News-Ticker zur Corona-Pandemie

Karlsruher Verfassungsrichter erlauben Gottesdienste im Einzelfall

Landkreis/München - Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region, Bayern und Europa weiter fest im Griff und sorgt für zahlreiche Einschränkungen. Weiterhin gilt eine von der bayerischen Staatsregierung verhängte Ausgangsbeschränkung. Die Entwicklungen am Mittwoch, 29. April, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2.461, Landkreis Traunstein 1.147, Landkreis Berchtesgadener Land 281, Landkreis Mühldorf 481, Landkreis Altötting 582
  • Mindestens 6.069 Todesopfer in Deutschland (1.780 in Bayern)
  • Bereits Todesfälle in Kreisen Traunstein, Rosenheim, Altötting, Mühldorf und Berchtesgadener Land
  • Ausgangsbeschränkung in Bayern (verlängert bis vorerst 10. Mai)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
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Hinweis der Redaktion: Bei den Zahlen in der Grafik handelt es sich um die bestätigten Fälle aus den Landratsämtern der Region. Wieder gesundete Personen werden aus den Zahlen nicht herausgerechnet. Fehlende Zahlen werden sofort nachgereicht, wenn sie vom jeweiligen Landratsamt übermittelt werden. Es kann auch sein, dass ein Landratsamt an einem Tag keine neuen Zahlen veröffentlicht. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Update, 21.34 Uhr - Einschränkungen im Nationalpark Berchtesgaden werden verlängert

Aufgrund der aktuellen Situation sind weiterhin alle öffentlichen Veranstaltungen sowie alle Führungen und Kindergruppenstunden des Nationalparks Berchtesgaden bis mindestens 10. Mai 2020 abgesagt. Außerdem bleiben im gleichen Zeitraum das Nationalparkzentrum "Haus der Berge" sowie alle Nationalpark-Infostellen geschlossen. Die Nationalparkverwaltung ist für den Publikumsverkehr geschlossen, bitte kontaktieren Sie Ihre direkten Ansprechpartner telefonisch oder per E-Mail. Für Rückfragen steht die Nationalparkverwaltung telefonisch unter +49 8652 9686-0 zur Verfügung. 

http://www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de

Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

Update, 20.18 Uhr - Bundesverfassungsgericht erlaubt Gottesdienste im Einzelfall

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat das pauschale Verbot von Gottesdiensten kassiert. Das Gericht entschied am Abend, dass - unter entsprechenden Schutzmaßnahmen - Ausnahmen möglich sein sollen. 

Es sei nicht vertretbar, dass keine Ausnahmen bei der Ausübung der Glaubensfreiheit möglich seien. Diese Ausnahmen müssen allerdings "gut begründet" sein, so die Verfassungsrichter. Eine islamische Glaubensgemeinschaft aus Niedersachsen hatte den Eilantrag gestellt. Hintergrund ist der muslimische Fastenmonat Ramadan.

Update, 18.26 Uhr - Entschädigungen für Verdienstausfall wegen Kinderbetreuung können ab sofort beantragt werden

Die Entschädigungszahlungen für Eltern, die wegen persönlicher Kinderbetreuung aufgrund von Schließungen von Kindertageseinrichtungen und Schulen nach dem Infektionsschutzgesetz einen Verdienstausfall erlitten haben, können künftig vollumfänglich digital gestellt und bearbeitet werden. Darauf haben Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und Bayerns Familienministerin Carolina Trautner am Mittwoch hingewiesen.

Familienministerin Trautner: "Die Anträge auf Entschädigungszahlungen bzw. Erstattungsanspruch wegen Kinderbetreuung können nun vollumfänglich digital gestellt und bearbeitet werden. Durch dieses digitale Verfahren können die Anträge deutlich schneller überprüft und die Entschädigungen auch schneller ausgezahlt werden." Sie fügte hinzu: "Ich weiß, dass die Familien ganz besonders durch die Corona-Krise belastet sind. Eltern, die wegen der Kinderbetreuung aufgrund von Schließungen von Kindertageseinrichtungen und Schulen nach dem Infektionsschutzgesetz Verdienstausfälle erlitten haben, sollen möglichst schnell Hilfe bekommen."

