Einsparungsziel von jährlich 250 Millionen Euro

Wacker Chemie AG streicht 1.200 Stellen – Konzern gibt Details bekannt  

1.000 Stellen sollen deutschlandweit bei der Wacker Chemie abgebaut werden. Erst im Januar verkündete das Unternehmen einen Verlust von 630 Millionen Euro für das Jahr 2019.
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1.000 Stellen sollen deutschlandweit bei der Wacker Chemie abgebaut werden. Erst im Januar verkündete das Unternehmen einen Verlust von 630 Millionen Euro für das Jahr 2019.

München/Burghausen – Die Wacker Chemie AG hat neue Details zum geplanten Stellenabbau bekannt gegeben. Demnach sollen bis Ende 2022 1.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden, 200 weitere im Ausland. Dennoch gibt es diesbezüglich auch positive Nachrichten zu vermelden.  

Die aktuelle Lage zwingt die Wacker Chemie AG zum Handeln. Im Januar verkündete das Unternehmen noch einen Verlust von 630 Millionen Euro. Deshalb hat der Konzern ein Effizienzprogramm „Zukunft gestalten“ ins Leben gerufen, um rund 250 Millionen Euro jährlich einzusparen. Dazu gehört auch ein Stellenabbau, der bereits im Februar verkündet worden ist. Nun sind die genauen Details vereinbart worden.


Wacker Chemie AG baut 1.000 Stellen in Deutschland ab

Nun wurde eine Rahmenvereinbarung mit dem Betriebsrat unterzeichnet, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab. Bis Ende des Jahres 2022 sollen demnach 1.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden – vor allem in den Verwaltungsbereichen des Konzerns sowie den indirekten und nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche. Zusätzlich sollen weitere 200 Stellen außerhalb von Deutschland wegfallen.


„Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen. Dazu zählen Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge“, heißt in der Mitteilung. Betriebsbedingte Kündigungen wären nach der jetzt getroffenen Vereinbarung ausgeschlossen. Zusätzlich sollen Auszubildende bei Eignung weiterhin übernommen werden.

Die Reaktionen im Februar von lokalen Politikern fiel damals unterschiedlich aus. Während der ehemalige Burghauser Bürgermeister Hans Steindl von einer „ersten Welle sprach“, war es für Staatssekretär Stephan Mayer ein Schock. Für die Mitarbeiter selbst war die Nachricht nicht überraschend.

Rudolf Staudigl: „Zentrales Anliegen, dass profitable Wachstum des Konzerns zu unterstützen“

Im Mittelpunkt der Maßnahmen sei es laut Vorstandsvorsitzenden Rudolf Staudigl, die Organisation „konsequent neu auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden auszurichten und so das profitable Wachstum des Konzerns zu unterstützen.“ Der Fokus liege dabei nicht nur auf Einsparungen, sondern auch auf die Wettbewerbsfähigkeit für zukünftige Herausforderungen.

„Mit den jetzt abgeschlossenen Vereinbarungen haben wir den Rahmen dafür geschaffen, um mit den geplanten organisatorischen Veränderungen zügig in die Umsetzung gehen zu können. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern werden wir jetzt die detaillierte Ausgestaltung der Personalmaßnahmen erarbeiten“, sagte Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor Christian Hartel.

Der Gesamtbetrag der Einsparungen resultiere dabei jeweils etwa zur Hälfte aus Sachkosten und Personalkosten. Bei den Sachkosten erwartet der Konzern bereits in diesem Jahr mehr als 50 Millionen Euro, 2021 werden es voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro sein. Wesentliche Einsparungen bei den Personalkosten erwarte Wacker dagegen erst ab dem kommenden Jahr. Inwieweit Stellen am größten Standort in Burghausen mit rund 8.000 Mitarbeitern betroffen sind, darüber machte der Konzern keine Angaben.

jz/Pressemitteilung Wacker Chemie AG

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