79-Jähriger muss hartes Urteil hinnehmen

Tödliche Stiche gegen Nachbarn in Mühldorf - Gericht urteilt: Mord

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Foto vom Notarzteinsatz am 5. Oktober 2019 in Mühldorf. Ein 68-Jähriger wurde dort in einem Mehrfamilienhaus erstochen. Nun wurde er des Mordes für schuldig befunden. 

Mühldorf/Traunstein - Im Mordprozess gegen einen 79-jährigen Mühldorfer ist am Freitag das Urteil gefallen. Der 79-jährige Angeklagte aus Mühldorf ist schuldig des Mordes und muss lebenslang ins Gefängnis

Update, 12.53 Uhr - Gericht urteilt: Mord

Das Urteil ist gesprochen: Der 79-jährige Angeklagte aus Mühldorf ist schuldig des Mordes und muss lebenslang ins Gefängnis. Am 5. Oktober 2019 rammte er in der Waschküche im Keller eines Mehrfamilienhauses dem Opfer zweimal ein Messer in den Körper. Der erste Stich erfolgte hinterrücks und völlig unvermittelt – für das Gericht Heimtücke. Der 68-Jährige verstarb wenig später im Krankenhaus.


Der Mann nimmt das Urteil gefasst hin. “Möglicherweise ging es im Streit um die Konkurrenz, wer das Sagen im Haus hat”, so der vorsitzende Richter Erich Fuchs. Der Streit entzündete sich an Kleinigkeiten, auch eine körperliche Auseinandersetzung einige Wochen vor der Tat folgte. “Er wollte Rache dafür nehmen”, so Fuchs. Nach den tödlichen Stichen ging der 79-Jährige “seelenruhig in seine Wohnung”, so der Richter, und rief die Polizei.

Update, 11.35 Uhr - Plädoyers gehalten: Lebenslange Haftstrafe für 79-jährigen Mühldorfer?

Es kann nur Mord gewesen sein, darin sind sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung einig. Im Fall der tödlichen Messerattacke im Keller eines Mühldorfer Mehrfamilienhauses am 5. Oktober 2019 wurden jetzt vor dem Traunsteiner Landgericht die Plädoyers gehalten. Die Aussichten für den 79-jährigen Angeklagten sind alles andere als rosig.


Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das würde bedeuten, dass der Angeklagte frühestens nach 15 Jahren das Gefängnis wieder verlassen könnte. Die Forderung des Verteidigers Axel Reiter liegt mit 13 Jahren nur verhältnismäßig knapp darunter. Wegen der schweren Erkrankung seines Mandanten müssen man von einer lebenslangen Freiheitsstrafe Abstriche machen.

Der Streit zwischen den beiden Männern begann mit “Belanglosigkeiten”, wie es die Staatsanwaltschaft zusammenfasste: mal ging es um einen geparkten Anhänger im Hof des Mehrfamilienhauses, mal um den Stellplatz einer Waschmaschine im Keller. An ebenjenem Ort sollte das 68-jährige Opfer schließlich auch erstochen werden. “Es war ein verdeckter Angriff von hinten. Das Opfer hatte keine Chance zu entkommen”, so die Staatsanwaltschaft im Plädoyer.

Mein Mandant war in einer Ausnahmesituation. Die Tat war situationsbedingt und spontan”, meinte Anwalt Reiter. Einige Wochen vor der Tat habe es schon einmal eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Nachbarn gegeben, bei der der 79-Jährige verletzt wurde. “Er fühlte sich dadurch gedemütigt und wollte Rache”, so der Staatsanwalt. In seinen Augen war die Tat geplant, für den Anwalt dagegen nicht: “Das hat sich spontan entladen.”

Gegen Mittag wird das Landgericht ein Urteil fällen.

Vorbericht:

"Dass ein Mensch gestorben ist, hat ihn völlig kalt gelassen", berichtete ein Polizist am ersten Prozesstag, als er den Angeklagten nach der Tat in einem Mühldorfer Mehrfamilienhaus antraf. Am 5. Oktober 2019 soll der 79-Jährige einen Nachbarn mit zwei Messerstichen ermordet haben. "Blutüberströmt, bewusstlos und nicht mehr ansprechbar" hätte die Polizei den 68-Jährigen im Keller des Hauses aufgefunden. Er verstarb wenig später im Krankenhaus. 

Der Prozess wird am Freitag, 26. Juni ab 8.30 Uhr am Traunsteiner Landgericht fortgesetzt. Was war der Grund für den Streit, der schließlich tödlich endete? Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht bereits gestanden. Er sprach von Rache. Einige Wochen vor der Tat habe es schon einmal eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben. Dann zankten sie sich wegen des Stellplatzes einer Waschmaschine im Keller oder wegen eines Anhängers im Hof des Mehrfamilienhauses. Das bestätigten auch weitere Nachbarn als Zeugen vor Gericht. 

Angeklagt ist der 79-Jährige wegen Mordes.

Er soll die Tat laut Staatsanwaltschaft geplant und deshalb eigens ein Messer im Keller deponiert haben.

Die Anklage geht von Heimtücke aus, weil der erste Stich hinterrücks erfolgt sein solle. Erwartet werden am Freitag die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie das Urteil des Gerichts unter Vorsitz von Erich Fuchs.

innsalzach24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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