News-Ticker zur Corona-Pandemie

„AstraZeneca für alle ist falsch“: Lauterbach kontert Söder - 70.000 Tote und Angst vor dritter Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 28. Februar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 56,6, Landkreis Rosenheim 93,4, Landkreis Traunstein 59,2, Landkreis Berchtesgadener Land 94,4, Landkreis Mühldorf 112,2, Landkreis Altötting 118,4 (Quelle/Stand: RKI, 28. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2875, Landkreis Rosenheim 10686, Traunstein 7486, Berchtesgadener Land 4360, Mühldorf 4631, Altötting 3961 (Quelle/Stand: RKI, 28. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 421, Traunstein 191, Berchtesgadener Land 95, Mühldorf 122, Altötting 162 (Quelle/Stand: RKI, 28. Februar, 0 Uhr)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.38 Uhr : „AstraZeneca für alle ist falsch“: Lauterbach kontert Söder

Söders Vorschlag, ‚Astra für alle‘ ist falsch“: Das twitterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach an diesem Sonntag - als Reaktion auf den Vorstoß des CSU-Chefs. Markus Söder hatte sich dafür stark gemacht, wegen des Corona-Impfstoffs mit dem Imageproblem die Impfreihenfolge zu ändern: „Bevor er liegen bleibt, impfen wer will. Es darf keine Dose von AstraZeneca übrig bleiben oder weggeschmissen werden“, sagte er zur Bild-Zeitung (siehe Update 16.53 Uhr).

Lauterbach widersprach Bayerns Ministerpräsident nun: „Wenn wir ihn für Ältere einsetzen, bleibt kein Impfstoff liegen und zahlreiche Todesfälle werden verhindert“, schrieb er, und: „Bei Jüngeren ist er jetzt weniger dringlich.“ In weiteren Tweets erläuterte der Epidemiologe und Politiker, wie er sich Lockerungen vorstellen könnte.

Öffnungen gingen seiner Ansicht nach nur, wenn zwei Maßnahmen kombiniert würden:

- Die Erstimpfung aller Impfstoffe vorziehen. - In Betrieben und Schulen einmal wöchentlich Antigentest durchführen.

Wer letztere nicht erhalten könne, soll in ein Testzentrum gehen. Am Tag des Tests solle man mit der entsprechenden Bescheinigung dann wieder in Geschäfte dürfen, so Lauterbach: „So macht man aus der Not eine Tugend: Öffnungen werden Anreiz für Testungen.“

Sein Vorschlag für den nächsten Schritt: Die Antigentests - sobald ausreichend verfügbar - auf zweimal wöchentlich ausdehnen. „Mit der Strategie sinkt der R-Wert auf unter 1“, glaubt Lauterbach - sogar mit der Mutante B.1.1.7.

Update, 18.30 Uhr - Vorsichtiges Öffnen geplant - Bereits mehr als 70 000 Covid-Tote

Wenige Tage vor den neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie wird der Ruf nach mehr Freiheiten lauter. Gleichzeitig mehren sich eindringliche Warnungen vor einer mit Wucht durch Deutschland rollenden dritten Infektionswelle mit der gefährlicheren Virusvariante. Die Zahl der gemeldeten Gestorbenen an und mit Covid-19 stieg am Sonntag auf über 70 000.

Bereits am Samstag kletterte die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner um 1,2 auf 63,8. Am Sonntag verharrte diese Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) dort. Die Inzidenz war infolge des Lockdowns bis Mitte Februar gesunken und dann mit leichtem Auf und Ab gestiegen. Auch der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert stieg laut RKI-Angaben vom Samstag erneut um 0,03 Punkte auf 1,11. 100 Infizierte geben das Virus also rechnerisch an 111 weitere Menschen weiter.

Verantwortlich für die wachsenden Zahlen machen die Wissenschaftler die ansteckendere und wohl auch tödlichere Mutation B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien etwa London lahmgelegt hatte. Ihr Anteil an den Infektionen war laut den führenden Laboren in Deutschland schon vorvergangene Woche auf 30 Prozent gestiegen und dürfte laut Wissenschaftlern absehbar das Geschehen dominieren. 157 neue Covid-19-Todesfälle kamen dazu - es sind nun 70 045 insgesamt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte der Bild am Sonntag: „Öffnen ja - aber mit Vorsicht. Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle.“ Der Saarbrücker Experte für Corona-Prognosen, Thorsten Lehr, sagte der dpa: „Auch wenn die Lockerungen moderat sind, werden sie sich auswirken.“ Er gehe von einer Virusausbreitung im Land wie vor Weihnachten im April aus. Denn ab 7. März werde es wohl rund 20 Prozent mehr Kontakten geben. Die Kombination mit der Virus-Mutante bringe einen starken Anstieg. Auch ohne Lockerung würde Anfang April die 100er-Inzidenz erreicht.

