Bundestagsabgeordnete der Region zum verzögerten A8-Ausbau

Ludwig: "Der sechsstreifige Ausbau muss weiter geplant werden"

+
Daniela Ludwig (oben links), Hansjörg Müller (oben rechts), Peter Ramsauer und Bärbel Kofler repräsentieren die Region im Bundestag.
  • schließen

Rosenheim - Erneut ist das Thema A8-Ausbau im Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages verschoben worden. Das fordern Bundestagsabgeordnete der Region nun:

Der Frust über den geplanten A8-Ausbau wächst. Seit Jahren ziehen sich die Planungen hin. Vor allem Pendler warten darauf, dass sich etwas Grundlegendes an der wohl ältesten Autobahn Deutschlands ändert. Doch ein Neubau scheint ferner denn je. Momentan liegt das Projekt gänzlich auf Eis, bis sich das Bundesverkehrsministerium und der Rechnungsprüfungsausschuss einigen, wie es weitergehen kann mit dem A8-Ausbau. Doch wie nehmen die Bundestagsabgeordneten, welche die Region in Berlin vertreten, die aktuelle Situation wahr? Wir haben nachgefragt:

Das sagt die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU):

"Die Beratungen dazu dauern derzeit noch an. Der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema "Ausbau der A8" befassen. Ich bleibe dabei: Oberste Priorität beim Ausbau der viel frequentierten Autobahn muss die Verkehrssicherheit haben.

Meine Fraktion hält die Argumentation des Bundesrechnungshofes für nicht stichhaltig und deshalb fordern wir weiterhin ganz entschieden, dass der sechsstreifige Ausbau weiter geplant werden muss. Ich gehe auch davon aus, dass das Bundesverkehrsministerium die Wirtschaftlichkeit nachweisen wird.

Die Verkehrsbelastung auf der A8 wird noch weiter zunehmen und deshalb darf es ebenso keine Abstriche beim Lärmschutz zulasten der dort lebenden Anwohner geben. Neben einer Verbesserung der Verkehrssicherheit verhindert der Ausbau zudem Staus und beugt Verkehrsbehinderungen und Unfällen vor, wie sie derzeit alltäglich vorkommen.

Ein Ausbau, den wir heute planen, muss auch den künftigen Herausforderungen standhalten. Und nur das ist für mich tatsächlich sinnvolle und nachhaltige Verkehrsplanung im Sinne des Steuerzahlers."

Das sagt der Traunsteiner Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer (CSU):

"Der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages ist derzeit mit der Überprüfung der vorgetragenen Argumente befasst. Das Bundesverkehrsministerium liefert nochmals die Belege für die Wirtschaftlichkeit des sechsspurigen Ausbaus - auch zwischen Chiemsee und Landesgrenze. Wie von mir unzählige Male dargelegt, auch schon in meiner Zeit als Bundesverkehrsminister, halte ich den sechsspurigen Ausbau plus Standstreifen für unerlässlich."

Das sagt die Traunsteiner Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler (SPD):

"Für mich ist völlig unstrittig, dass wir schnellstmöglich aus Sicherheitsgründen an der A8 zwischen Chiemsee und der Landesgrenze auf ganzer Länge Standstreifen benötigen. Mit Blick auf die Ergebnisse der Prüfungen des sechsspurigen Ausbaus mit Standstreifen durch Bundesrechnungshof und Rechnungsprüfungsausschuss sehe ich meine Einschätzung zum Ausbau bestätigt: Ich setze mich seit Jahren für den maßvollen Anbau von Standstreifen und bestmöglichem Lärmschutz an der A8 auf dem Streckenabschnitt Chiemsee-Landesgrenze ein.

Die Verkehrszahlen stehen nicht für den großen Ausbau und unsere Landschaft im Chiemgau und im Berchtesgadener Land würde durch die große Ausbauvariante mit anderen Kurvenradien und Steigungen wesentlich mehr in Mitleidenschaft gezogen, als bei einem maßvollen Ausbau. Sehr wichtig ist für mich aber auch, dass wir schnellstmöglich mehr Lärmschutz für die Anrainerkommunen brauchen."

Das sagt der Traunsteiner Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller (AfD):

"Die Situation in Bezug auf einen Ausbau der A8 ist schon seit Jahrzehnten im Stillstand, auch wenn den Bürgern bisher immer wieder vonseiten der schon länger im Parlament sitzenden Parteien Sand in die Augen gestreut wurde. Und diese Verzögerungen haben im Endeffekt auch dazu geführt, dass die Situation bei der Planung immer verworrener wird.

Für die Anrainergemeinden und die Anwohner im Bereich der A8 besteht keinerlei Planungssicherheit. Daraus resultiert, dass seit Anbeginn dieser Diskussion auch schon Bauprojekte gestartet und abgeschlossen wurden, welche nun sehr nah an den bestehenden Verlauf der A8 heranreichen. Die Gemeinden wissen auch für ihre zukünftigen Planungen nicht, wie sie Gebiete ausweisen sollen, da immer ein Ausbau in irgendeiner Form im Raum steht.

Im Sinne der Anwohner ist es für mich aber entscheidend, dass bei jeder in die Planung genommenen Variante ein Lärmschutz für die Anwohner Priorität haben muss. Und das darf nicht von irgendwelchen Vorgaben abhängig sein, welche gegen das Wohl der Bürger gerichtet wären. Zur Not müssen diese Vorgaben geändert werden und an die Anforderungen der Jetzt-Zeit angepasst werden.

Weitere Informationen

Ich persönlich befürworte einen sechsspurigen Ausbau der Strecke. Wichtig ist aber nun, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, diese Strecke in den vordringlichen Bedarf aufgenommen und sofort im Anschluss mit den Planungen begonnen wird. Es kann nicht im Sinne der betroffenen Autofahrer, Anwohner, Gemeinden sein, dass wieder Jahrzehnte ins Land ziehen und keine Lösungen auf dem Tisch liegen. Dies gilt auch deswegen, weil ich davon ausgehe, dass die Bestandsstrecke in den nächsten Jahren noch weitere Ausbesserungen aufgrund des Alters nötig haben wird. Und nur mit Blick auf Brücken sollte hier zumindest gleicht Planungssicherheit herrschen, wie diese ausgerichtet werden sollen. Denn auch das sind Steuergelder!"

ksl

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT