300 Euro im Monat

Weil Gewalt gegen Polizisten steigt: Gewerkschaft fordert höhere Sicherheitszulage

Immer größere Gewalt schlägt den Polizeibeamten auf der Straße entgegen. Die Gewerkschaft prangert das an - und fordert nun zumindest mehr Geld für das gestiegene Risiko.

München – Mit dem Slogan „Morgens engagiert und abends invalid?“ will die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Landesbezirk Bayern derzeit auf ein Problem aufmerksam machen: Gewalt gegen Polizeibedienstete.

Sie wollen „das Risiko gerechter honorieren“ und Beamten mehr Geld auszahlen. Die GdP Bayern fordert deshalb eine Polizei- und Sicherheitszulage von 300 Euro im Monat – und zwar sofort.

Statistik: Gewalt gegen Polizisten steigt

Die Zahlen geben der Gewerkschaft zumindest recht. Vor etwa einem Jahr veröffentlichte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein Lagebild: Insgesamt gab es laut Innenministerium 7422 Fälle von verbaler und physischer Gewalt gegen Polizisten - allein in Bayern im Jahr 2016. Das waren 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Von diesen Angriffen waren 16.450 Polizisten betroffen (+10,2 Prozent als 2015), davon wurden 2386 Beamte verletzt (+16,3 Prozent).

Die GdP nimmt an, dass die Zahlen 2017 weiter gestiegen sind und steigen: „Gewalt gegen Polizisten erreicht leider immer neue Rekorde, die Herausforderungen nehmen kontinuierlich zu“, erklären sie in einer Pressemitteilung. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Polizeibeamter aus Geretsried brutal mit einem Masskrug attackiert. Wir berichteten auf Merkur.de*.

Die Gewerkschaft der Polizisten hat zumindest eine Sofortlösung für das Problem: Sie will mehr Geld für jeden Beamten. Das Risiko soll „gerechter honoriert“ werden. 

10 Euro am Tag für Polizisten wegen „besonderer Belastungen“

Bayerische Polizisten erhalten laut Gewerkschaft aktuell eine Polizeizulage von rund 152 Euro im Monat. Zumindest nach einer Dienstzeit von zwei Jahren. Das sind umgerechnet knapp 5 Euro am Tag. „Besondere Belastungen verdienen eine bessere Honorierung“, erklären die Gewerkschafter. Deshalb fordern sie die Polizei- und Sicherheitszulage von 300 Euro im Monat. Ergo rund 10 Euro am Tag.

Ein Bürger wollte die Polizei dazu bringen, endlich die Wahrheit über Gewalttaten auszusprechen. Doch die schaut anders aus, als er annahm.

*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Rene Ruprecht

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