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Durch Corona ausgebremst - Freilassinger Band wagt etwas, womit niemand rechnet

Freilassinger Band Acoustic Black dreht Video zur Single „Mr. Lan“
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Stefan Reiter, Franz Haas und Jakob Hauk (v.l.) von Acoustic Black haben für das Video zu „Mr. Lan“ ihr schauspielerisches Talent ausgegraben.

Freilassing - Vor fast genau einem Jahr hat die Freilassinger Band Acoustic Black ihr erstes eigenes Album herausgebracht. Im Frühjahr wurde ihr Durchbruch von Corona massiv ausgebremst. Jetzt wollen die drei Musiker aber wieder durchstarten.

Mit „In a different light“ hat für die Freilassinger Band „Acoustic Black“ Ende vergangenen Jahres eigentlich eine neue Ära begonnen. „Wir haben uns richtig reingehängt und waren richtig gut unterwegs“, freut sich Gitarrist Franz Haas immer noch. „Und dann zieht dir jemand den Stecker“, drückt er es drastisch aus.


Corona-Lockdown „lähmt“ Musiker von Acoustic Black

Aber tatsächlich muss es sich für Franz Haas, Stefan Reiter und Jakob Hauk so angefüllt haben, als die Regierung den Corona-Lockdown verhängte. Alle drei Musiker leben in anderen Haushalten, ein Treffen war Monate lang nicht möglich. Die gemeinsame Leidenschaft auf Eis gelegt.


„Dieser Zustand hat mich gelähmt“, gibt Franz Haas zu. Denn trotz Corona hätte er zuhause Songs schreiben können. „Aber wofür?“ Auftritte sind bis heute nicht möglich. „Für die größeren Veranstaltungsorte rentiert sich ein Konzert mit wenigen Gästen nicht und die kleineren Veranstaltungsorte wie Pubs dürfen zu wenig Leute reinlassen, dass es irgendwie rentabel wäre“, versucht Haas das Problem auf den Punkt zu bringen.

Wegen Corona: statt Musik, „Acoustic Black“-Telefonkonferenzen

Trotzdem haben die drei Musiker von Acoustik Black statt Proben eine wöchentliche Telefonkonferenz anberaumt. „Wir haben uns einfach ausgetauscht. Darüber, was zu erledigen ist und wie es weitergehen kann. Damit unsere Band nicht auseinanderbricht.“ Denn diese Beobachtung macht Franz Haas schon, dass kleinere Bands ohne die Möglichkeit zu proben oder aufzutreten, sich einfach auflösen.

„Mr. Lan“ ist die erste Single aus dem Album „In a different light“ von Acoustic Black.

Aber nicht Acoustic Black. Zusammen mit ihrem Label Hicktown Records haben sie überlegt, was sie machen können. „Du musst schauen, dass du Aufsehen erregst und interessant bleibst“, wissen auch die drei Musiker. Derzeit können sie nur Bilder sprechen lassen, aber das genau machen sie mit ihrem Video zu ihrem Song „Mr. Lan“. Der ist am Freitag, 16. Oktober, als Single erschienen, genauso wie das Video.

Single „Mr. Lan“ von Acoustic Black mit klarer Botschaft

„Mr. Lan ist unser wohl humoristischtes Stück auf dem Album, mit einer gehörigen Portion Selbstironie“, muss Franz Haas lachen. Viele Jugendlichen können sich gar nicht mehr vorstellen, dass man sich für gemeinsame Computerspiel-Partys bei einem zuhause getroffen hat. Jeder hat seinen Computer (wohl gemerkt PC und nicht Laptop) mitgebracht und sobald diese mit LAN-Kabeln verbunden waren, konnte es losgehen.

„Alle kamen in Jogginghosen, es gab Unmengen Chips und man war unter sich“, erinnert sich der Gitarrist. „Das ist ein Ritual aus unserer Jugend, das verbindet uns.“ Die Botschaft, die Acoustic Black mit ihrem Song verbreiten wollen ist dabei auch klar: „Be yourself, never change for everyone“ - „Bleib Du selbst, egal was Andere von Dir denken“.

Video zu „Mr. Lan“ verlangt „Acoustic Black“ alles ab

„Für das Video haben wir uns zum Horst gemacht. Wir hatten echt Spaß dabei“, lässt Franz Haas tief blicken und schickt hinterher: „Wir machen etwas, womit niemand rechnet.“ Denn nach dem Einstiegsvideo mit viel Landschaft und Panorama spielt sich jetzt alles in einer kleinen Garage ab. „Das hat uns schauspielerisch alles abverlangt.“

Auch die Corona-Krise verlangt den leidenschaftlichen Musikern immer noch viel ab. An Auftritte ist nach wie vor nicht zu denken, obwohl die für alle Bands, egal wie bekannt, neben Merchandise mittlerweile die Haupt-Einnahmequellen sind. „Allein vom CD-Verkauf kann keiner mehr leben“, erklärt Haas. Er und seine beiden Mitstreiter geben die Hoffnung nicht auf, bald wieder auf einer Bühne zu stehen. Aber bis dahin könnte es noch ein langer Weg sein.

cz

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