Kommentar zur Kritik von Usern

Betreiben wir "Hetze" gegen die Reichsbürger-Bewegung?

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Nach der für einen SEK-Beamten tödlichen Schießerei in Georgensgmünd diskutiert ganz Deutschland über diese Bewegung. Manche User finden das ungerecht. 

Der Artikel "5 Antworten zu den Reichsbürgern - Das müssen Sie jetzt wissen" hat uns bei einigen Usern Kritik eingebracht. Auch weil wir die Frage stellten: "Wie gefährlich ist die Reichsbürger-Bewegung?" 

"Frechheit" und Hetze?

Man könne nicht alle Menschen unter einen Hut stecken. Dies sei "eine Frechheit", schrieb uns etwa eine Userin auf Facebook. Sie kenne außerdem einige "Reichsbürger", von denen niemand gewaltbereit sei. 

Ein anderer User merkte an, dass wir doch auch nicht bei der Straftat eines Asylbewerbers sofort auf die ganze Gruppe schließen. Einige andere warfen uns gleich Hetze vor. 

Messen wir also hier mit zweierlei Maß?

Nein, wir differenzieren durchaus. Unter den "Reichsbürgern" sind sicherlich viele friedliche Leute, die sich einfach nur nicht an die Gesellschaftsordnung anpassen wollen. 

Politisch begründeter Griff zur Waffe

Ihre Weltsicht kann man weglächeln. Die Bewegung zu verharmlosen ist aber gefährlich. Weil nämlich die Bluttat in Georgensgmünd politisch begründet war. 

Social Media Manager Marcel Görmann reagiert auf Kritik, die vor allem auf der Facebookseite von chiemgau24.de geäußert wurde.

Wenn man dem Staat die Legitimation und Existenzberechtigung abspricht, dann heißt das eben auch, dass man das Gewaltmonopol des Staates nicht akzeptiert. Die letzte Konsequenz des Widerstandes ist dann der Griff zu einer Waffe

Weil die Motivation dieser Schüsse politisch war, ist es richtig, dass die Öffentlichkeit nun die ganze Bewegung kritischer unter die Lupe nimmt. Der Einzelttäter radikalisierte sich durch die Thesen der ganzen Szene.

Verschwörungstheorie kostete ein Menschenleben

Dass und wieso der Parlamentarische Rat 1948, kurz nach dem 2. Weltkrieg, ursprünglich keine Verfassung für die Ewigkeit schreiben wollte, lernt jeder im Geschichtsunterricht. In den vergangenen Jahrzehnten ist aus der Bundesrepublik aber ein funktionierender, souveräner Staat mit einer stabilen Demokratie gewachsen. 

Lassen wir uns das nicht von Verschwörungstheorien in Frage stellen. Kein Mensch sollte wegen solcher abstruser Ideen sein Leben verlieren, wie der SEK-Polizist am Mittwoch.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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