News-Ticker zur Corona-Pandemie

Panne beim RKI: Corona-Zahlen wohl viel höher als gemeldet

RKI-Chef Prof. Dr. Lothar Wieler
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RKI-Chef Prof. Dr. Lothar Wieler

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr seit knapp neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag (23. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:


  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 114,9, Landkreis Rosenheim 85,7, Landkreis Traunstein 62,6, Landkreis Berchtesgadener Land 238,8, Landkreis Mühldorf 92,3, Landkreis Altötting 22,4 (Quelle/Stand: RKI, 23. Oktober, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 888, Landkreis Rosenheim 3069, Traunstein 1658, Berchtesgadener Land 877, Mühldorf 880, Altötting 792 (Quelle/Stand: RKI, 23. Oktober, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 202, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 23. Oktober, 0 Uhr)
  • Mindestens 9954 Todesfälle in Deutschland (2726 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:


Update, 21.05 Uhr - Panne beim RKI: Corona-Zahlen wohl viel höher als gemeldet

Panne beim Robert-Koch-Institut: Wegen einer technischen Störung ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Corona-Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte die Bundesbehörde mit.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. „Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen.“ Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann am Samstag in der Publikation. „Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen“, ergänzte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Am Freitag meldete das RKI 11.242 neue Corona-Fälle. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Zahlen tatsächlich höher sind als gemeldet.

In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lag die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen am Donnerstag offenbar deutlich höher als vom RKI gemeldet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums gingen am Freitag bei elf Kreisen und kreisfreien Städten in NRW null Neuinfektionen in die RKI-Statistik ein. Betroffen waren auch Großstädte und Corona-Hotspots wie DortmundDuisburg und Wuppertal. Diese Gebiete gelten definitiv nicht als „coronafrei“. Die Zahlen könnten letztlich erst am Samstag in die Statistik einfließen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Update, 19.25 Uhr - 25 Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 211 aktive Corona-Fälle vor. Seit Donnerstag sind 25 Neuinfektionen eingegangen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit laut Gesundheitsamt bei 64,85. Derzeit werden neun COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein behandelt, davon sieben auf der Normalstation und zwei auf der Intensivstation.

31 neue Corona-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Donnerstag 31 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich zwei Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 903 (Meldestand: 23. Oktober, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land sinkt leicht auf 278,49.

Update, 18.39 Uhr - Verwaltungsgericht München: Berchtesgadener Gymnasiastin darf vorerst nicht in die Schule

Eine Schülerin aus Berchtesgaden darf wegen der hohen Corona-Zahlen in ihrem Landkreis weiter nicht ihr Gymnasium in Traunstein besuchen. Das Verwaltungsgericht München bestätigte am Freitagabend die Anordnung des Landratsamts Berchtesgadener Land, nach der Schüler, die im Landkreis wohnen, keine Schulen außerhalb besuchen dürfen. Die Schülerin hatte sich mit einem Eilantrag an das Gericht gewandt, um wieder in die Schule im Nachbarlandkreis gehen zu dürfen. Dabei berief sie sich auf nachteilige Bildungschancen und verwies auf eine unmittelbar bevorstehende Prüfung.

Das Gericht erachtet die Einschränkung des Landratsamtes angesichts der hohen Corona-Zahlen aber für verhältnismäßig. Am Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - bei 292,65 gelegen, die höchste Zahl eines Landkreises bundesweit. Am Freitag sank der Wert leicht auf 278,49.

Die Beschränkung des Schulbesuchs für Schüler, die außerhalb Schulen besuchen, erweise sich als effektive Strategie, um der Ausbreitung des Virus über die Landkreisgrenze hinaus entgegenzuwirken, argumentierte das Gericht. Mehr als 1600 Schüler besuchen laut Gericht schulische Einrichtungen außerhalb des Landkreises - eine deutliche Verbreitungsgefahr.

Die Schülerin sei auch nicht in ihrem Recht auf gleiche Bildungsteilhabe verletzt, da ihr das Nacharbeiten von Lernstoff im digitalen Zeitalter zumutbar sei, entschied das Gericht weiter. Das Interesse der Allgemeinheit an Gesundheitsschutz überwiege hier. Gegen den Beschluss kann die Schülerin binnen zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Dem Verwaltungsgericht liegen weitere Klagen und Eilanträge gegen die strengen Beschränkungen durch das Landratsamt vor, die einer Art Lockdown gleichkommen.

