Wegen 5G-Ausbau

Bürgerinitiativen des Alpenvorlands fordern geringere Strahlenbelastung

Stellvertretend für die Bürgerinitiativen des Alpenvorlandes haben Rechtsanwältin Sibylle Killinger, Eric Schilwat und Dr.-Ing. Hans Schmidt ein Schreiben verfasst, in dem sie fordern, die Strahlenbelastung auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß zu reduzieren. 

Das Schreiben der Bürgerinitiativen des Alpenvorlandes im Wortlaut:


Das BfS warnt: in Tierversuchen zeigt sich schon bei geringfügiger Strahlenbelastung eine signifikant tumorfördernde Wirkung. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes fordert es deshalb, zur Gefahrenabwehr eine  vorsorgliche Reduzierung der individuellen Strahlenexposition und eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung. 5G solle erst nach einer Gesundheitsverträglichkeitsprüfung eingeführt werden.  

Inkonsequenter Weise wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch Verkehrs- und Digitalminister Scheuer bis heute nicht entsprechend angepasst.  Daher werden jedenfalls in der näheren Umgebung von Mobilfunkmasten die als tumorfördernd identifizierten Strahlenwerte überschritten.  


Die Bürgerinitiativen des Alpenvorlands fordern, die Strahlenbelastung der Bevölkerung auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß zu reduzieren.  

In der Vergangenheit noch sprach der Staat auf der Grundlage der Einschätzung des BfS den hochfrequenten Strahlen jede Gefährlichkeit ab. Entsprechend hoch wurden die Grenzwerte in Verordnungen festgelegt, behördliche Verfahrensabläufe mit dem Ziel der Ermöglichung eines rasanten Ausbaus des  Mobilfunknetzes umgestaltet.  

Wegen eindeutiger Studienergebnisse hat das BfS inzwischen einen Richtungs wandel vollzogen. Nun warnt es auf seinen Internetseiten wie folgt:  

Die tumorfördernden Effekte (von hochfrequenten Strahlen bei Mäusen) waren bei einigen der  untersuchten Leber- und Lungentumorarten bereits in der Gruppe mit dem niedrigsten SAR Wert von 0,04 W/ kg signifikant. www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/ergebnisse/hff tumorfoerderung/hff-tumorfoerderung.html 

Es gäbe noch Unsicherheiten hinsichtlich möglicher langfristiger Wirkung hochfrequenter  elektromagnetischer Felder auf den Menschen und insbesondere auf Kinder.  

Es gibt Hinweise auf Störungen des Immunsystems, des Hormonhaushalts, Hinweise auf Herz Kreislauf Erkrankungen bis hin zu dem Verdacht, dass die Felder des Mobilfunks Krebs auslösen  oder eine bereits vorhandene Krebserkrankung verschlimmern könnten.  www.bfs.de/DE/mediathek/unterrichtsmaterial/mobilfunk/mobilfunk-material.html, Unterichtsmaterial des BfS,  Arbeitsblätter Mobilfunk ab Klasse 5, S.19 

Bis zur endgültigen Klärung der offenen Fragen fordert das BfS neben den bestehenden Vorschriften zur Gefahrenabwehr eine vorsorgliche Verringerung der individuellen (Strahlen-) Belastung und eine umfassende Information der Bevölkerung.   

Grundsätzlich fordert das BfS, dass wesentliche Parameter neuer Techniken so rechtzeitig  bekanntgegeben werden, dass die Wissenschaft und der Strahlenschutz Gelegenheit haben, vor  der Einführung der neuen Techniken deren Gesundheitsverträglichkeit zu überprüfen.  www.bfs.de/DE/themen/emf/hff/wirkung/hff-diskutiert/hff-diskutiert.html

Grundsätzlich fordert das BfS, dass wesentliche Parameter neuer Techniken so rechtzeitig  bekanntgegeben werden, dass die Wissenschaft und der Strahlenschutz Gelegenheit haben,  vor der Einführung der neuen Techniken deren Gesundheitsverträglichkeit zu überprüfen. www.bfs.de/DE/themen/emf/hff/wirkung/hff-diskutiert/hff-diskutiert.html 

Eine tumorfördernde Wirkung wurde also schon bei einem SAR-Wert von 0,04  W/kg festgestellt, dem geringsten untersuchten SAR-Wert. Bei einem Telefonat mit dem Handy treten üblicherweise SAR-Werte von 0,2 bis 1,2 W/kg auf. Der  zulässige Richtwert liegt sogar bei 2 W/kg, also einem 50-mal höheren Wert als der, der das Krebswachstum nachweislich signifikant begünstigt. Dieselbe Problematik besteht auch bei der von Mobilfunkmasten ausgehenden Strahlung.  

