Irrer Zoff um Holzkirchener Kuhglocken

"Hört sich an wie eine Geschichte aus dem Königlich Bayerischen Amtsgericht"

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Kuhglocken-Streit in Holzkirchen
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Holzkirchen/München - Ein Ehepaar im oberbayerischen Holzkirchen fühlt sich von den Glocken der Kühe auf einer angrenzenden Weide gestört und will gerichtlich eine Ende des Gebimmels erreichen. Vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) ging der Streit nun in weitere Runde. So denken unsere Leser darüber:

Ein Ehepaar hatte sich im Jahr 2011 ein Häuschen in idyllischer Lage in der Gemeinde Holzkirchen gekauft und ist dort eingezogen. Jedoch haben kurz darauf zahlreiche Kühe auf der Wiese nebenan ihre neue Weide gefunden - traditionell mit Kuhglocken geschmückt.

Dadurch hat sich das Ehepaar dazu gezwungen gesehen, die Kühe quasi von der Wiese weg zu klagen. Das Verfahren hat im September 2015 mit einem Vergleich geendet. Doch das Ehepaar startete einen neuen Versuch, denn nicht nur das Gebimmel der Kuhglocken, sondern auch den Gestank beim Düngen mit Gülle und die dadurch anschwirrenden Insekten wollen sie nicht mehr dulden. Sie klagten auch gegen die Gemeinde, die das Gelände als Ersatz für eine frühere Fläche zur Verfügung stellt.

Das von den Glocken gestörte Nachbarehepaar und Vertreter der Gemeinde hatten am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München (OLG) um eine Lösung gerungen. Es wurden Überlegungen angestellt einen Ortstermin zu vereinbaren, um die Sache selbst in "Augen- und Ohrenschein", wie es der Vorsitzende Richter beschrieb, nehmen zu können.

So denken unsere Leser über die Sache

Wie auch vor Gericht, gehen auch bei unseren Lessern die Meinungen zum irren Kuhglockenstreit auseinander. Es geht vor allem darum, ob die Eheleute sich mit Traditionen arrangieren müssen. 

Der Kommentator KLM hat dazu eine klare Meinung: "Das Verhalten der Kläger verdeutlicht einmal mehr, warum Städter in der Stadt bleiben sollten und Weithergereiste dort wo sie hergekommen sind. Aber jeder will in die schöne bayerische Voralpengegend ziehen und die Begleiterscheinungen werden dann halt einfach wegprozessiert. Advocard machts möglich! Die Leute haben zwar eine Menge Geld und zahlen offensichtlich jeden Preis für Immobilien aber die Fähigkeit sich in die Gesellschaft einzufügen oder gar einzubringen, kann man halt auch nicht mit noch so viel Geld kaufen."

Er gibt aber auch Leser, die in Frage stellen, ob es die Kuhglocken an dieser Stelle oder überhaupt braucht. So schreibt Stanzei beispielsweise: "Keinesfalls will ich Partei ergreifen für den Kläger, so mancher Zugezogene macht echt Probleme mit Tradition und bäuerlichem Leben. Aber vielleicht müsste man selbst mal in diesem Haus des Klägers wohnen um es beurteilen zu können. Viele hier berufen sich auf Traditionen und bäuerlicher Notwendigkeit. Muss es aber sein das auf der Weide im Ort jede Kuh eine Glocke umhängen hat. Die Glocken haben ihren Ursprung, um auf abgelegenen Almweide verlorengegangene Kühe wieder zu finden, aber nicht auf den Weiden im Ort. Abgesehen davon frage ich mich schon seit langem ob das Gebimmel direkt unterhalb den Ohren für die Kühe selbst keine Belästigung ist."

bobby 1234 ist da ähnlicher Meinung: "Ich bin Bayer und auf dem Land mit Tradition aufgewachsen. Bauern haben wir viele in der Nachbarschaft gehabt, aber die Wiesen waren alle eingezäunt und die Kühe hatten KEINE Glocken. Trotzdem habe die Bauern die Kühe abends zum melken gefunden. Die warteten nämlich schon am Gatter. Meines Wissens ist die betreffende Wiese eingezäunt. Glocken überflüssig. Gegen Fliegen kann man natürlich nichts machen, die sind, wo Kühe sind. Hier sind zwei Streithammel am Werk und da ist die Bäuerin schon mit gemeint. Da kann sie sich nicht auf Tradition berufen, denn Glocken sind nur im nichtgesicherten Gelände üblich und nicht in Ortsnähe."

"Realsatire at it's best

Andere können über den Streit nur schmunzeln: "Realsatire at it's best", schreibt Vul Kuolun oder Joe Granzt meint: "Hört sich an wie eine Geschichte aus dem Königlich Bayerischen Amtsgericht."

Quelle: rosenheim24.de

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