Meine Ausbildung bei der KATHREIN-Werke KG

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Rosenheim - Eine Ausbildung bei Kathrein - wie ist das so? Andrea Perl schreibt über ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Entwicklung als Auszubildende beim weltweit größten Antennenhersteller.

Ein Auslandsaufenthalt ist bei Studenten inzwischen weit verbreitet, für Azubis aber nach wie vor etwas ganz Besonderes. Dabei lohnt sich ein Praktikum im Ausland in jedem Fall: Es bietet die Chance, sich zu qualifizieren, neue Kontakte zu knüpfen und internationale Erfahrungen zu erwerben. Im Rahmen der Ausbildung zur Industriemechanikerin bei Kathrein erhielt Andrea Perl die Möglichkeit, ein vierwöchiges Praktikum vom 04. Oktober 2014 bis zum 01. November 2014, in Dudley (Birmingham), zu absolvieren. Nach ihrer Rückkehr fasste sie ihre Eindrücke zusammen.

Erfahrungsbericht: Auslandspraktikum in England

„Bei der Organisation und der Finanzierung des Auslandsaufenthaltens bekam ich neben der Unterstützung von Kathrein auch Hilfe von der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und dem Dudley College, die unter anderem den Kontakt zu meinem Praktikumsbetrieb und der Gastfamilie herstellten.

Während der ersten Woche nahm ich an einem Sprachkurs am Dudley College teil, um meine Englischkenntnisse aufzufrischen und diese ein wenig zu verbessern. Außerdem konnte ich dort einen Einblick in die kulturelle Vielfalt des englischen Alltagslebens erhalten und habe viele interessante Menschen aus Pakistan, dem Iran, Portugal, Indien, Polen, Russland, Japan und Saudi-Arabien kennengelernt. Jeder hatte seine ganz eigenen Gründe, warum er ausgerechnet in Dudley gelandet ist. Doch was alle vereinte war, dass sie alle unglaublich gastfreundlich waren. Dies reichte sogar soweit, dass ich von einer pakistanischen Mitschülerin zu ihrer Hochzeit eingeladen wurde. In der zweiten Woche begann ich bei Savigny Oddie Limited zu arbeiten. Die kleine Firma mit 14 Angestellten stellt hauptsächlich Teile für Fremdfirmen her und hat sich auf CNC-Fräsen und -Drehen sowie Laser- und Biegebearbeitung spezialisiert. Sie produziert aber auch eine durch ein Patent geschützte Verbindungstechnik.

Während meines Aufenthaltes erhielt ich die Möglichkeit, meine Kenntnisse in der CNC-Fräs- und Drehprogrammierung zu vertiefen und Erfahrungen im Umgang mit mir fremden Maschinen zu sammeln. Ebenso lernte ich, einen Laser und eine Abkantpresse zu bedienen. Doch neben dem fachlichen Aspekt konnte ich auch einen Einblick in die Arbeitsweise einer Firma erhalten, die hauptsächlich von der Zerspanung lebt. Des Weiteren wurden mir die Unterschiede in der Arbeitnehmerfreundlichkeit zwischen Deutschland und Großbritannien bewusst. Trotz der Tatsache, dass die Umsatzziele des Unternehmens pro Monat und Jahr bekannt waren und die Motivation steigerten, kam der Spaß doch nie zu kurz. Und die Teepausen auch nicht.

Da es sich bei Savigny Oddie um eine sehr kleine Firma handelt, ist der Kontakt der Mitarbeiter ein ganz anderer. So kennen sich die Leute nicht nur untereinander, sondern auch die dazu gehörigen Familien und Lebensgeschichten. Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden auch durch gemeinsame Urlaube und Abendgestaltungen verstärkt.

Man kann sagen, dass es sich bei diesem Unternehmen mehr um eine kleine Familie handelt, in die auch ich herzlich aufgenommen wurde und sie haben es mit Humor genommen, wenn ich zum dritten Mal nachgefragt habe, weil ich etwas nicht verstanden hatte. Sie wissen, dass sie einen schwierigen Dialekt sprechen.

Natürlich bestand mein Leben dort nicht nur aus Arbeit. Ich war bei einer älteren Dame untergebracht, die sich alle Mühe gegeben hat, meinen Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu gestalten. Zur selben Zeit lebten dort noch zwei andere Austauschschülerinnen aus Chile und Kanada. An den Wochenenden machten wir viele Ausflüge, unter anderem in das Black Country Living Museum, das das Leben in der Region um 1900 zeigt.

Außerdem durfte ein Besuch im nahegelegenen Birmingham nicht fehlen, das neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten auch ein Oktoberfest zu bieten hatte. Dieses bestand aus einem fast leerem Bierzelt und schlechter Stimmungsmusik, was im Vergleich zum echten Oktoberfest schon ein bisschen zu wünschen übrig ließ.

Alles in allem war mein Aufenthalt in Großbritannien ein sehr interessanter, aufschlussreicher und vor allem abwechslungsreicher Abschnitt in meinem Leben, den ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Ich hatte nicht nur die Möglichkeit, meine Englisch-Fähigkeiten und meine Fachkenntnisse zu verbessern, sondern erhielt einen Eindruck von vielen Kulturen. Zusätzlich konnte ich für mich komplett neue Erfahrungen mit der englischen Lebensweise sammeln. Auch lernte ich die Menschen dort als unglaublich nett, gastfreundlich und stets bemüht, mir einen spannenden Aufenthalt zu ermöglichen, kennen.“

Andrea Perl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © re

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