Update, 17. 35 Uhr - Spahn macht Hoffnung: Firma Biontech dicht vor Impfstoff-Zulassung

In der Corona-Krise richten sich angesichts weiter rasant steigender Infektionszahlen wachsende Erwartungen an einen Impfstoff gegen das Virus. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Freitag seine Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Unterdessen mehren sich Hinweise, dass Gesundheitsämter in einigen Städten mit der Verfolgung von Infektionsketten nicht mehr hinterherkommen. Für Donnerstag kommender Woche kündigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Regierungserklärung im Bundestag an.

Die Ämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zum zweiten Mal mehr als 11 000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Die vom RKI am Freitagmorgen veröffentlichte Zahl von mindestens 11 242 Neuinfektionen lag nur geringfügig unter der bisherigen Höchstmarke vom Vortag (11 287 Fälle). Allerdings kann die aktuelle Gesamtzahl noch höher liegen, da es wegen einer technischen Störung am RKI am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen aus den Bundesländern kam.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Der „Spiegel“ zitiert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seiner neuen Ausgabe mit den Worten, es könne Januar sein, vielleicht auch Februar oder März – oder sogar noch später. 

bild.de hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videokonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Spahn Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen früher möglich sein könnten. Spahn habe erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Fragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe er gesagt: „Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren.“

Update, 17.04 Uhr - Allerheiligen während Corona: Segnung der Gräber im Kreis Traunstein ohne Gläubige

Angesichts der wieder steigenden Corona-Fallzahlen in der Region, haben sich die beiden Landkreisdekane Georg Lindl, Dekanat Traunstein, und Konrad Roider, Dekanat Baumburg, mit Landrat Siegfried Walch auf eine gemeinsame Linie zur Durchführung von Allerheiligen verständigt.

Der Kirchgang sowie die Gräbersegnung an Allerheiligen gehört in unserer Region als katholisches Hochfest zu unseren kulturellen Wurzeln“, so die beiden Landkreisdekane und weiter: „Und wir wollen auch dieses Jahr unseren Verstorbenen gedenken. Allerdings stellt uns alle die Corona-Pandemie vor besondere Herausforderungen“.

Vor dem Hintergrund, dass größere Menschenansammlungen auf engem Raum – auch unter freiem Himmel – immer ein potenzielles Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko darstellen, raten sie deshalb dringend zum Verzicht auf eine offizielle Gräbersegnung mit der gesamten Kirchengemeinde an Allerheiligen ab.

„Selbstverständlich ist gegen einen Gottesdienst unter der Einhaltung der bisherigen Hygieneregelungen wie unter anderem der Maskenpflicht nichts einzuwenden – die Hygienekonzepte werden von unseren Kirchen wie bisher vorbildlich eingehalten. Gerade auf kleinen Friedhöfen wird es aber gar unmöglich sein, dass der erforderliche Mindestabstand der Gläubigen zwischen den Gräbern gewahrt wird“, so Landrat Siegfried Walch.

Die Segnung der Gräber soll daher ohne Beteiligung der Gläubigen stattfinden, so der gemeinsame Entschluss. Nur so könne vermieden werden, dass es eventuell zu einem größeren Infektionsgeschehen kommt aber Allerheiligen trotzdem seinen großen Wert zugesteht. „Für uns alle hat der Schutz der Gesundheit höchste Priorität und hoffen auf Verständnis“, so die beiden Landkreisdekane und Landrat Walch.

Update, 16.24 Uhr - 38 neue Fälle im Kreis Mühldorf: Davon 23 positive Tests im Putenschlachthof Ampfing verzeichnet

Im Landkreises Mühldorf am Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 22. Oktober, 38 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 23. Oktober, 8 Uhr).

Davon sind 23 positiv bestätigte Fälle unter den Mitarbeitern am Putenschlachthof Ampfing aus einer weiteren Reihentestung zu verzeichnen. Die Schlachtung im Betrieb wurde eingestellt. Im Laufe des kommenden Sonntags werden alle Schlachthofmitarbeiter erneut einer Testung unterzogen, so das Gesundheitsamt Mühldorf.

