Vier junge Familien mussten deswegen ausziehen

Skandal in Erding: Regierung steckt Sexualstraftäter in Asylheim

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Erding - In Oberding herrscht bei Politikern und Asylhelfern totales Entsetzen über diese Entscheidung der Regierung von Oberbayern: Vier junge Familien mussten aus einer örtlichen Asylbewerberunterkunft ausziehen, weil dort jetzt ein Sexualstraftäter aus dem Senegal nach seiner Haftentlassung untergebracht werden soll.

Der Auszug der Familien ging am Mittwoch bereits über die Bühne, wie unser Partnerportal tz.de berichtet. Dagegen setzt sich das Landratsamt Erding nun zur Wehr und forderte von der Regierung, dass diese "falsche Entscheidung unmittelbar revidiert" werde. Auch aus dem Helferkreis regt sich Widerstand. Die Betreuung eines Intensivstraftäters sei den Ehrenamtlichen keinesfalls zuzumuten, hieß es dort. Der Mann aus dem Senegal hatte nach nicht näher genannten Sexualstraftaten zuletzt mehrere Jahre im Gefängnis gesessen.

Die Regierung von Oberbayern verteidigte sich. Regierungssprecher Martin Nell sagte, dass der Straftäter in einem Asylheim untergebracht werden müsse, auch wenn er abgeschoben werden soll. Es sei rechtlich nicht möglich, Asylbewerber zuvor auf unbestimmte Zeit in Haft zu nehmen. Laut tz.de weigert sich der Senegal, seinen Bürger nach der Abschiebung wieder aufzunehmen.

"Die beteiligten Behörden haben alle in Betracht kommenden Unterkünfte sorgfältig geprüft“, so Nell weiter. "Sie kamen zum Schluss, dass die Gemeinschaftsunterkunft Oberding noch am ehesten die von der Justiz geforderten Eigenschaften aufweist." Deswegen hätten nun die Familien verlegt werden müssen. Derzeit residieren noch 90 alleinstehende Männer in den vier Containern. 

Wann der Ex-Häftling nach Obererding kommt, ist derzeit noch unklar. Es gelten für ihn dann aber strenge Vorschriften: Er steht unter Führungsaufsicht, bekommt auch eine Fußfessel und darf die Unterkunft in der Nacht nicht verlassen. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr auf ihn aufpassen.

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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