Gesundheitsministerin Huml betonte: "Wer aufgrund der aktuellen Regelungen zu COVID-19 in Quarantäne geschickt wurde oder wer nicht arbeiten kann, weil er zu Hause Kinder betreuen muss, kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Deshalb übernimmt der Freistaat Bayern die Entschädigungszahlungen für diese Personengruppen, wobei die Arbeitgeber für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Entschädigung vorschießen. Die betroffenen Personen werden für ihre nach dem Infektionsschutzgesetz entstandenen Verdienstausfälle finanziell entschädigt. Das ist eine große Entlastung!"

Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zahlt die Arbeitgeberseite die Entschädigungen an die Eltern aus. Die zuständige Regierung erstattet die ausgezahlten Beträge auf Antrag dem Arbeitgeber. Dieser Antrag muss innerhalb von drei Monaten gestellt werden. Die neue Entschädigungsregelung wegen Kinderbetreuung umfasst erwerbstätige sorgeberechtigte Eltern von Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ebenso Menschen mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, bzw. Pflegeeltern, wenn sie das Kind in Vollzeitpflege in den Haushalt aufgenommen haben, können die Hilfe beantragen.

Wenn diese ihre Kinder selbst betreuen müssen, weil die Betreuungseinrichtungen oder Schulen auf Grund des Infektionsschutzgesetzes vorübergehend geschlossen wurden und die betroffenen Eltern dadurch einen Verdienstausfall erleiden, werden sie dafür entschädigt. Für die Dauer von längstens sechs Wochen werden eine Entschädigung in Höhe von 67 Prozent des dem Sorgeberechtigten entstandenen Netto-Verdienstausfalls (maximal 2.016 Euro für einen vollen Monat) gewährt und 80 Prozent der am Brutto-Einkommen ausgerichteten Sozialversicherungsbeiträge entrichtet.

Keine Entschädigung erhält, wer tatsächlich erkrankt ist. Denn kranke Arbeitnehmer erhalten grundsätzlich die sechswöchige Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber und im Anschluss das Krankengeld der Gesetzlichen Krankenversicherung. Selbstständige sind im Krankheitsfall regelmäßig über entsprechende Leistungen aus privaten Versicherungen abgesichert.

Soweit andere Möglichkeiten zur gesetzlichen, tariflichen, betrieblichen oder individualrechtlichen Fortzahlung des Entgelts bestehen, sind diese prioritär zu nutzen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn dem sorgeberechtigten Erwerbstätigen noch ein Zeitguthaben oder Urlaubsansprüche aus den vergangenen Jahren zustehen. Ein Entschädigungsanspruch greift auch dann nicht, wenn die Erwerbstätigen einen Anspruch auf eine Geldleistung in entsprechender Höhe haben. Auch soweit die Möglichkeit des ortsflexiblen Arbeitens (z.B. Homeoffice) besteht und sie dem Erwerbstätigen zumutbar ist, müssen sie diese nutzen und ihre Kinder so selbst betreuen.

Weitere Informationen zum Antrag finden Sie unter https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/massnahmen/#Elternhilfe.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Update, 17.30 Uhr - Zahlen für Deutschland und Bayern

In Deutschland sind bis Mittwochnachmittag mehr als 158 600 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag 16.15 Uhr: mehr als 157 200 Infektionen). Mindestens 6069 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag 16.15 Uhr: 6000). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Dienstag wieder bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 120 400 (Vortag: 117 400) Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 42 200 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1780 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 32 400 Fällen und mindestens 1200 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 31 400 bestätigten Fällen und mindestens 1307 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 322,8 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 190,8. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100 000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Update, 16.40 Uhr - Versorgung für Führungsgruppe Katastrophenschutz

Die Firma Kiefel GmbH aus Freilassing unterstützt im Zusammenhang mit der aktuellen Situation mit dem Coronavirus die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt Berchtesgadener Land mit einer Spende von insgesamt 19.600 FFP2-Masken und 3.000 DuraLine® Nitril Einmalhandschuhen. Das teilt das Landratsamt Berchtesgadener Land in einer Pressemeldung mit. 

„Vielen herzlichen Dank für Ihre großartige Unterstützung!“, so Landrat Georg Grabner beim Übergabegespräch im Landratsamt Berchtesgadener Land zum Geschäftsführer der Firma Kiefel GmbH Thomas J. Halletz sowie der Marketingleiterin Cornelia Frank beim Übergabetermin im Landratsamt. Über ihr Tochterunternehmen in China konnte die Firma Kiefel die bestehende Logistik dafür nutzen, bereits Anfang April eine größere Anzahl an Schutzausrüstung (FFP2-Masken und Einmalhandschuhe) zu beziehen. „Gerne unterstützen wir mit der Schutzausrüstung die Bemühungen der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Berchtesgadener Land, das medizinische und das Pflege-Personal in den Kliniken, Alten- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegedienste sowie die Ärzteschaft im Landkreis Berchtesgadener Land bestmöglich auszustatten.“

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgaden

Update, 16.12 Uhr - Ein weiterer Todesfall im Kreis Mühldorf

Wie das Landratsamt Mühldorf Mitteilt verstarb eine weitere Person an der Folgen des Coronavirus. Zudem gibt es sieben neue bestätigte Fälle (Stand: 29. April 2020, 14 Uhr). 

Dabei handelt es sich um fünf erwachsene Personen über 60 Jahre und zwei Erwachsene in der Altersgruppe bis einschließlich 60 Jahre. Ein 66-jähriger, der mit dem Corona-Virus infiziert war, ist verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Verstorbenen auf insgesamt 23.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf aktuell 481 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 338 wieder genesen, 20 davon werden stationär behandelt. Eine Person wurde aus der Zahl der bestätigten Fälle herausgenommen, da sie zum Zuständigkeitsbereich eines anderen Gesundheitsamtes zählt.

Update, 16 Uhr - 23 neue Fälle im Raum Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen mittlerweile insgesamt 1.147 bestätigte Corona-Fälle vor. Das sind 23 mehr als im Vergleich zum Vortag. 

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt 56 COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich acht Patienten in intensivmedizinischer Betreuung (vier in Traunstein und vier in Trostberg). Als geheilt gelten mittlerweile mindestens 461 Personen. Das ist im vergleich zum gestern ein Plus von 38 Menschen

Der "Sieben-Tage-Inzidenz" (Zahl der innerhalb von sieben Tagen registrierten Neuinfektionen, bezogen auf 100.000 Einwohner) sank von Dienstag auf Mittwoch von 94,87 auf 93,74. 

Update, 15.44 Uhr - Altmaier: "Schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik"

Infolge der Corona-Krise stürzt Deutschland laut Prognose in eine schwere Rezession. Es droht „die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik“, befürchtet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Blick auf die Zahlen der Frühjahrsprojektion der Regierung für das Jahr 2020.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt die wirtschaftliche Frühjahrsprognose der Bundesregierung vor dem Hintergrund der Corona-Krise vor. Die Bundesregierung erwartet wegen der Corona-Krise eine höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland. Besonders betroffen seien das Gastgewerbe, der Handel sowie die Unternehmensdienstleistungen.

Die Bundesregierung rechnet für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent. Für das Jahr 2021 wird im Zuge eines Aufholprozesses ein Zuwachs in Höhe von 5,2 Prozent erwartet.

Damit könne man „die Leistungsfähigkeit von vor der Krise“ erst im übernächsten Jahr wieder erreichen.

Update, 15.15 Uhr - Mehrere Liter Desinfektionsmittel aus Münchner Klinik gestohlen

Im Zeitraum von Dienstag, 28. April, 6 Uhr, bis Mittwoch, 29. April, 6 Uhr, gab es eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München, um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Verordnungen zu überprüfen. 

Über 7.600 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. Dabei wurden 81 Verstöße angezeigt, von denen 70 die Ausgangsbeschränkung und acht die Maskentragepflicht betrafen. 

Im Zeitraum von Sonntag, 26. April bis Dienstag, 28. April kam es zu zwei Diebstählen mehrerer Liter Desinfektionsmittel in einer Münchner Klinik. Einen konkreten Tatverdacht gibt es bislang nicht. Die München Kriminalpolizei ermittelt.

Update, 15 Uhr - Sieben neue Fälle - 41 Todesfälle im Raum Altötting

Im Landkreis Altötting wurden am Mittwoch sieben Neuinfektionen gemeldet. Dabei handelt es sich um fünf Frauen und einen Mann aus Garching. Zudem um eine Frau und einen Mann aus Burghausen. 

