Bald dann afrika24.de?

Unsere Redaktion erhielt besondere "Hasspost" 

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Dieser "Gutschein" war in der Redaktionspost. 

Rosenheim - Feedback unserer User und konstruktive Kritik bekommen wir gerne und zahlreich. Zumeist erreicht sie uns per E-Mail, Facebook oder telefonisch. Nun bekamen wir aber einen kuriosen Brief. 

Aus Wasserburg erreichte uns ein "Gutschein" für eine Ausreise in Richtung Afrika. Als "Überfremdungsbefürworter" (das Wort steht nicht im Duden) will man uns nicht mehr in diesem Land haben.

Droht hier eine Kostenfalle?

Drei Optionen stehen zur Verfügung - doch überzeugen kann uns das Angebot nicht.

Eine eingehende Beschäftigung mit den Details des Reiseangebots lässt bei uns aber viele Fragen offen. Angeboten werden uns drei Reiseoptionen: Überfahrt mit einem Boot, Landweg über die Balkanroute oder Flug. Wir würden natürlich aus Komfortgründen die letztere Option wählen. Leider bleibt der Anbieter recht unklar, inwiefern aus dem Gutschein dann eine Kostenfalle werden könnte. Auf der Postkarte heißt es bei der Option Flug lediglich "zuzüglich Zuzahlung". 

Aktuelle One-Way-Flüge etwa in die südafrikanische Hauptstadt Kapstadt (wenn, dann wollen wir auch richtig weit weg!) kosten ab München rund 500 bis 670 Euro. Bei 13 Redakteuren, Reportern und Volontären, zusätzlich unserem Beinschuss-Kollegen (und ggf. Praktikanten) würde sich der Trip schnell auf fast 8.000 Euro summieren. Wer übernimmt das? 

Die Sonne Afrikas wäre eine echte Herausforderung für die helle Hautfarbe unseres Kollegen Marcel Görmann. 

Fraglich bleibt auch, ob der Anbieter ebenfalls die Reisekosten für unsere Ehepartner und Kinder übernimmt und uns vor Ort in Afrika ein Start-Paket (Unterkünfte, Fahrzeuge etc.) zur Verfügung stellt. Das würde das Ausreiseangebot selbstverständlich weitaus attraktiver gestalten. 

Schlechter Kundenservice: Niemand ging ans Telefon

Leider ging unter der angegebenen Telefonnummer aus Weidenthal (Rheinland-Pfalz) niemand ran, um uns diese drängenden Fragen zu beantworten. Wir müssen also feststellen: Undurchsichtiges Angebot und ein schlecht erreichbarer Kundenservice - so kommen wir nicht ins Geschäft! Eine nett gestaltete Postkarte alleine kann uns nicht überzeugen, unsere Zelte hier abzubrechen.

Wer uns jedoch bessere Reiseoptionen anbieten kann, darf sie uns gerne postalisch zusenden: Rathausstraße 4, 83022 Rosenheim. 

Erstellt wurde die Postkarte übrigens von der rechtsextremen Mini-Partei "Der III. Weg". Sprachliche Anlehnungen an das Dritte Reich sind kein Zufall. Gegründet wurde diese  Partei, die sich für einen deutschnationalen Sozialismus stark macht, von ehemaligen Aktivisten des im Jahr 2014 verbotenen Kameradschaft-Dachverbands "Freies Netz Süd". Auch Politiker und andere Journalisten erhielten in den letzten Wochen die Gutscheine der besonderen Art. 

verfasst von Marcel Görmann

Quelle: rosenheim24.de

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