"Für einen sozialverträglichen Übergang"

Darum wurde am Donnerstag beim Auerbräu gestreikt

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Warnstreik für einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit beim Auerbräu in Rosenheim am Donnerstagmorgen

Rosenheim - Am Donnerstagmorgen legten mehrere Angestellte der Auerbräu GmbH und der Rosenheimer Spezialitätenbrauerei ihre Arbeit nieder. Was die Gewerkschaft für ihre Mitglieder fordert:

Für rund zwei Stunden stand am Donnerstagmorgen die komplette Produktion der Auerbräu GmbH und der Rosenheimer Spezialitätenbrauerei still. Auch ein Großteil der Mitarbeiter aus dem Bereich Fuhrpark beteiligte sich an der Arbeitskampf-Maßnahme, die von der NGG, der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten, organisiert wurde.

"In der Betriebsversammlung am 8. März haben wir zum erste Mal einen Tarifvertrag für die Altersteilzeit der Mitarbeiter hier in Rosenheim gefordert. Bisher wurden wir immer weiter vertröstet, ein Verhandlungstermin kam nicht zustande", erklärte der Vertreter der NGG, Georg Schneider, am Donnerstagmorgen vor Ort, und weiter: "Meines Wissens hat Paulaner in München einen solchen Tarifvertrag. Da fragen sich die Rosenheimer zurecht, 'Warum wir nicht auch?'"

"Sozialverträglicher Übergang in den Ruhestand"

Georg Schneider verwies weiter auf die demografische Entwicklung: "Der Altersdurchschnitt in der Branche wächst. (...) Zudem ist die Arbeit in den Sparten Logistik und Produktion für die Einzelnen sehr belastend. Es ist unvorstellbar, bis zum Rentenalter von 67 Jahren durchzuhalten." Ziel des zu verhandelnden Tarifvertrags zur Altersteilzeit sei es schließlich, den Übergang für die älteren Beschäftigten in die Rente so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

"Wir haben es hier nicht mit einer armen Brauerei zu tun. (...) Nach dem Warnstreik warten wir jetzt zeitnah auf einen Termin für die Verhandlungen. Wenn dieser dennoch nicht zustande kommen sollte, werden wir die zweite Stufe zünden", zeigte sich Georg Schneider am Donnerstag zuversichtlich.

Bilder vom Streik beim Auerbräu

Bilder vom Warnstreik beim Auerbräu am Donnerstag

Das sagt Auerbräu zum Warnstreik am Donnerstag:

"Die Geschäftsleitung war über den Warnstreik der NGG informiert. (...) Es ist auf jeden Fall ordentlich abgelaufen und war in seiner Form sehr diszipliniert", erklärte Thomas Frank, Geschäftsführer der Auerbräu GmbH, am Donnerstag auf Nachfrage von rosenheim24.de.

Das Unternehmen kritisierte die Arbeitskampfmaßnahme jedoch als "völlig überzogen", Diskussionen mit der Gewerkschaft habe man sich in der Vergangenheit nie verschlossen, "im Gespräch bleiben ist immer besser", so der Geschäftsführer weiter. Ein Termin mit der NGG konnte zuletzt lediglich aufgrund der sehr geringen Vorlaufzeit von nur zwei Tagen nicht durchgeführt werden.

In der Vergangenheit habe es bereits Bayern-weite Verhandlungen über einen entsprechenden Tarifvertrag gegeben, so Thomas Frank weiter. Diese Verhandlung sei dann aber in der Schlichtung zwischen den Tarifparteien gescheitert: "Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend. (...) Nichtsdestotrotz gehört das Problem in der Fläche behandelt und nicht in einer einzelnen Rosenheimer Brauerei". Die erheblichen Kosten würden ansonsten zu einer deutlichen Wettbewerbsverzerrung auf dem Markt führen.

"Wir werden auf jeden Fall einen Gesprächstermin mit der Gewerkschaft suchen", so Frank abschließend. Inwieweit die Diskussion dann aber Einfluss auf einen Tarifvertrag zwischen der NGG und der Auerbräu GmbH haben könnte, ließ der Geschäftsführer offen.

Einigung noch in diesem Jahr?

"Ich gehe fest davon aus, dass noch vor Weihnachten die Tinte unter dem Tarifvertrag trocken ist", richtete Georg Schneider am Ende des Streiks sein Wort nochmals an die Brauerei-Mitarbeiter. Man behalte sich abschließend jedoch vor, dass, sollte es nicht zu einer Einigung in Rosenheim kommen, beim nächsten Mal eine komplette Schicht bestreikt werden könnte. 

sl

Quelle: rosenheim24.de

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