Insgesamt sind 41 Personen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. 371 Menschen gelten als geheilt. 

Update, 14.45 Uhr - Über die Hälfte der Todesfälle im Kreis Rosenheim über 83 Jahre alt

Am 28. April wurden dem Gesundheitsamt 26 neue Fälle gemeldet, so dass bisher insgesamt 2.461 Fälle von Sars-CoV-2 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten sind. 

Coronavirus-Fälle in Rosenheim. 

Mittlerweile wurde bei mindestens 1001 Personen eine Genesung dokumentiert. 137 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben. 

Von den Verstorbenen waren sechs Personen unter 60 Jahren. Mehr als die Hälfte waren über 83 Jahre alt. 281 Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 41 Patienten auf einer Intensivstation. Die Zahl an belegten Intensivbetten in Stadt und Landkreis Rosenheim wurde bereits aufgestockt. 

Da aktuell keine exponentielle Entwicklung mehr vorliegt, ist die Zahl der in den jeweils letzten sieben Tage aufgetretenen Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner der Verdoppelungszeit vorzuziehen. 

Neuerkrankungen der jeweils letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner. 

Seit dem 6. April sinkt die Zahl der Neuerkrankungen der jeweils letzten sieben Tage. „Aus den Daten ergibt sich, dass sich der Trend der abnehmenden Fallzahlen und die Unterbrechung der Infektionsketten verstetigt hat.“, so Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim.

Update, 14.17 Uhr - Freinacht in Corona-Zeiten: Ausgangsbeschränkung gilt uneingeschränkt

Auch wenn es eine jahrzehntelange bayerische Freinachts-Tradition ist: "Freinachts-Scherzbolde müssen dieses Jahr leider zuhause bleiben", hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch klargestellt. "In der Nacht zum 1. Mai Unsinn zu veranstalten, ist kein triftiger Grund, die Wohnung zu verlassen." 

Herrmann appellierte an alle, sich unbedingt an die Ausgangsbeschränkung zu halten. "Nur dann haben wir die Chance, das Coronavirus bestmöglich einzudämmen. Hier geht es um die Gesundheit Vieler und viel zu oft auch um Leben und Tod. Gerade die Gruppenbildung und die Unterschreitung des Mindestabstands erhöhen deutlich das Risiko, das hochgefährliche Virus weiterzutragen."

Die bunten Bänder eines Maibaumes flattern vor dem blauen Himmel. Obwohl die Freinacht auf den 1. Mai wegen der Corona-Krise heuer deutlich ruhiger ausfallen dürfte als sonst, gibt es eine Ausnahme für Verliebte: Das Aufstellen eines kleinen geschmückten Birkenbaums, sogenannte Liebesmaien, vor dem Haus der oder des Angebeteten sind nach Angaben der Polizei in Augsburg als Bewegung an der frischen Luft grundsätzlich zulässig.

Wie der Innenminister deutlich machte, wird die Bayerische Polizei auch bei sonst harmlosem Schabernack in der Freinacht keinen Spaß verstehen: "Das Coronavirus kennt keine Gnade. Wir wollen unnötige Ansteckungen so gut es geht vermeiden." Auch Eltern seien in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich ihre Kinder an die Coronaregeln halten. "Wo es notwendig ist, gibt es mehr Polizeipräsenz und konsequente Kontrollen", kündigte Herrmann an. Dabei unterstützt auch die Bereitschaftspolizei.

Update, 13.54 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es weiterhin bei insgesamt 281 bestätigten Corona-Fällen im Landkreis Berchtesgadener Land bleibt (Meldestand: 29. April, 10 Uhr). 216 Personen sind mittlerweile genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen.

Aktuell befinden sich noch 45 COVID-19-Patienten in Behandlung, was eine weitere Verringerung von fünf Corona-Infizierten gegenüber dem Vortag bedeutet. Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen wie z. B. eine häusliche Quarantäne ein. Gegenwärtig befinden sich 48 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. 719 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile aus der Quarantäne entlassen worden.

Update, 13.29 Uhr -  Krankschreibungen per Telefon noch länger möglich

Arbeitnehmer können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen.