Der Ärztliche Koordinator zur Bewältigung der Pandemie im Kreis Starnberg, Bernhard Junge-Hülsing, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, es sei vorschnell, wenn viele Menschen jetzt auf Masken verzichten und die Schulen öffnen. „Es besteht eine große Gefahr, dass wir in zwei, drei Wochen wieder in den Lockdown müssen.

Update, 16.53 Uhr - Söder: „bevor er liegen bleibt, impfen, wer will“ - Impfstoff-Hilfe aus Deutschland für Tschechien

Sachsen, Bayern und Thüringen wollen Tschechien mit Corona-Impfstoff aushelfen. Ab Montag sei die Lieferung von insgesamt 15 000 Impfstoff-Dosen an das Nachbarland geplant, sagte Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber am Sonntag. Die tschechische Regierung werde demnach über die weitere Verteilung entscheiden. Tschechien hat gegenwärtig die höchste Infektionsrate in der ganzen EU. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern registrierte seit Beginn der Pandemie rund 1,2 Millionen Infektionen. Mehr als 20 000 Corona-Patienten starben.

Währenddessen hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder über die Impfsituation in Deutschland verärgert gezeigt. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung sagt er: „Wir müssen Tempo machen. Jeder Tag zählt. Es kann nicht sein, dass einerseits zu wenig Impfstoff vorhanden ist, andererseits AstraZeneca in hohen Zahlen nicht verimpft wird.“

Damit fordert er auch die bundesweite Freigabe von AstraZeneca für alle Menschen, die sich impfen lassen wollen. „Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will. Es darf keine Dosis übrig bleiben oder weggeschmissen werden. Jeder Geimpfte schützt sich und andere.“ Einen Alleingang will Bayern aber nicht starten, Söder strebt eine bundeseinheitliche Regelung an.

Mehr als 1,45 Millionen Dosen mit dem AstraZeneca-Impfstoff sind bislang in Deutschland ausgeliefert worden, gerade mal 363.000 wurden verimpft.

Der AstraZeneca-Impfstoff wurde in Deutschland aufgrund von fehlenden Wirksamkeitsdaten nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen.  Neue Realdaten aus England, die das britische Gesundheitsministerium erhoben und ausgewertet hat, zeigen allerdings, dass der Impfstoff gerade bei der Altersgruppe über 70 effektiver ist als der mRNA-Impfstoff von Biontech. Er reduziert demzufolge das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf um 90 Prozent – nach der ersten Dosis.

Update, 14.46 Uhr - Immunologe schlägt Astrazeneca-Impfung für Merkel im Live-TV vor

Um der Skepsis gegen den Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland zu begegnen, hat sich ein führender Immunologe dafür ausgesprochen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lässt. Das sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dem britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender BBC in einem Radiointerview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde.

Es sei bereits abzusehen, dass die Ständige Impfkommission das Vakzin auch für die über 65-Jährigen empfehlen werde, so Watzl. „Wenn Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt ins Live-Fernsehen gehen würde und mit dem Impfstoff geimpft würde, wäre das natürlich großartig“, so der Immunologe.

Der Astrazeneca-Impfstoff habe ein reines PR-Problem, betonte Watzl in dem Interview. Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie werde in den kommenden Tagen eine Stellungnahme veröffentlichen, „in der wir klar die Fakten darlegen, dass dies ein sicherer und effektiver Impfstoff auch für Ältere ist“, sagte der Wissenschaftler. Er forderte aber auch von der Politik die Botschaft, dass die Menschen sich impfen lassen sollten.

Update, 13.25 Uhr - Nächste Grenzregion als Virusvariantengebiet eingestuft

Die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle wird künftig schwerer. Die Bundesregierung stufte die Region am Sonntag als Virusvariantengebiet ein, Einreisende müssen nun einen negativen Corona-Test vorzeigen, der höchstens 48 Stunden alt ist. Flug-, Bus- und Bahnunternehmen dürfen keine Reisenden mehr aus Moselle nach Deutschland transportieren.

