Kommentar zur Nichtbenutzung von Radwegen

"Da bekomme ich oft den Mittelfinger zu sehen"

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Landkreis - Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr, weil Radfahrer auf der Straße statt auf dem Radweg fahren. Ein Verhalten, das unserem Volontär Andreas Hundseder gehörig auf die Nerven geht.

Gefühlt nicht nur einmal pro Woche komme ich in eine solche Situation: Ich fahre mit dem Auto auf einer Straße. Vor mir ein Radfahrer. So weit, so gut - wäre da nicht ein unübersehbarer Radweg direkt neben der Straße.

Sofort stellt sich bei mir ein Kopfschütteln ein und ich frage mich ein weiteres Mal: 'Warum benutzen viele Radfahrer nicht die Radwege?'

Rennradler sind nicht ausgenommen

Die Aussagen vieler (Renn-)Radfahrer sind wohl bestens bekannt: "Die Radwege sind dreckig" oder "Mit den dünnen Rennradreifen und den Steinen auf den Radwegen ist es gefährlich". Fakt ist aber: 

"Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt keine Ausnahmeregelung von der Radwegebenutzungspflicht, die unmittelbar an bestimmte Fahrradtypen (wie z.B. Rennräder) oder an eine bestimmte Geschwindigkeit geknüpft ist."

Diese Erklärung findet sich auf der offiziellen Homepage des ADFC, dem Radler-Pendant zum ADAC. Daher ist es im Grunde für jeden Fahrradfahrer verpflichtend den Radweg zu benutzen.

Radwege wurden nicht zum Spaß gebaut

Volontär Andreas Hundseder kann das Meiden von Radwegen nicht nachvollziehen.

Auch wenn es selbstverständlich Ausnahmen gibt - beispielsweise wenn der Radweg vereist oder eine Gruppe von mehr als 16 Radlern zusammen unterwegs ist - ist es doch eigentlich nur logisch, den Radweg zu benutzen, wann immer es möglich ist. Die Kommunen haben die Wege schließlich nicht zum Spaß gebaut, sondern um die Sicherheit zu erhöhen.

Auch kann es freilich mal vorkommen, dass ein Radfahrer den Weg schlicht übersieht. Was mich dann aber oft erstaunt und auch ärgert, ist die Sturheit und Unfreundlichkeit einiger Radler, wenn man sie darauf hinweist.

Schon mehrmals habe ich als Beifahrer durch ein offenes Autofenster einem Radfahrer zugerufen, er möge doch bitte den Radweg benutzen. Da habe ich oft den Mittelfinger zu sehen bekommen.

Intoleranz und Unhöflichkeit

Diese Intoleranz und Unhöflichkeit schürt Aggressivität auf der Straße und macht viele Situationen noch gefährlicher.

Daher appelliere ich an alle Radfahrer: "Seid vernünftig! Bitte benutzt so oft es geht die ausgeschilderten Radwege. Damit tut ihr euch und den Autofahrern einen großen Gefallen und, was noch viel wichtiger ist, ihr verringert das Unfallrisiko für euch und andere."

Kommentar von Andreas Hundseder (andreas.hundseder@ovb24.de)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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