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Gedenkstätte für verurteilten Kriegsverbrecher

Nutzungsrecht für Jodl-Grab läuft Donnerstag ab - wie geht's weiter?

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Die Gedenkstätte im gemeindlichen Friedhof auf der Fraueninsel, die an Alfred Jodl (1890-1946) erinnert, war in der Vergangenheit Ziel von Aktionen des Künstlers Wolfram Kastner aus München
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Chiemsee - Kommt der umstrittene Gedenkstein weg, der auf dem gemeindlichen Friedhof auf der Fraueninsel an den verurteilten Kriegsverbrecher Alfred Jodl erinnert? Die Weichen dafür stellt nun der Gemeinderat Chiemsee:

Seit Jahren ist der auf dem Friedhof der Fraueninsel stehende Gedenkstein nun bereits umstritten. Sogar bis vor das Gericht hat es das Grabmahl bereits gebracht. In der Vergangenheit hatte der Künstler Wolfram Kastner mit verschiedenen Aktionen das Grab des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Alfred Jodl auf der Fraueninsel am Chiemsee verändert, beschmiert und beschädigt. Nach einem Prozess im Jahr 2017 vor dem Rosenheimer Amtsgericht musste er sich auch vor dem Münchner Amtsgericht wegen seiner Aktionen verantworten. Dieser Prozess wurde allerdings unterbrochen; auch eine gütliche Einigung gab es nicht. 

Gemeinderat entscheidet im Februar

Doch nun fällt in die andauernden Streitigkeiten eine Zäsur: Wie die Chiemgau-Zeitung berichtet, endet am Donnerstag das Nutzungsrecht für das Familiengrab Jodl. Der Inhaber des Nutzungsrechts soll nach einer Verlängerung dieses Nutzungsrechts anstreben - ein entsprechender Antrag läge dem Gemeinderat vor. In seiner jüngsten Sitzung habe dieser jedoch noch keine Entscheidung getroffen, sondern weitere Unterlagen angefordert. Laut der Zeitung soll eine Entscheidung dann in der nächsten Sitzung (Februar) stattfinden. 

Jodl im Jahr 1946 in Nürnberg als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt

Alfred Josef Ferdinand Jodl war ein deutscher Heeresoffizier (ab 1944 Generaloberst) und während des Zweiten Weltkrieges als Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht an führender Stelle an der Planung der deutschen Militäroperationen beteiligt.

Jodl gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und mit neun weiteren Verurteilten am 16. Oktober 1946 in Nürnberg hingerichtet. Seine Asche wurde in die Münchner Isar gelegt, demnach befinden sich auf der Fraueninsel keine sterblichen Überreste von Jodl. 

Deutsche Richter rehabilitierten Jodl posthum 1953. Deren Urteil widerrief dann noch im selben Jahr der bayerische „Minister für politische Befreiung“ auf Druck der Alliierten. Neben seinem Namen stehen auch die seiner beiden Ehefrauen. So erinnert die Gedenkstätte auch an Irma Jodl (1885-1944), geborene Gräfin von Bullion, und an Luise Jodl (1905-1998), geborene von Benda.

mh

Quelle: chiemgau24.de

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