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Tierdrama an der Benediktenwand bei Jachenau

Schreckliche Szenen und ein schlimmer Verdacht: Warum stürzten die Kühe in den Tod?

Kühe Alm Archivbild
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Kühe auf der Alm (Archivbild).

Jachenau – Dieser tragische Vorfall sorgt inzwischen weit über den Isarwinkel hinaus für Schlagzeilen. Unterhalb der Benediktenwand in der Gemeinde Jachenau (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) sind neun Kühe abgestürzt. Sechs davon sind grausam verendet. Was ist passiert?

Fest steht bislang nur, dass die Herde, die aus neun Tieren bestand, bereits am vergangenen Mittwoch (22. Juni) in Panik geraten war und dann im Bereich der Wand abgestürzt ist. Sechs Rinder starben, nur drei überlebten, zum Teil schwerst verletzt. Helfer schilderten die schrecklichen Szenen dem Tölzer Kurier. Fünf Kühe hätten sie auf unwegsamen Gelände, rund 200 Meter unterhalb der Absturzstelle, entdeckt. Vier seien bereits tot gewesen, eine weitere Kuh hätte aufgrund von schweren Verletzungen – unter anderem offene Knochenbrüche – an Ort und Stelle sofort getötet werden müssen. Drei weitere Tiere wurden an einer anderen Stelle gefunden – verletzt, aber immerhin hätten sie noch laufen und ins Tal hinuntergeführt werden können. Dort wurden sie von einem Tierarzt versorgt. Die neunte Kuh wurde zunächst vermisst und konnte einen Tag später ebenfalls nur noch tot geborgen werden. Ein Helfer sagte der Zeitung: „Diesen Anblick hätte ich mir lieber erspart!“

Doch warum reagierten die Tiere derart panisch, dass sie einen Elektrozaun auf einer Länge von 80 Metern niederrissen und dann in den Tod stürzten? Diese Frage kann bis dato niemand zufriedenstellend beantworten. Es gibt deswegen derzeit viele Spekulationen und Gerüchte. Das zuständige Landratsamt sprach von einer „größeren Panikreaktion aufgrund irgendeines äußeren Reizes“. Ein Wolfsriss soll es jedoch offenbar nicht gewesen sein. Das zuständige Veterinäramt stellt diesbezüglich klar, dass „keine Fraßspuren vorhanden“ gewesen seien. Außerdem sei „kein Beutekreis eines Wolfes in der Nähe der Absturzstelle bekannt“, so das Landratsamt weiter.

Anderer schrecklicher Verdacht drängt sich auf

So drängt sich ein anderer schlimmer Verdacht auf: Hat möglicherweise ein tieffliegender Hubschrauber die Tiere derart erschreckt und aufgescheucht, dass sie in den Tod stürzten? Diese These erscheint nicht unwahrscheinlich, zumal in diesem Gebiet wegen des G7-Gipfels auf Schloss Elmau (26. bis 28. Juni) bereits im Vorfeld viele Hubschrauber unterwegs waren. Geräusche aus der Luft können Rinder sehr wohl erschrecken, da die Tiere eine andere Hörschwelle als Menschen haben. Die Schwelle, also die untere Grenze der Wahrnehmung, liegt höher als beim Menschen. Die Kühe können somit tiefe Töne, wie zum Beispiel die lauten Rotoren eines Hubschraubers, erst deutlich später als Menschen identifizieren.

Anfang Juni hatte es auch in der OVB24-Region ein ähnlich gelagertes Tierdrama gegeben: An der Zellerwand bei Schleching (Landkreis Traunstein) stürzte ein Herde aus Jungkühen eine steile Felswand hinab. Anschließend keimte rasch der Verdacht auf, dass ein Wolf die Kühe zum Sprung über die Felswand – und damit in den Tod – veranlasst haben könnte. Insgesamt neun Tiere starben. Dabei sei „ein ganzer Jahrgang ausgelöscht“ worden, sagte der Landwirt, dem die Tiere gehörten, und forderte die Politik zum Handeln auf. Auch darüber hatte chiemgau24.de bereits berichtet.

mw

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