Mühldorfer (79) soll Nachbarn ermordet haben

Polizist: "Dass ein Mensch gestorben ist, hat ihn völlig kalt gelassen"

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Im Keller dieses Mehrfamilienhauses in Mühldorf wurde im Oktober 2019 ein 68-Jähriger erstochen. Ein 79-jähriger Nachbar steht nun wegen Mordverdachts vor dem Landgericht in Traunstein. 

Mühldorf/Traunstein - War es ein heimtückischer Mord unter Nachbarn? Ein 79-jähriger Mühldorfer steht heute vor Gericht, weil er seinen Nachbarn im Keller mit einem Messer erstochen haben soll. 

Update, 13.30 Uhr - "Dass ein Mensch gestorben ist, hat ihn völlig kalt gelassen"

Nun werden Zeugen vernommen, die am 5. Oktober 2019 in dem Mühldorfer Mehrfamilienhaus am Tatort waren. Einerseits Polizisten, andererseits zwei Nachbarn. Der Angeklagte rief kurz nach der Tat selbst die Polizei. Als die Beamten eintrafen, waren sie über das Verhalten des heute 79-Jährigen erstaunt: "Er machte keinen verwirrten Eindruck, wirkte sehr gleichgültig", berichtet ein Polizist vom Tatort.


"Dass ein Mensch gestorben ist, hat ihn völlig kalt gelassen", sagt ein weiterer Polizist aus. Der Angeklagte habe ihm klar gesagt, dass er das Messer im Keller versteckt hatte, um den Nachbarn zu töten - die Aussage ist für das Gericht wichtig, weil dadurch Mordabsichten des Angeklagten deutlich werden könnten. Der 79-Jährige habe vor Ort außerdem gesagt, die Tat sei "Rache wegen dem letzten Mal". Die Folgen seien ihm "egal". Ende August gab es, ebenfalls im Waschraum im Keller des Hauses, bereits eine erste körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden.

Das 68-jährige Opfer habe man "blutüberströmt, bewusstlos und nicht mehr ansprechbar" im Keller aufgefunden, so ein Polizist im Zeugenstand. Außerdem wurden zwei Nachbarn als Zeugen vernommen. Sie hörten die Hilfe-Rufe aus dem Keller bis in ihre Wohnung. Unten angekommen kam ihnen der Angeklagte entgegen. "Ich habe ihn erstochen", habe er gesagt. Auch die Nachbarn berichten von Lappalien, an denen sich der Streit zwischen Angeklagtem und Opfer in den Wochen zuvor entzündet haben soll: Der Stellplatz einer Waschmaschine im Keller oder ein geparkter Anhänger im Hof des Mehrfamilienhauses.


Wegen dieser Kleinigkeiten musste letztendlich ein Mensch sein Leben lassen. Ein Urteil wird am heutigen Dienstag nicht mehr fallen. Der Prozess wird am Freitag um 9 Uhr fortgesetzt.

Update, 10.43 Uhr - Angeklagter äußert sich: "Dann hab' ich zugestochen"

Was war der Grund für den mutmaßlich heimtückischen Messermord in Mühldorf? Der 79-jährige Angeklagte äußert sich jetzt vor Gericht zu den Hintergründen. Schon am 28. August 2019 hatte es mit dem Nachbar schon einen Streit um den Standplatz einer Waschmaschine gegeben. "Ich habe ihn beleidigt, dann hat er mich halbtot geschlagen. Mit der Faust, mit Fußtritten, mit einem Besen", so der Angeklagte. Wochenlang hätte er danach von einem Arzt behandelt werden müssen.

"Ich konnte nächtelang nicht schlafen und hab mir überlegt, was ich machen könnte", so der Angeklagte. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Erich Fuchs ist von "Rache" die Rede. Die tödliche Messerattacke, die ihm hier vorgeworfen wird, räumt er ein. "Ich hab' zufällig gesehen, dass er wieder in der Waschküche war. Dann hab' ich zugestochen. Er konnte mich nicht sehen, drum bin ich von hinten an ihn hin." Er bestätigt auch, dass er nach der Auseinandersetzung in seine Wohnung ging und dort die Polizei informierte.

Der 79-Jährige kam in der Sowjetunion zur Welt, ist Großvater und hat vier Enkelkinder. In der Gerichtsverhandlung wurde jetzt auch bekannt, dass er in Untersuchungshaft in der JVA Landshut zwischenzeitlich in einen Hungerstreik tr at. Außerdem bestand Gefahr, dass er sich dort das Leben nehmen wollte.

Update, 9.57 Uhr - Anklage wegen Mordes verlesen

Ein alter, hagerer Mann mit Glatze und Hörgerät hat auf der Anklagebank des Traunsteiner Landgerichts Platz genommen. Der 79-Jährige soll am 5. Oktober 2019 einen Nachbarn ermordet haben. Der Prozess gegen den Mühldorfer Senior am Landgericht ist nun eröffnet. Sein Nachbar ging wohl nur in den Keller zu seiner Waschmaschine, dann näherte sich der Angeklagte von hinten und stach zu, so die Staatsanwaltschaft.

Ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser soll es gewesen sein, das der Mann extra im Keller lagerte. "Damit wollte er seinen Nachbarn zu einem späteren Zeitpunkt töten", so Staatsanwalt Markus Andrä. Am 5. Oktober 2019 gegen 11.45 Uhr war es dann wohl soweit: Ein Stich in den Rücken in die Lendenregion, wie aus dem Nichts. Als sich der Nachbar umdrehte ein zweiter Stich tief in die Leber.

Laut Staatsanwaltschaft folgte eine kurze Auseinandersetzung, bei der sich auch der Angeklagte verletzte. Er sei dann in seine Wohnung gegangen um sich zu verbinden. Außerdem rief er die Polizei. Der Geschädigte soll derweil stark blutend in der Waschküche gelegen sein und um Hilfe geschrien haben. Bis die Rettungskräfte kamen verlor der 68-Jährige das Bewusstsein. Rund zweieinhalb Stunden nach den Messerstichen verstarb der Mann im Mühldorfer Krankenhaus.

"Er wird beschuldigt, einen Menschen getötet zu haben, wobei er heimtückisch handelte", so Staatsanwalt Andrä. Angeklagt ist der 79-Jährige wegen nichts weniger als Mord. Wie erklärt der Angeklagte die Tat? Ist er geständig?

Vorbericht

Zu einer tödlichen Auseinandersetzung kam es am 5. Oktober 2019 in einem Mehrfamilienhaus in Mühldorf. Ein 68-Jähriger wurde dort im Keller erstochen. Das Opfer verstarb im Krankenhaus. Nun steht der mutmaßliche Täter vor dem Traunsteiner Landgericht: ein 79-jähriger Nachbar. Laut Staatsanwaltschaft rammte er ihm von hinten ein Messer in den Rücken, als sich der 68-Jährige daraufhin umdrehte, soll es einen zweiten Stich gesetzt haben. Kurz nach der Attacke rief der mutmaßliche Täter selbst die Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Der 79-Jährige ist wegen Mordes angeklagt, er soll heimtückisch gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass es einige Wochen vor der Tat schon einmal eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden gab. Daraufhin habe der Angeklagte jenes Messer im Keller versteckt, mit dem er am 5. Oktober 2019 zugestochen haben soll. Wollte der 79-Jährige sich also rächen und plante die Tat?

Die Verhandlung in Traunstein beginnt um 8.30 Uhr. innsalzach24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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