Update, 12.50 Uhr - PK im Livestream: Spahn äußert sich zu neuen Pandemie-Gesetzen

Mehr Tests, mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Die Bundesregierung hat an diesem Mittwoch weitere Hilfsmaßnahmen auf dem Weg gebracht, um Folgen der Corona-Krise auf breiter Front abzumildern. Ein Paket von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sah auch umfassendere Meldepflichten für Ärzte und Labore vor. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Krisenmaßnahmen umsetzen, die die Koalitionsspitzen beschlossen hatten. Dazu gehört ein befristet höheres Kurzarbeitergeld bei länger andauerndem Bezug.

Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich dazu ab 13 Uhr.

Update, 12.44 Uhr - Heiko Maas über Verlängerung der Reisewarnung - PK im Livestream

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen. 

Außenminister Heiko Maas informiert dazu in einer Pressekonferenz:

Update, 12.226 Uhr - Seehofer will Grenzkontrollen bis zum 15. Mai verlängern

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen an deutschen Grenzen bis zum 15. Mai verlängern. Einen entsprechenden Vorschlag werde er an diesem Donnerstag im Corona-Krisenkabinett vorlegen, sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Mittwoch auf Anfrage. Im Anschluss sei auch noch eine Abstimmung dazu mit den Ministerpräsidenten der von den Kontrollen betroffenen Bundesländer geplant.

Die Kontrollen würden am 4. Mai auslaufen. Sie waren Mitte März eingeführt worden. Seither werden die Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz überwacht. An den Übergängen nach Belgien und in die Niederlande wird hingegen nicht kontrolliert. Allerdings wurde auch in diesen Abschnitten die Überwachung im 30-Kilometer-Grenzraum intensiviert.

Update, 11.43 Uhr - Münchner Tierpark-Chef schlägt Alarm

Seit knapp fünf Wochen ist der Tierpark Hellabrunn Corona-bedingt geschlossen. Die fehlenden Eintrittsgelder machen sich bereits im Budget bemerkbar. Tierpark-Chef Rasem Baban erklärt, warum man so dringend darauf angewiesen ist: „Der Zoo kostet uns täglich 50.000 Euro“, zitiert Bild den 54-Jährigen. Platz für Einsparungen gebe es kaum. „Wir können ja nicht sagen, jetzt stellen wir den Tieren mal die Heizung ab. Wir können auch keinen Pfleger in Kurzarbeit schicken, die Tiere müssen ja versorgt werden“, sagt Baban.

Bereits zum 19. April hatte der Tierpark zwei Millionen Euro an Umsatz eingebüßt. Tiere zu verkaufen oder gar zu schlachten, komme laut Baban dennoch nicht in Frage. Sollte die Schließung jedoch bis in den Juni 2020 aufrechterhalten werden, stehen wichtige Projekte vor dem Aus: „Die 3,4 Millionen Euro teure neue Löwenanlage ist dann definitiv leider nicht mehr zu realisieren.“

Vor einigen Tagen wurde auch ein Fundraising ins Leben gerufen, um dem Tierpark zu helfen.

Update, 11.25 Uhr - Chiemsee-Alpenland Tourismus bereitet sich auf stufenweise Öffnung vor

Die "durch das Verbot von Urlaubsreisen entstandene katastrophale Lage in der heimischen Tourismuswirtschaft", wie der  Tourismusverband Chiemsee-Alpenland (CAT) berichtet, erfordert nun eine komplette Neuausrichtung der Maßnahmen und Aktivitäten. „Insgesamt gehen wir derzeit bereits von einem Brutto-Umsatzverlust von rund 150 Millionen Euro in der Region aus“, so CAT Geschäftsführerin Christina Pfaffinger.

Die Anfragen nach Reisen im Sommer in die Region steigen zwar schon wieder an, aber insgesamt sind die Gäste noch sehr verunsichert. „Wir gehen aktuell fokussiert auf die schwierige Lage der Kommunen, Gastgeber und Leistungsträger ein“, so Corinna Raab, CAT-Marketingleiterin. Die Maßnahmen-Kampagne „So nah - so schee“ läuft derzeit noch in der Inspirationsphase, um bei Urlaubern und Gästen mit Filmen, Geschichten oder auch Online-Einkaufsmöglichkeiten in Erinnerung zu bleiben. Sobald eine Lockerung eintritt, startet die zweite Phase von „So nah - so schee“ mit Schwerpunkt auf dem bayerischen Raum und stufenweiser Durchführung.

