Streit um Jodl-Grab auf Fraueninsel noch nicht vorbei

Künstler Kastner will nicht aufgeben: "Ein skandalöses Urteil"

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Das Jodl-Grab auf der Fraueninsel.
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München/Fraueninsel - Im Rechtsstreit um das Grab des Nazi-Generals Alfred Jodl auf der Fraueninsel hatte ein Gericht die Berufung von Wolfram Kastner zurückgewiesen. Der verurteilte Künstler will dies jedoch nicht hinnehmen.

Das Landgericht München I hatte am Dienstag entschieden, dass Kastner, der das Grab auf der Fraueninsel gleich zweimal mit rotem Farbe verunstaltet hatte, für die Reinigungskosten in Höhe von knapp über 4.000 Euro aufkommen muss. Während Kastner der Meinung ist, dass es sich dabei um "Kunstaktionen" handeln würde, begründete die Kammer ihr Urteil damit, dass derartige Aktionen nicht von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt seien, sondern vielmehr "ein Eingriff in das Eigentum der Familie Jodl" seien.

Die Kammer des Landgerichts München I bestätigte damit die Rechtsauffassung des Amtsgerichtes München, von dem Kastner bereits im März diesen Jahres in erster Instanz verurteilt worden war. Seine Berufung wies das Landgericht nun zurück und die Revision wurde nicht zugelassen.

Kastner hält Urteil für einen Skandal

Kastner will sich aber dennoch nicht mit dem Urteil abfinden. "Das skandalöse Urteil werden wir nicht akzeptieren und Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen", erklärte Kastner in einer Pressemitteilung, die rosenheim24.de vorliegt. 

Auch sein Rechtsanwalt Jürgen Arnold schlug scharfe Töne an: "Die alte, schon vor fast 100 Jahren von Kurt Tucholsky verkündete Wahrheit, dass deutsche Richter in der politischen Skala eher rechts stehen, hat sich auch bei diesem Urteil wieder bewahrheitet." Arnold hält das Urteil ebenfalls für einen Skandal: "Trotz vielfältiger Argumentationen unsererseits wird mein Mandant Kastner verurteilt, die Renovierung eines Ehrenkreuzes für einen Massenmörder und nationalsozialistischen Gesinnungstäter zu bezahlen."

mw

Quelle: chiemgau24.de

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