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass das Krebsrisiko in Deutschland inzwischen bei fast 50 Prozent liegt (51 Prozent der Männer und 43 Prozent der  Frauen erkranken in Deutschland im Laufe ihres Lebens gemäß einem Bericht des Robert-Koch-Instituts an Krebs).  

Bei einer Übertragbarkeit der Tierversuche auf den Menschen wäre dementsprechend ein sehr hoher Prozentsatz der Bevölkerung von einer sich signifikant tumorfördernd auswirkenden Strahlung betroffen, ohne dies durch individuelles Nutzungsverhalten verhindern zu können. Denn die in Tierversuchen erwiesenermaßen tumorfördernden Werte werden zumindest in der unmittelbaren Umgebung von Mobilfunkmasten überschritten und in überlappenden Einwirkungsbereichen von mehreren in der Nähe befindlichen Funkmasten.

Die  festgestellte tumorfördernde Wirkung aus Tierversuchen korrespondiert im Übrigen mit Erkenntnissen aus epidemiologischen Langzeitstudien, also Studien von Menschen. Auch aus diesen ergeben sich deutliche Anhaltspunkte für eine  von Funkmasten ausgehende krebserregende beziehungsweise krebsfördernde Wirkung trotz Einhaltung der geltenden Grenzwerte.  

Diese Sachlage müsste eigentlich zu einer Grenzwertanpassung führen. Wohl wegen wirtschaftlicher Erwägungen wird dieser überfällige Schritt aber weder vom BfS gefordert noch vom zuständigen Digitalminister Scheuer umgesetzt.  

Dies will das BVMDE nicht hinnehmen und fordert, nur erwiesenermaßen gesundheitlich unbedenkliche Strahlenemissionen zuzulassen.

Schreiben der Bürgerinitiativen des Alpenvorlandes

Folgende Bürgerinitiativen schließen sich dieser Forderung an:

  • Bürgerinitiative Vorsicht Elektrosmog Achental
  • Bürgergemeinschaft für eine gesundheitsverträgliche Digitalisierung Altenmarkts
  • Bürgerinitiative Ammersee-Region 5G-frei
  • Bürgerinitiative „5G Total fatal Bad Endorf
  • Initiative Bad Wiessee
  • Bürgerinitiative Lebenswertes Bergen - 5 G frei
  • Bürgerinitiative Brannenburg
  • Ortsgruppe Bund Naturschutz Brannenburg-Flintsbach
  • Bürgerinitiative "Lebenswertes Chieming - 5G frei
  • Bürger-Initiative 5G-freies-Erlstaett
  • Gesundheit vor 5G – Initiative Bad Feilnbach
  • Initiative Flintsbach
  • Mobilfunkforum Füssen
  • Bürgerinitiative 5G Geretsried
  • Initiative Gmund
  • Bürgerinitiative 5G total fatal, Zweigstelle Grassau
  • Bürgerinitiative Mobilfunk Holzhausen
  • Arbeitskreis - Schutz vor Elektrosmog Icking
  • Bürgerinitiative Ismaning "Strahlungsarm und ohne 5G
  • Bürgerinitiative Kolbermoor
  • Initiative Kreuth
  • Bürgerinitiative Stoppt 5G in Lenggries
  • Bürgerinitiative - 5G-freier Landkreis Miesbach
  • Aktionsbündnis Zivilcourage Miesbach
  • Bürgerinitiative Aufklärung 5G Mindelheim
  • Bürgerinitiative 5G-freies Münsing
  • Bürgerinitiative gegen Funkanlagen in Neubeuern
  • Mobilfunk-Initiative-Oberallgäu
  • Mobilfunkinitiative Ostallgäu
  • Aktion Antenne Penzberg
  • Bürgerinitiative "Lebenswertes Rimsting - 5G frei
  • Initiativkreis Brennpunkt 5G Rosenheim
  • Bürgerinitiative Alpenvorland, 5G freier Landkreis Rosenheim
  • Bürgerinitiative Lebenswertes Ruhpolding - 5G frei
  • Bürgerinitiative der Gemeinde Seeon Seebruck
  • Bürgerinitiative SüdOstBayernAktiv
  • Bürgerinitiative Lebenswertes Traunstein ohne 5G
  • Bürgerinitiative 5G-freies Tutzing
  • Initiative Wackersberg
  • Bürgerinitiative Wolfratshausen zum Schutz vor Elektrosmog e.V.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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