Unter den neuen bestätigten Fällen befinden sich auch zwei Erzieherinnen im Waldorfkindergarten Mühldorf sowie jeweils ein Schüler einer Klasse in der Grundschule Ramsau und am Gymnasium Gars. Die entsprechende KIGA-Gruppe bzw. die jeweilige Klasse der betroffenen Schüler befinden sich in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 909 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 693 wieder genesen. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27. Die 7-Tage-Inzidenz außerhalb des Infektionsgeschehens am Schlachthof liegt laut Gesundheitsamt bei 65,6, insgesamt bei 115,6. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf am Inn 189 aktive Fälle, davon werden sechs Personen stationär behandelt.

Update, 15.42 Uhr - Der dritte Tag in Folge: Österreich erneut Rekordwert an Corona-Neuinfektionen gemeldet - 2571 neue Fälle

Österreich hat den dritten Tag in Folge einen Rekord an Corona-Neuinfektionen registriert. Am Freitag meldeten Innen- und Gesundheitsministerium 2571 neue Fälle binnen 24 Stunden. Bereits am Donnerstag und am Mittwoch waren jeweils Höchststände seit Beginn der Pandemie erreicht worden. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 154,4 pro 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit im bundesweiten Durchschnitt 60,3.

Besonders betroffen sind die Bundesländer Salzburg (238,5), Tirol (215,4) und Vorarlberg (206,7) sowie Wien (189,8). Auch das mit den österreichweit wenigsten Fällen von der deutschen Reisewarnung ausgenommene Bundesland Kärnten zählte am Freitag 69,1 Fälle pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten nun laut der Gesundheitsbehörde Ages rund 26.000 Menschen als aktiv erkrankt. 1058 Covid-19-Patienten wurden am Freitag im Krankenhaus behandelt, 158 von ihnen intensivmedizinisch.

dpa

Update, 15.05 Uhr - Berchtesgadener Land: Landrat Kern über die Gründe der Maßnahmen in Videobeitrag

Im Video äußert Landrat Bernhard Kern: „Nachdem wir in den letzten Tagen beobachten konnten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die auferlegten Maßnahmen halten, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass es keinen Grund mehr gibt, auch die Mitnahme oder die Lieferungen von Speisen nach 20 Uhr zu untersagen. Deswegen wird diese Regelung ersatzlos aus der Allgemeinverfügung gestrichen. Ich hoffe, dass dies unserer Gastronomie und auch den Bürgerinnen und Bürgern mehr Freiraum verschafft, gerade mit Blick auf das bevorstehende Wochenende. Darüber hinaus haben wir die Begründung zur leichteren Verständlichkeit noch einmal überarbeitet. Wir hoffen, damit noch größere Transparenz und bessere Nachvollziehbarkeit zu erreichen.“

Update, 13.36 Uhr - Polizist bei Demonstration gegen Maskenpflicht verletzt

Bei einer spontanen Demonstration gegen die Maskenpflicht in Nürnberg ist ein Polizist verletzt und ein Demonstrant in Gewahrsam genommen worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten sich am Donnerstagabend etwa 30 Menschen in der Nürnberger Innenstadt getroffen, um gegen die Maskenpflicht zu demonstrieren.

Demnach nahmen alle Teilnehmer der Gruppe zeitgleich ihre Masken ab und skandierten gegen die Maskenpflicht. Die Polizei löste das Treffen auf, da die Teilnehmer aggressiv und uneinsichtig reagierten. Ein 45-jähriger Teilnehmer leistete Widerstand und verletzte dabei einen 32-jährigen Polizisten leicht. Der 45-Jährige wurde in Gewahrsam genommen. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht und gegen das Versammlungsgesetz.

Update, 12.53 Uhr - Landkreis Altötting überschreitet wohl heute „Warnstufe 35“

Das Altöttinger Landratsamt teilte soeben mit, dass die 7-Tage-Inzidenz sowohl auf den Seiten des Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als auch des Robert-Koch-Instituts (RKI) nicht dem aktuellen Datenstand entspreche. Laut Berechnungen des Alöttinger Landratsamtes betrage mit Stand 23. Oktober 2020 die 7-Tage-Inzidenz für den Kreis Altötting 29,59. Eine abschließende Lagemeldung werde aktuell erstellt und im Laufe des Tages aktualisiert. Man gehe davon aus, dass dann der Inzidenzwert von 35 übersprungen wird.