Update, 12.07 Uhr - Polizei räumt mehrere Corona-Parties

Verschiedene Einsätze mit Bezug zur Corona-Pandemie beschäftigten die Polizei im südlichen Oberbayern auch an diesem Wochenende.

Am Samstagabend, 27. Februar gegen 22 Uhr erwischten Beamte der Polizeiinspektion Miesbach im Bereich einer Autobahnunterführung in der Gemeinde Irschenberg einen Graffitisprayer auf frischer Tat. Der 30-jährige Tatverdächtige aus dem Landkreis Rosenheim hatte an die Tunnelwand der Unterführung einen Schriftzug mit politischem Inhalt angebracht und konnte noch am Tatort vorläufig festgenommen werden.

Der Schaden beläuft sich auf rund 500 Euro. Die Polizei Miesbach hat umgehend die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen.

Auch an diesem Wochenende erhielten mehrere Dienststellen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Hinweise auf größere Menschenansammlungen oder Privatfeiern, die nicht mit den nach wie vor geltenden Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes vereinbar waren.

Am 26. Februar, gegen 16. 45 Uhr, wurden Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei ans Innkanalufer am Mettenheimer Weg in Mühldorf am Inn gerufen. Auslöser für den Einsatz war eine „Geburtstagsfeier“ unterhalb der Bahnbrücke. Drei Personen unterschiedlicher Haushalte, im Alter von 16, 18 und 44 konsumierten gemeinsam Alkohol. Vermutlich aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums verlor der 44-Jährige das Gleichgewicht und verletzte sich am Fuß.

Wegen dem unwegsamen Gelände gestaltete sich der Abtransport des Verletzten derart schwierig, dass der Rettungsdienst von der Mühldorfer Feuerwehr unterstützt werden musste. Die Feiernden erwarten nun mehrere Anzeigen u.a. wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und aufgrund des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

In Garmisch-Partenkirchen mussten Beamte der örtlichen Polizeiinspektion am frühen Freitagabend eine Feierlichkeit mehrerer Jugendlicher im Bereich einer Parkbank am sogenannten „Farchala“ unterbinden. Anzeigen gegen die sechs Jugendlichen nach den aktuell gültigen Infektionsschutzregeln wurden aufgenommen, Platzverweise ausgesprochen

Gegen 21.15 Uhr wurde die Rosenheimer Polizei verständigt, dass im Bereich des Turnerwegs in Rosenheim mehrere Personen eine Party feiern sollen. Vor Ort konnten durch die Beamten tatsächlich eine größere Gruppe von Feiernden angetroffen werden. Die Personengruppe traf sich im Bereich des dortigen Skaterplatzes und konsumierte dort Alkohol. Gegen insgesamt zehn Jugendliche, alle aus dem Stadtgebiet und im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, wurden Bußgeldverfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

Am Freitagabend, 26. Februar, wurde die Polizeiinspektion Bad Aibling gegen 22 Uhr über eine Party in Feldkirchen-Westerham informiert. Vor Ort trafen die Beamten in einer augenscheinlich extra angemieteten Location auf insgesamt 27 Personen. Nach erfolgter Personalienfeststellung und Anzeigenaufnahme verließen die einsichtigen Personen die Örtlichkeit.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 10.55 Uhr - Polizei löst „illegales“ Fußballspiel auf

Am Samstagnachmittag, versammelten sich mehrere Erwachsene mit ihren Kindern am Fußballplatz in Neufarn um dort, trotz bestehendem Nutzungsverbot aufgrund der aktuellen Coronabestimmungen, Fußball zu spielen. Während die Kinder gemeinsam auf dem 200 qm großen Miniplatz spielten, scharten sich die Erwachsenen in Gruppen um das Feld. Es wurden weder Masken getragen, noch der notwendige Abstand gehalten.

Die Polizei musste hier dann als Schiedsrichter auftreten und das Spiel beenden. Die Anwesenden wurden nochmals über die aktuellen Coronabestimmungen belehrt und mit ihren Kindern nach Hause geschickt.

Gegen die Eltern wurde Anzeige wegen Verstoß gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erstattet.

Pressemeldung Polizei Poing

Update, 9.18 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Altötting

Wie das Landratsamt Altötting bekannt gibt, wurden seit Samstag 19 Personen positiv auf Covid-19 getestet, davon eine per Schnelltest. Die 7-Tages-Inzidenz liegt dadurch bei 118,4. Die neuen Fälle stammen, mit einer Ausnahme alle aus Burghausen, Burgkirchen und Altötting.