Um diese wichtige Werbeplattform für Gastgeber und Leistungsträger aus der Region auch in dieser schwierigen Zeit zu ermöglichen, wurde ein neuer Erstellungs- und Vertriebsplan angefertigt, der den touristischen Partnern sehr entgegenkommt. Denn für sie entstehen bei der Werbung im Gastgeberverzeichnis in diesem Jahr keine Kosten mehr und die Preise für nächstes Jahr wurden erheblich reduziert. Die Kampagnen werden regional und überregional beworben und beinhalten auch die Beteiligung von Tourist- Informationen und Gemeinden der Region, um ein gebündeltes Auftreten zu ermöglichen.

Update, 10.51 Uhr - Offiziell: Kabinett verlängert weltweite Reisewarnung

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen.

Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. In Deutschland galt die weltweite Reisewarnung für Touristen zunächst bis zum 3. Mai. Ob Urlaubsreisen während der Sommerferien möglich sein werden, die in manchen Bundesländern schon Ende Juni beginnen, ist noch offen.

Update, 10.13 Uhr - Drei weitere Todesfälle im Kreis Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 575 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen, so das Altöttinger Landratsamt auf seiner Homepage. Damit ist kein weiterer positiver Fall seit 24 Stunden hinzugekommen.

345 Landkreisbürger/Innen sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen. 41 Personen sind mittlerweile im Kreis Altötting an der Erkrankung verstorben, das sind drei Personen mehr als noch vor 24 Stunden.

Update, 9.47 Uhr - Flughafen München stellt Passagierabfertigung im Terminal 1 ein

Wegen der durch die Coronapandemie ausgelösten Reisebeschränkungen und der daraus folgenden drastischen Reduzierung des Flugangebots am Münchner Airport wird die Passagierabfertigung im Terminal 1 ab heute (29. April) bis auf Weiteres eingestellt. Sämtliche Abflüge und Ankünfte werden ab diesem Zeitpunkt über das Terminal 2 abgewickelt.

Der Check-in der sonst im Terminal 1 ansässigen Airlines findet dann im Bereich Z im München Airport Center statt. Die Gepäckausgabe für alle Flüge erfolgt im Terminal 2. Der Zugang zum medizinischen Zentrum des Airports im Bereich D des Terminal 1 ist weiterhin möglich. Mit dem Auto anreisenden Gästen stehen beim Terminal 2 die Parkhäuser P20 und P26 zur Verfügung. Der Zentralbereich zwischen den beiden Terminals bleibt ebenfalls geöffnet. Dort befinden sich zum Beispiel ein Lebensmittelmarkt, eine Drogerie und eine Apotheke.

Gähnende Leere herrscht in den Abfertigungshallen am Münchner Flughafen.

Update, 9.13 Uhr - Tourismusbeauftragter: In diesem Jahr ist Heimaturlaub angesagt

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, geht davon aus, dass auf absehbare Zeit keine Fernreisen möglich sein werden. "Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. "Wir hoffen zwar, dass, wenn die Gesundheit es zulässt, die Reisebeschränkungen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden können und wir wenigstens in Europa jetzt schnell wieder reisen können. Aber das ganze geht wirklich nur langsam voran und ich glaub, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt ist."

Nach Angaben des Tourismusbeauftragten ist eine Verlängerung der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes am Mittwoch Thema im Kabinett. Dem Kabinett liege ein Vorschlag des Außenamtes vor, der bis zum 14. Juni gehe. Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die Bundesregierung die Reisewarnung bis Mitte Juni verlängern wolle.

Update, 8.26 Uhr - Über 1.300 Neuinfizierte, 202 weitere Tote

In Deutschland ist die Zahl der Infektionen um 1304 auf 157.641 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle legt um 202 auf 6115 zu.

Auch in Bayern sind die Infektionen um 424 auf nun insgesamt 41.830 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle im Freistaat hat sich auf insgesamt 1754 erhöht.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle/ 100.000 Einw.

