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TV-Liebling und Star-Koch ist pleite

14 Millionen Euro: Schuhbecks Imperium bricht zusammen - Traunsteiner vor den Trümmern seiner Existenz

Schuhbecks teatro in Riem ist von dem Steuer-Vorfall nicht betroffen
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Der Sternekoch Alfons Schuhbeck aus München steckt offenbar in größeren finanziellen Problemen als bislang angenommen. Die Forderungen von Gläubigern sollen sich mittlerweile auf mehr als 14 Millionen Euro belaufen, wie das Magazin „Stern“ berichtet.

Alfons Schuhbeck begann als Koch und baute sich dann ein regelrechtes Firmengeflecht - viele sprachen von einem Imperium - auf. Doch nun steht er offenbar vor den Trümmern seiner Existenz.

München - TV-Koch (ZDF-„Küchenschlacht“) und Promi-Liebling Alfons Schuhbeck steht vor dem finanziellen Ruin. Und die Lage scheint noch deutlich prekärer als bisher bekannt. Knapp ein Jahr nach der Insolvenz sollen sich die Forderungen gegen seine Unternehmensgruppe auf rund 14 Millionen Euro belaufen. Neben Ansprüchen externer Gläubiger machen nach Informationen des Magazins „Stern“ verschiedene Schuhbeck-Firmen gegenseitig Forderungen geltend.

Schuhbeck ist einer der bekanntesten Köche und Gastronomen der Republik. Er hat schon die Beatles und Charlie Chaplin bekocht, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Queen - und immer wieder auch den FC Bayern München. Sein Name ist eine Marke. Er baute ein Firmengeflecht auf, unter anderem mit drei Restaurants, einem Catering-Service, einem Eissalon und Gewürzläden.

Im Sommer 2021 hatte der Münchner Starkoch nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. „Nachdem die vollmundig angekündigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich für meine Betriebe Insolvenz anmelden“, sagte Schuhbeck damals. „Das ist ein wirklich schwerer Schritt, aber mir bleibt nichts anderes übrig.“

Schuhbeck, der neben seinen TV-Aktivitäten am Platzl in Münchens Altstadt zwei Restaurants, eine Bar, eine Kochschule, einen Cateringservice, einen Gewürzhandel sowie eine Eisdiele betrieb, sah sich bereits im Juli 2021 zu diesem Schritt gezwungen. Ausgelöst wurde das Verfahren wohl unter anderem durch die Anträge zweier Krankenkassen.

Fehlende Bilanzen

Auch das Bundesamt für Justiz (BFJ) hat anschließend gegen den Münchner Starkoch ein Verfahren eingeleitet. Der mit Insolvenz und Steuerermittlungen kämpfende Gastronom hat demnach seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht. Unter anderem fehlen im Bundesanzeiger die Bilanze der „Schuhbeck‘s Holding GmbH & Co. KG“ und „Schuhbeck‘s Partyservice GmbH und Co. KG“ für die Jahre 2017, 2018 und 2019 - deswegen wurden Ordnungsgeldverfahren gegen die Unternehmen eingeleitet

Unterlagen aus der Insolvenzverwaltung sollen nun weiter zeigen, dass Corona mitnichten allein für die Pleite verantwortlich sein kann. Der Insolvenzverwalter soll dem „Stern“ zufolge in einem Bericht zu Schuhbecks Partyservice bereits für frühere Jahre Mängel bei der Buchführung kritisiert haben. Das „Buchwerk“ der Sparte sei schon für die Jahre 2016 und 2017 „höchst zweifelhaft, unvollständig und nicht ausreichend belastbar“. Zum anderen seien die Daten dieser Firma „unplausibel“, da sie über verbuchte Verbindlichkeiten von gut 1,8 Millionen Euro hinaus „offenkundig zu wenig Materialeinsatz aufweisen“.

Die Lage bei der Eventfirma muss also weit dramatischer gewesen sein als dargestellt. Eine mögliche Erklärung: Schuhbeck hatte seine Firmen auf dem Papier zwar separat geführt, die Geschäfte intern jedoch derart miteinander verwoben, dass Kosten und Einnahmen nur noch schwer zuzuordnen waren.

Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung angeklagt

Erschwerend hinzu kommt, dass die Staatsanwaltschaft München schon seit 2019 wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Schuhbeck ermittelt. In deren Zusammenhang wurden auch seine Geschäftsräume durchsucht. Sueddeutsche.de berichtete damals, dass es sich bei dem Verdacht der Steuerhinterziehung um eine Summe von „bis zu fast einer Millionen Euro“ handeln solle. „Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften“, sagte der Koch damals. Er stehe „den Behörden in allen Fragen Rede und Antwort“.

Bereits 1994 wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und etwa 250.000 Mark Geldstrafe verurteilt. Im November des vergangenen Jahres erhob die Münchener Staatsanwaltschaft erneut Anklage. Noch hat das Landgericht nicht entschieden, ob es zu einem Prozess kommt. Sollte dies der Fall sein und Schuhbeck verurteilt werden, droht dem Starkoch und TV-Liebling aufgrund der immensen Summen eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung.

Alfons Schuhbeck und sein Anwalt lehnten gegenüber mehreren Medienanstalten bislang einen Kommentar zu den neuen Vorwürfen ab. Der gebürtige Traunsteiner ist auch eng mit der Region verbunden. In Bad Reichenhall machte er seine Ausbildung zum Koch, doch aus einem ungewöhnlichen Grund. Denn als er noch Alfons Karg hieß und keinerlei Pläne für eine gastronomische Karriere, sondern eher als Musiker hegte, lernte er zufällig bei einem Auftritt in Waging den Gastwirt Sebastian Schuhbeck kennen. Dieser brachte ihn zu seiner wahren Berufung und adoptierte ihn später.

mz

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