Sollte der kritische 7-Tages-Inzidenzwert von 35 noch heute überschritten werden, treten voraussichtlich ab Sonntag verschärfte Maßnahmen in Kraft. Dazu zählen:

  • Maximal zehn Personen oder 2 Hausstände bei Kontakten, privaten Feiern und im öffentlichen Raum
  • Maskenpflicht, wo Menschen dichter und länger zusammen sind, unter anderem auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auch am Platz in weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 und Hochschulen
  • Sperrstunde ab 23 Uhr, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr, Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen ab 23 Uhr

Update, 12.26 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Rosenheim: Superspreading-Event

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 15.10.2020 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 297 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Seit dem 21.10. ist es dabei in Stadt und Landkreis zu einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen gekommen. Bisher sind insgesamt 3955 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 3067, Stadt: 888). Seit Juni liegt im Gegensatz zum Beginn der Pandemie der Schwerpunkt der Altersstruktur der positiv Gemeldeten bei Jugendlichen und Erwachsenen bis 60 Jahren. Personen ab 80 Jahren sind bislang noch kaum betroffen. Mittlerweile wurde bei mindestens 3163 Personen eine Genesung dokumentiert.

Seit dem letzten Wochenbericht sind drei weitere Personen im Landkreis mit über 80 Jahren mit einer COVID-19-Infektion verstorben. Der letzte Todesfall war am 06.07. gemeldet worden. Insgesamt sind nunmehr 225 Personen an und mit COVID-19 gestorben (Landkreis: 202, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 148 Verstorbene waren über 80 Jahre alt.

„Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern. In einem Fall wurde eine Party in einem unbelüfteten Kellerraum mit über 30 Personen gefeiert. Dem Gesundheitsamt gegenüber wurde durch den Verursacher des Ausbruchs die Feier nicht genannt, so dass wertvolle Zeit zur Eindämmung des Geschehens verloren wurde. Der Fall wurde mittlerweile der Kriminalpolizei übergeben“, so das Rosenheimer Gesundheitsamt.

Update, 11.27 Uhr - Seit heute in Kraft: Verschärfte Corona-Regeln und Testpflicht für ausländische Pendler

Die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots und die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten sind in Kraft. Am späten Donnerstagabend veröffentlichte das Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

Welche Regionen von der dunkelroten Warnstufe betroffen sind, will das Ministerium künftig täglich um 15 Uhr auf seiner Homepage veröffentlichen. Zunächst standen darauf sieben Regionen: Stadt und Landkreis Schweinfurt, der Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Weiden in der Oberpfalz, Augsburg, der Landkreis Passau sowie der Kreis Berchtesgadener Land. Der Kreis Rottal-Inn stand dagegen zunächst nicht darauf - obwohl dieser nach Angaben eines Sprechers zuletzt ebenfalls über der 100er-Marke lag, wegen eines technischen Übermittlungsfehlers aber in der Liste des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit einem falschen Wert geführt wurde.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt laut der geänderten bayerischen Verordnung seit Freitag: Wer „regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten“, muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie alle österreichischen Bundesländer außer Kärnten.

Update, 10.39 Uhr - Bayerns Polizei ist Corona-Sündern auf der Spur

Angesichts der deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen kontrolliert die bayerische Polizei am Freitag verstärkt die Einhaltung der Vorschriften. Die Beamten sollen unter anderem prüfen, ob die je nach der Stufe der Corona-Ampel geltende Maskenpflicht und die Abstandsregeln eingehalten werden, teilte das Innenministerium im Vorfeld in München mit. Dabei soll es auch verstärkte Kontrollgänge auf U-Bahnhöfen geben. Für Verstöße drohen Verwarnungen in Höhe von 55 Euro, bei Vorsatz auch Bußgelder in Höhe von 250 Euro oder mehr. Die Polizisten sind den Angaben nach beauftragt, Verstöße konsequent zu ahnden.

