dort spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, nicht mehr kennen, startete rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim vor kurzem eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet, im zehnten Teil war dies Marie Faber. Auch zu berühmten Mühldorfern Persönlichkeiten gibt es inzwischen eine Artikel-Serie. Im ersten Teil wurde Peter Ostermayr, Produzent und Filmregisseur, vorgestellt.

jz/Stadtarchiv Burghausen

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