Sternwarten-Leiter: "Das sieht kein Mensch!"

Warum der Supermond nur eine Erfindung aus den USA ist

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Auch Prof. Dr. Elmar Junker (rechts) wird wohl am Montagabend Ausschau halten nach dem "Supermond". 

Landkreis - Überall in den Medien ist vom "Supermond" die Rede, der am Montagabend über unserem Nachthimmel leuchten wird. Dank der guten Wettervorhersage, sollen wir sogar einen klaren Blick haben. 

Doch was ist wirklich dran an dem "Phänomen Supermond"? Professor Dr. Elmar Junker, Leiter der Sternwarte Rosenheim, hält nicht viel von dem ganzen Hype.

"Kein Grund für große Aufregung"

"Verglichen mit dem Vollmond, den wir am 16. Oktober um 6:23 Uhr hatten, ist der Vollmond heute um gerade einmal 0,5 Prozent größer und einen Prozent heller. Das sieht kein Mensch! Also kein Grund für große Aufregung" so Junker gegenüber rosenheim24.de. Da Vollmond in jeder Entfernung des Mondes vorkommt, kann es auffallen, dass er größer ist als im Mittel. "Aber der 'Hype', der gerade um ein paar Kilometer mehr Nähe gemacht wird, ist sehr übertrieben."

Tatsächlich wird der "Supermond" sowieso schon um 14:52 Uhr am Montag erreicht. Wenn bei uns der Mond sichtbar wird, ist die Entfernung zwischen ihm und der Erde schon wieder größer "und damit ist der Mond schon wieder ein Tick weniger beleuchtet, weil der Vollmond streng genommen schon wieder vorbei ist", so der Professor. 

Der Begriff "Supermond" ist in den letzten Jahren aus den USA zu uns herübergeschwappt. In der Fachwelt spricht man bei einer Himmelskonstellation wie am Montag von einem "Perigäum", nämlich dem Minimalabstand zwischen Mond und Erde. Diese beträgt theoretisch 356.400 Kilometer. Am Montag werden 356.523 Kilometer erreicht, also eine Entfernung in der Nähe des Minimums. 

"Wenn bei einem solch geringen Abstand auf der Ellipsenbahn Vollmond ist, spricht der amerikanische Volksmund von einem 'Supermond'", erklärt Junker. 

Der nächste Super-Supermond schon am 2. Januar 2018

In einer solchen Phase leuchtet der Mond rund 25 Prozent heller als bei einem Vollmond im Apogäum - also der größtmöglichen Entfernung von der Erde, die 406.700 Kilometer beträgt. Er ist am Montag außerdem 12 Prozent größer zu sehen als im Apogäum.

Wer das heutige Ereignis verpasst, hat bereits am 2. Januar 2018 die Chance, wieder einen sehr hellen Mond zu sehen. Anfang Januar wird der Abstand zum Vollmond nämlich nur rund 300 Kilometer mehr betragen als beim "Supermond" heute.

Was das Ereignis am 14. November jedoch besonders macht: Zuletzt war uns ein Vollmond im Jahr 1948 so nah

Wetterprognose: Himmel soll klar sein

Tatsächlich könnten Hobby-Astronomen und "Mondanbeter" am Montagabend Glück haben. Pünktlich zum "Supermond" soll der Himmel in unserer Region klar sein. Zwar werden abends Minusgrade erreicht, aber in der Alpenregion soll der Mond gut sichtbar leuchten. 

Schicken Sie uns Ihre "Supermond"-Fotos zu!

Wenn Sie ein schönes Foto vom "Supermond", also dem hellen Vollmond, machen, können Sie uns gerne zuschicken! Einfach unter Angabe ihres Namens und des Aufnahmeortes an: redaktion@ovb24.de oder direkt über das Leserreporter-Tool in unserer App hochladen. Wir freuen uns auf schöne Mond-Fotos aus der Region!

mg 

Quelle: rosenheim24.de

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