Update, 28. Februar, 7.20 Uhr - 7-Tages-Inzidenzen in Region steigen weiter

Die Situation in der Region entspannt sich auch am Sonntag nicht. Wie das RKI meldet, sind die 7-Tages-Inzidenzen in einigen Landkreisen unverändert hoch., teilweise stiegen sie seit Samstag sogar. Der Kreis Altötting liegt so bei 118,4, der Wert ist damit seit Samstag nochmal gestiegen. Auch im Kreis Mühldorf steigt der Wert weiter und liegt nun bei 112,2. Ähnliches lässt sich in dem Berchtesgadener Land beobachten, wo der Wert auf 94,4 steigt. Traunsteins 7-Tages-Inzidenz liegt derweil bei 59,2, die von Rosenheim Stadt bei 56,6, im Landkreis Rosenheim dagegen steigt sie auf 93,4.

Corona-Ampel für die Region

Update, 21.05 Uhr - SPD-Abgeordneter stellt Anzeige gegen Unbekannt

Der bayerische SPD-Abgeordnete Florian von Brunn stellte Anzeige gegen Unbekannt. Der Grund ist der Ankauf relativ teurer Atemschutzmasken im März 2020 durch das bayerische Gesundheitsministerium, das damals 8,90 für eine FFP2/KN95-Maske zahlte - viel zu hoch, findet von Brunn.. Auf Twitter schimpft der Abgeordnete: „Mir reicht es mit Amigo-Wirtschaft und CSU-Abzocke!“

Die Augsburger Allgemeine berichtet, dass die Masken nicht nur zu teuer, sondern auch untauglich gewesen seien.

Update, 18.10 Uhr - Zahlen aus dem Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Freitag 25 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich vier Personen als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 85,0 (Stand: 27. Februar, 0 Uhr).

Von den insgesamt 4.338 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.111 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 133 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 21 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen). In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 90 neue COVID-19-Fälle.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 24 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden vier Patienten intensivmedizinisch betreut. 

Update, 16.55 Uhr - Zahlen aus dem Kreis Mühldorf

Wie das Landratsamt Altötting bekannt gibt, wurden seit Freitag 31 Menschen positiv auf Corona getestet. Eine Gruppe der Kath. Kindertagesstätte Familienbrücke „St. Severin“ in Kraiburg befindet sich aufgrund eines positiven Falls in Quarantäne. Die 7-Tages-Inzidenz liegt derzeit bei 106,2 (Stand: 27. Februar, 3.10 Uhr). Da damit die vorgeschriebene Schwelle von 100 überschritten wird, tritt ab Sonntag, den 28. Februar, die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr in Kraft. Diese wird erst wieder aufgehoben, wenn die 7-Tage-Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt.

Update, 15.54 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Altötting

Wie das Landratsamt Altötting mitteilt, wurden seit Freitag 24 Menschen positiv auf Corona getestet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei 114,8 und knackt damit den Warnwert von 100 deutlich. Das Landratsamt kündigte bereits an, die Maßnahmen zu verschärfen.

Update, 13:18 Uhr - Bundesregierung will Corona-Beförderungsverbot verlängern

Die Bundesregierung will das Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten bis 17. März verlängern. Das berichtet die „Funke Mediengruppe“, der ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorliegt. „Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden“, heißt es demnach in dem Papier.

Aktuell gilt das Beförderungsverbot, das derzeit auch Einreisen aus Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol umfasst, bis 3. März. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Unter anderem für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten, gibt es Ausnahmen.

Menschen, die nach Deutschland einreisen, sollen ab Montag zudem eine Corona-SMS der Bundesregierung erhalten, wenn sich ihr Handy in das deutsche Mobilfunknetz einbucht. „Damit werden sie über die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzbestimmungen informiert sowie auf geltende Infektionsschutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hingewiesen“, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom Samstag.

Update, 11.40 Uhr - Aiwanger: Handel bis Mitte März und Tourismus bis Ostern öffnen

Vor den neuen Bund-Länder-Gesprächen zu den Corona-Maßnahmen dringt Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger auf eine rasche Öffnung von Einzelhandel und auch Tourismus. „Wenn es das Infektionsgeschehen irgendwo zulässt - und die jetzigen Zahlen lassen das in meinen Augen zu -, dann müssen wir in den nächsten Wochen bis spätestens Mitte März den Handel wieder öffnen“, sagte der Freie-Wähler-Chef am Samstag auf einem Online-Sonder-Bundesparteitag.