Todesfälle

Baden-Württem­berg

31.336

+140

283

1.299

Bayern

41.830

+424

320

1.754

Berlin

5.734

+65

153

137

Brandenburg

2.768

+21

110

109

Bremen

797

+38

117

29

Hamburg

4.525

+20

246

153

Hessen

8.184

+158

131

346

Mecklenburg-Vor­pommern

687

+12

43

17

Niedersachsen

9.972

+46

125

406

Nordrhein-West­falen

32.429

+245

181

1200

Rhein­land-Pfalz

5.982

+54

146

161

Saarland

2.514

+5

254

129

Sachsen

4.509

+19

111

153

Sachsen-Anhalt

1.525

+5

69

39

Schles­wig-Holstein

2.679

+26

92

103

Thüringen

2.170

+26

101

80

Gesamt

157.641

+1.304

190

6.115

Update, 7.59 Uhr - Mehr als 60 positive Fälle in Logistikzentrum in Poing

In einem Logistikzentrum in Poing bei München wurden 61 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet und befinden sich nun in Quarantäne. Insgesamt wurden bei mehr als 900 Mitarbeitern des Unternehmens, die im Schichtbetrieb arbeiten, Abstriche gemacht. Zuvor wurden vermehrt Fälle festgestellt. Bei den ersten 640 Abstrichen vom Wochenende hatten 61 ein positives Testergebnis und sind in Quarantäne, nur fünf davon stammen allerdings aus dem Landkreis Ebersberg. Die für die anderen zuständigen Kreisverwaltungen bzw. Gesundheitsämter sind informiert. Die Firma betreibt in Poing ein Logistikzentrum für den Online-Versandhandel mit Bekleidung und Accessoires. Das Landratsamt Ebersberg befindet sich in "Abstimmungsgesprächen", um die Ausbreitung des Virus' einzubremsen.

Landrat Robert Niedergesäß: „Trotz der sich abzeichnenden oder schon realisierten Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen zeigt ein Blick auf die weiterhin steigenden Infizierten-Zahlen, dass wir uns immer noch mitten in der Pandemie befinden. Man sieht es auch daran, dass allein im Landratsamt Ebersberg täglich fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bewältigung der Krise arbeiten. Ein Schwerpunkt dabei ist die oft aufwändige Ermittlung von Kontaktpersonen von Infizierten. Für diese Aufgabe erhalten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Unterstützung von innerhalb und außerhalb unserer Kreisbehörde. In der kommenden Woche wird diese wichtige Arbeit in sogenannte CTTs (Contact Tracing Teams) organisiert, weiter professionalisiert und personell verstärkt - ein wichtiger Beitrag um die Ausbreitung des Virus besser nachzuverfolgen und dadurch unter Kontrolle zu bekommen.“

Update, 7.27 Uhr - Bericht: Bundesregierung will Reisewarnung bis Mitte Juni verlängern

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie einem Bericht zufolge bis Mitte Juni verlängern. Das berichtete der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf einen entsprechenden Beschlussvorschlag, den das Auswärtige Amt (AA) kurz vor der Kabinettssitzung unter den Bundesministerien abgestimmt habe. Demnach heiße es in der Beschlussvorlage, die bisher gültige Reisewarnung gelte "bis auf weiteres", mindestens aber bis Mitte Juni. Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll laut "Spiegel" an diesem Mittwoch vom Kabinett verlängert werden, mindestens bis zum 14. Juni. In Deutschland galt die weltweite Reisewarnung für Touristen zunächst bis zum 3. Mai.

Dem Bericht zufolge lässt das Papier aus dem Auswärtigen Amt allerdings offen, ob Urlaubsreisen während der Sommerferien möglich sein werden, die in manchen Bundesländern schon Ende Juni beginnen. Wer allerdings über Pfingsten Ende Mai eine Auslandsreise gebucht habe, könne diese jetzt stornieren und sich auf die Reisewarnung berufen.

Die Reisewarnung werde damit begründet, dass in den nächsten Wochen keine normalen Reisen ins Ausland möglich seien, hieß es weiter. Laut dem AA sei weiterhin mit drastischen Einschränkungen im internationalen Luftverkehr und weltweiten Einreisesperren oder Quarantäneregelungen zu rechnen. Mit der Reisewarnung wolle man zudem die weitere Ausbreitung des Virus minimieren und vermeiden, dass deutsche Urlauber erneut massenhaft im Ausland stranden.

