Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Studie bestätigt traurigen Trend

Bayerns Singvögel: Kaum einer kennt sie mehr

Die Amsel hat nichts gegen einen Apfel.
+
Die Amsel hat nichts gegen einen Apfel.

Ob jung oder alt: Immer weniger Menschen kennen die einheimischen Singvögel.

München - Bayerns Gymnasiasten kennen keine Vögel mehr. Das war das Ergebnis einer Untersuchung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität vor drei Jahren. Bei 15 vorgelegten Bildern von heimischen Singvögeln konnten die befragten Schüler im Schnitt nur fünf Arten richtig benennen.

Erwachsene nur minimal besser als Schüler

Doch eine aktuelle Studie zeigt nun: Bei den Erwachsenen sieht es in Sachen Vogelkunde nicht viel besser aus.Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HWST) haben im Auftrag des Landesbunds für Vogelschutz eine repräsentative Studie durchgeführt, bei der rund 1000 Erwachsenen ebenfalls Bilder von 15 heimischen Singvogelarten vorgelegt wurden. Jetzt wurde das ernüchternde Ergebnis vorgestellt: Im Schnitt erkannten die Teilnehmer sechs der 15 Arten – und schnitten damit nur minimal besser ab als die Schüler vor drei Jahren.

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

Besonders alarmierend: 45 Teilnehmer konnten keinen einzigen Vogel benennen – und das, obwohl in der Auswahl eine ganze Reihe von „Allerweltsvögeln“ wie die Amsel, Star oder der Haussperling (Spatz) waren. Alle 15 Arten erkannten nur fünf Teilnehmer. Am häufigsten erkannten die Befragten die Amsel, die Elster und das Rotkehlchen. Schlusslicht ist der zugegeben nicht ganz leicht zu erkennende Erlenzeisig.

Häufigster Singvogel bayerns häufig nicht erkannt

Aber etwa auch der häufigste Singvogel Bayerns, der Buchfink, wurde nur sehr selten erkannt. Das sei schon erschreckend, sagt Student Benjamin Schmid, der die Studie mit seinem Kommilitonen Pirmin Enzensberger betreut hat. Wirklich überrascht habe ihn das Ergebnis aber nicht. „Denn wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umhöre, wird klar: Viele junge Menschen wissen nichts über unsere heimischen Singvögel.“

Das könnte Sie auch interessieren: Unbekannter schießt Amsel vom Baum

Die Studie zeigt auch: Das Geschlecht machte im Ergebnis keinen Unterschied. Wohl aber das Alter. Je jünger die Befragten, desto weniger Artenkenntnis. „Waren es früher oft noch die Großeltern, die ihren Kindern und Enkeln die Vögel beibrachten, bricht das Wissen jetzt nach und nach weg“, sagt Professor Volker Zahner von der HWST.

Befragte mit Garten schneiden besser ab

Eine weitere Erkenntnis der Befragung: Wer viel in der Natur ist – und zum Beispiel einen eigenen Garten hat – schnitt bei der kleinen Vogelkunde besser ab. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz, bilanziert: „Das Interesse am Naturschutz ist so groß wie nie. Doch gleichzeitig ist das Wissen so gering wie vielleicht noch nie.“

Den Naturschutzverbänden falle nun die Rolle zu, diesem Negativtrend bei der Artenkenntnis entgegenzuwirken. Denn eines hat die Studie auch gezeigt: Wer die heimischen Arten kennt, setze sich auch stärker für deren Schutz ein.

Kommentare