Es ist die zweite bayernweite Schwerpunkt-Kontrollaktion dieser Art. Die erste hatte im Frühjahr zur Zeit der Ausgangsbeschränkungen stattgefunden. Damals war die Polizei weitgehend zufrieden mit der Disziplin der Bevölkerung, musste aber auch 3000 Verstöße gegen die Maskenpflicht feststellen. Inzwischen gehen Politiker und Ordnungshüter davon aus, dass die Bereitschaft zum Einhalten der Regeln vielerorts gesunken ist. Vor allem von privaten Feiern in Kellern, Partyräumen und Garagen befürchten Experten eine hohe Ansteckungsgefahr.

Update, 9.08 Uhr - Rosenheim sagt Mantelsonntag nun doch ab

Die Stadt Rosenheim hat auf die stark gestiegende 7-Tage-Inzidenz (jetzt bei 114,9) nun doch reagiert und den verkaufsoffenen Sonntag (Mantelsonntag) einschließlich des Simon- und Judäi-Markt nun doch abgesagt. „Unter diesen Voraussetzungen noch ein Marktgeschehen mit verkaufsoffenem Sonntag zu veranstalten, ist nicht angemessen. Jetzt muss jede Situation vermieden werden, die zu weiteren Infektionen beitragen könnte“, sagte Oberbürgermeister Andreas März (CSU).

Weitere Informationen zur Absage gibt es im Extra-Artikel von rosenheim24.de.

Update, 9.07 Uhr - Corona-Chaos in Österreich - Verordnung erst ab Sonntag

Die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus treten in Österreich überraschenderweise erst am Sonntag, 0 Uhr, in Kraft. Wie das österreichische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, dürfen sich ab dann drinnen nur noch sechs Personen zu privaten Veranstaltungen wie Tanz- und Yogakursen oder zu Geburtstagsfeiern treffen. Für Feiern in der eigenen Wohnung gilt der dringende Appell, sich ebenfalls an diese Regel zu halten. Im Freien liegt die Obergrenze bei zwölf Menschen. Die Regierung hatte ursprünglich angekündigt, dass die strengeren Maßnahmen schon ab Freitag gelten werden. Die Verschiebung wurde damit begründet, dass man den Menschen genügend Zeit geben wollte, sich damit „vertraut“ zu machen.

Für Bewohner in Seniorenheimen gilt künftig eine Maskenpflicht in den allgemein zugänglichen Bereichen, gleiches gilt für Fußgänger-Passagen. Hobby-Chöre und Kapellen dürfen auf Amateurniveau in Räumen nur maximal zu sechst zusammenkommen. Zudem sollen Gesichtsvisiere verboten werden. Allerdings kommt das „Aus“ hierfür nach Informationen von oe24.at erst nach einer Übergangsfrist von zwei Wochen. Zudem gibt es weitere Regeln für Kultur-, Sport- und Gastronomiebereich. Außerdem gilt im öffentlichen Raum wieder der verpflichtende Mindestabstand von einem Meter bei haushaltsfremden Personen.

Update, 7.31 Uhr - 7-Tage-Inzidenz in Stadt Rosenheim jetzt weit über 100

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am frühen Morgen erneut über 11.000 neue Corona-Fälle in Deutschland. Auch die Fallzahlen in der Region bzw. die sogenannte 7-Tage-Inzidenz sind teilweise erheblich angestiegen. So schnellte der Wert in der Stadt Rosenheim von 96,0 auf 114,9 nach oben. Damit würde sich die Stadt in Sachen Corona-Ampel im dunkelroten Bereich bewegen, der von der bayerischen Staatsregierung demnächst geschaffen werden soll und noch schärfere Maßnahmen (wie z.B. eine Sperrstunde um 21 Uhr) bedeuten könnte. Auch im Landkreis Rosenheim (82,3 auf 85,7) und Landkreis Traunstein (59,8 auf 62,6) stiegen die Werte erneut leicht.

Im besonders stark betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, für den ja seit Dienstag quasi ein zweiter „Lockdown“ gilt, sank der Wert indes von knapp unter der 300er-Marke (292,6) auf 238,8, liegt aber weiterhin im tief-gefährdeten Bereich. Auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting sanken die Werte leicht, wobei der Landkreis Mühldorf nach wie vor eine 7-Tage-Inzidenz von über 90 (92,3) aufweist.

Erneut mehr als 11.000 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 23.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mh/mw/dpa

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