Update, 7.09 Uhr - Deutlicher Anstieg bei den Neuinfizierten in München

Die Neuinfektionszahlen für München sind besorgniserregend angestiegen. Waren es am Montag (27. April) noch 26, wurden am Dienstag 112 Neuinfektionen durch das Coronavirus in München gemeldet. 

Die Zahl der Neuinfektionen an einem Tag in München ist damit so hoch wie seit über zwei Wochen nicht mehr. Höher war sie das letzte Mal am 13. April mit 152 Neuinfektionen. Auch dass die Zahl der Neuinfizierten das letzte Mal dreistellig war, liegt mittlerweile 11 Tage zurück.

Update, 6.42 Uhr - Fast jeder Zweite lehnt Grenzöffnungen für Sommerurlaub ab

Fast jeder zweite Deutsche lehnt eine Öffnung der Grenzen für den Sommerurlaub im europäischen Ausland ab. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 48 Prozent dafür, die wegen der Corona-Pandemie erlassene Ausreisesperre für Touristen auch im Sommer aufrecht zu erhalten. 

20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Nur 13 Prozent plädieren dafür, schon im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union wieder vollständig zu erlauben.

Vorbericht

Ein kleiner, geschmückter Birkenbaum als Zeichen seiner Liebe? Wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie fällt allerhand Brauchtum in diesem Jahr ins Wasser - auch zur Freinacht. Doch für romantische Gesten hat die Polizei eine Lücke im Regelkatalog entdeckt.

Pech fürs Brauchtum, Glück für Verliebte: Die Freinacht auf den 1. Mai dürfte wegen der Corona-Krise heuer deutlich ruhiger ausfallen als sonst. "Das Verziehen von losen Gegenständen rund ums Haus stellt nämlich keinen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung dar", teilte die Polizei in Augsburg schonmal präventiv mit. "Zudem besteht dabei auch die Gefahr vermehrter Gruppenbildung, die ja unbedingt vermieden werden soll."

Doch eine Ausnahme gibt es - "jedoch nur für Verliebte", wie die Beamten betonen: Das Aufstellen eines kleinen geschmückten Birkenbaums, sogenannte Liebesmaien, vor dem Haus der oder des Angebeteten sei als Bewegung an der frischen Luft grundsätzlich zulässig, erläuterten die Polizisten. "Allerdings nur alleine, mit einer weiteren haushaltsfremden Person oder Angehörigen des eigenen Hausstandes." Denn auch hier gilt: keine Gruppen, Abstand halten.

Der Brauch der Freinacht geht auf den alten Musterungstermin am 1. Mai zurück. Besonders in Bayern ist die Tradition lebendig. Junge Männer ziehen in der Freinacht traditionell durch die Straßen und machen Schabernack. In den vergangenen Jahren hatten die Polizeipräsidien Dutzende bis Hunderte Einsätze etwa wegen abmontierter Verkehrszeichen, besprühter Autos oder herausgehobener Kanaldeckel gemeldet. Nicht immer blieb es nur bei Streichen.

"Das Coronavirus ist eine echte Spaßbremse", stellt die Pressestelle des Präsidiums Schwaben Nord nun fest. Und es klingt fast wehmütig, wie sich die Mitarbeiter an Warnungen längst vergangener Tage erinnern: Dass man in der Freinacht nicht übertreiben solle. Dass sie kein Freibrief sei, alteingesessene Bräuche zu missbrauchen. Dass die Beamten Straftaten rigoros verfolgten und die Verantwortliche anzeigten. Dass sie stets empfohlen hätten, alles im Freien beiseite zu räumen, was zur "Freinachtbeute" werden könnte. Dass auch Autos nach Möglichkeit in der Garage geparkt werden sollten.

"Alle unsere jahrelangen Tipps und gutgemeinten Ratschläge sollen heuer also kein Gehör finden wegen eines gemeinen heimtückischen brauchtumsresistenten Virus?", schreiben die Beamten zum Ende der Mitteilung. Und geben sich dann doch wieder zuversichtlich: "Wir werden Stand jetzt nächstes Jahr unsere Tipps wieder an gleicher Stelle veröffentlichen, denn: Corona geht – aber Brauchtum besteht."

mh/mz/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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