Zudem müsse man „bis zu den Osterferien den Tourismus wieder flott machen“. Gegebenenfalls mit Corona-Schnelltests müssten die Menschen dann wieder in Hotels, in Ferienwohnungen, in Biergärten im Freien gehen dürfen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Und deshalb lehnen wir auch eine weitere Verschärfung oder eine weitere blinde Fortführung des Lockdowns ab“, betonte er.

Zudem forderte Aiwanger eine Lockerung der strikten Kontaktregeln. Der Mensch sei ein soziales Wesen, er dränge ins Freie, wolle sich mit anderen Menschen treffen - und das sei auch gut so. „Wir dürfen und wir sollen die Menschen nicht mehr länger in den Keller sperren, sondern wir müssen jetzt geordnete Öffnungsschritte wagen.“

Er forderte eine Perspektive für die Wirtschaft und eine Perspektive für die Gesellschaft. „Und die heißt nicht Dauer-Lockdown“, sagte Aiwanger. Das bedeute, das „Merkel & Co.“ nun nicht einfach wieder vier Wochen hinten dranhängen dürften.

Der Bund und die Länder beraten an diesem Mittwoch über mögliche Öffnungsschritte in der Pandemie.

Update, 9.30 Uhr - Bund warnt vor übereilter Lockdown-Lockerung

Die Bundesregierung dämpft Hoffnungen auf schnelle und umfassende Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Trotz langer Wochen im Lockdown, erster Impferfolge bei den Alten und neuer Testmöglichkeiten empfehle er „größtmögliche Umsicht und Vorsicht“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Zunächst müsse etwa beobachtet werden, ob die Öffnungen von Schulen und Kitas die Ansteckungszahlen nach oben treiben oder nicht. Der angestrebte Wert von maximal 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen sei vielerorts nicht erreicht - und für viele Länder derzeit auch nicht erreichbar.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte tags zuvor betont, trotz der neuen Selbsttests, die bald überall in den Handel kommen, könne man weder auf Infektionszahlen als Maßstab verzichten noch sofort öffnen.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder warnte ebenfalls vor „unüberlegten Experimenten“ und „Öffnungshektik“. Die weitere Corona-Strategie von Bund und Ländern müsse auch einen Sicherheitspuffer für die ansteckenderen Virusvarianten beinhalten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur vor den Beratungen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. Regionale Öffnungsmodelle seien zwar sinnvoll. „Aber ich bin sehr zurückhaltend und skeptisch, jetzt einfach alles den Ländern freizugeben.“

Inzidenzen in der Region schießen wieder nach oben: Zwei Landkreise über 100

Die Situation in der Region spitzt sich nur eine Woche nach den Schulöffnungen wieder zu. In allen Landkreisen - außer Traunstein - stieg die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen paar Tagen erneut rasant an. In den Kreisen Altötting und Mühldorf wurde wie erwartetet die 100-Marke geknackt. Den höchsten Wert meldet Altötting mit 114,8. Das zuständige Landratsamt kündigte hier bereits am Freitag für kommende Woche wieder härtere Regelungen an. Der Kreis Mühldorf wollte die Situation beobachten und erst dann reagieren.

Auch der Landkreis Rosenheim könnte schon am Sonntag den 100-Inzidenz-Wert wieder überschreiten - wobei am Wochenende erfahrungsgemäß deutlich weniger Daten übermittelt werden und so die Auswertung an diesem Tag verfälscht sein kann. Aktuell liegt der Wert bei 91,5. Im Berchtesgadener Land stieg die 7-Tage-Inzidenz nach drei Tagen Ruhe ebenfalls wieder deutlich auf 85,0 nach oben.

Der Landkreis Altötting hat zudem zwei weitere Todesfälle zu beklagen.

Corona-Ampel für die Region

Situation in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 9762 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 369 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt (Stand: 27. Februar, 0 Uhr). Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9164 neue Fälle und 490 neue Todesfälle registriert. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 63,8 - und damit erneut höher als am Vortag (62,6). Seit mehreren Tagen steigt die bundesweite Inzidenz wieder deutlich an. Vor fünf Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz allerdings noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2.434.446 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 69.888. In Bayern kamen 34 Todesfälle hinzu (gesamt nun 12.363).

mz/dpa

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