Auftakt unserer Serie

In diesem Rosenheimer Haus spukte es monatelang

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Dieses Foto der Hausnummer 13 zeigt das echte "Spukhaus". Zuvor war das Bild eines anderen Hauses aus der Königsstraße verwendet worden. Wir bedanken uns bei allen Lesern, die uns auf den Fehler hinwiesen.

Rosenheim - Zum Auftakt unserer Halloween-Serie "Spuk in der Region", wollen wir einen mysteriösen Fall aus Rosenheim in Erinnerung rufen. 

Die Königsstraße in Rosenheim hat viele wichtige Gebäude. Die evangelische Erlöserkirche mitsamt dem Gemeindehaus, das Amtsgericht - oder die Rückseite des Rathauses - für Auswärtige eher bekannt als das Polizeipräsidium der TV-Serie "Rosenheim Cops". 

Geht man jedoch noch etwas weiter in Richtung Ludwigsplatz, kommt man an einer Gebäudefassade vorbei, hinter der sich merkwürdige Dinge abgespielt haben sollen. 

Es begann im Jahr 1967. Die Ereignisse beschäftigen Wissenschaftler, die Stadtwerke Rosenheim, das Fernmeldeamt der Post sowie die Kripo. BR und ZDF schickten Fernsehteams für Reportagen in die Innstadt - und sogar die Wochenzeitung DIE ZEIT und der SPIEGEL berichteten. Selbst auf Wikipedia gibt es einen eigenen Eintrag zu den Vorfällen. Vor einigen Jahren brachte die ProSieben-Sendung Galileo Mystery dazu einen Beitrag. Noch immer wirft der Fall viele Fragen auf.

Im ersten Teil unserer Halloween Serie "Spuk in der Region", wollen wir in Erinnerung rufen, was damals passierte. Am Sonntag folgt ein Interview mit einem Experten zu diesem Fall.

Spuk in der Anwaltskanzlei Adam

Was soll von Sommer 1967 bis Januar 1968 in der Anwaltskanzlei Adam passiert sein? Ständig, wenn die damals 19-jährige Anwaltsgehilfin Annemarie Schaberl in der Kanzlei war, kam es zu unerklärlichen Vorkommnissen. Lampen drehen sich, Glühbirnen platzen, Schubladen gingen wie von Geisterhand auf und über den Telefonanschluss wurde bis zu 50-mal am Tag die Zeitansage unter der damaligen Telefonnummer 0119 gewählt, ohne dass es jemand getan haben will. 

Die Rosenheimer Stadtwerke kontrollierten daraufhin die Stromleitungen, installierten Spannungs- und Stromschreiber, und auch das Fernmeldeamt nahm Stellung zu den unerklärlichen Anrufen. Dutzende Menschen wurden Zeugen der Phänomene, darunter Physiker, Techniker, Klienten und Angestellte der Kanzlei.

Für Hans Bender, Leiter des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, war klar: Es war keine feststellbare technische Anomalie. Die junge Auszubildene Annemarie Schaberl sei vielmehr der Auslöser der Phänomene gewesen - unbewusst und durch "spontane Psychokinese". Persönliche Krisen, psychische Labilität, hohe kurzfristige Erregbarkeit und geringe Frustrationstoleranz - durch diese Kombination soll das Mädchen in gewissen Situationen nach außen gewirkt haben. Nicht zielgerichtet, nicht kontrolliert - aber für alle Welt sichtbar. 

Unerklärliche Zeugenberichte

In seinem Bericht zum Fall heißt es unter anderem: "Wenn dieses junge Mädchen durch den Flur ging, begannen die Lampen hinter ihr zu schwingen, explodierten Beleuchtungskörper, flogen die Scherben auf sie zu."

Ebenfalls in diesem Bericht festgehalten ist auch die Beobachtung von Paul Brunner von den Stadtwerken Rosenheim: "Bei einem kurzen Gespräch mit einer Bürokraft (Frl. Sch.) am kleinen Tisch vor dem Ölofen, stand Herr Brunner direkt vor dem Blumenbild, als RA Adam von links kommend das Büro betrat. In diesem Moment drehte sich das Bild sehr rasch um 320 Grad im Linksdrehsinn, sodaß sich der Aufhängedraht am Haken verwickelte." Von dieser Aussage gibt es auch eine Aufnahme (siehe unten). 

Ferner werden "Elektromeister Friedinger und Praktikant Meng von der Revisionsabteilung der Stadtwerke" als Zeugen benannt, die das Drehen und Schaukeln von Bildern beobachtet haben. In Benders Bericht heißt es: "Beide Zeugen sagten mir mit Bestimmtheit, daß jede Einwirkung einer Person ausgeschlossen sei." 

Zu den sonderbaren Anrufen bei der Zeitansage verweist Bender in seinem Bericht auf die schriftlich hinterlegte Zeugenaussage eines Steuerberaters Dr. Schmidt. Dieser sei am 17. Oktober 1967 im Zeitraum zwischen 17.35 und 17.55 Uhr in der Anwaltskanzlei Adam gewesen und "gab vor dem Verlassen die schriftliche Erklärung ab, daß während seiner Beobachtungen an dem einzig vorhandenen Apparat nicht gesprochen wurde. Zur selben Zeit registrierte die automatische Gesprächskontrolle etwa 20 Wahlen von 0119." 

Dass die Phänomene tatsächlich etwas mit der jungen Frau zu tun hatten, liegt nahe. Wobei es in der Stadt aber auch Gerüchte gab, die Söhne Adams hätten bei dem Spuk ihre Hände mit im Spiel. Als das Arbeitsverhältnis mit ihr im Januar 1968 aufgelöst wurde, sei es jedenfalls schlagartig wieder ruhig geworden in der Kanzlei. 

Bevor Schaberl die Kanzlei verließ, steigerten sich die Phänomene laut Benders Bericht im Zeitraum vom 5. bis 17. Januar noch mal: "Unter den Augen des Physikprofessors P. Büchel SJ traten Schubladen selbständig heraus, ein 3 1/2 Zentner schwerer Aktenschrank wurde um ca. 30 cm von der Wand abgerückt, Bilder und Kalender fielen von der Wand oder drehten sich." 

"Ich bin ein ganz normaler Mensch"

In einem Interview mit ProSieben beteuerte Annemarie Schaberl vor einigen Jahren, dass sie sich die Ereignisse von 1967/68 nicht erklären kann: "Ich bin ganz ein normaler Mensch. Mit einem normal ausgeprägten Hirn, der normal denken kann. Ich habe keine Kräfte. Es muss irgendwas anderes gewesen sein."

Quelle: rosenheim24.de

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