Finanzamt gibt Tipps im KU'KO

Was Vereine in Sachen Finanzen wissen müssen

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Rosenheim - Ohne das Ehrenamt würde die Gesellschaft nicht funktionieren. Wie das Finanzamt in Sachen Kapital und Steuern den heimischen Vereinen unter die Arme greifen kann: 

Eigentlich hatte sich der Bayerische Finanzminister, Dr. Markus Söder, persönlich angemeldet, um den zahlreich erschienen Vereinsvorständen und Mitgliedern am Mittwochabend im KU'KO Tipps und Tricks im Umgang mit dem Finanzministerium an die Hand zu geben. Aufgrund eines kurzfristigen Termin ließ sich der Minister jedoch entschuldigen. "Bayern würde nicht so dastehen, wenn wir unsere Ehrenamtlichen nicht hätten", richtete stattdessen MdL Klaus Stöttner das Wort an die rund 900 Zuhörer im Saal.

Die freiwillige Arbeitsleistung in der Freizeit sei durch Geld schlicht nicht aufzuwiegen. Deswegen sei es umso wichtiger, dass Probleme in Sachen Finanzen und Steuern angegangen würden und die Bürokratie so weit wie möglich zurückgefahren werde. In insgesamt drei Fachvorträgen wurden anschließend Tipps und Tricks präsentiert, die das Vereins-Leben in finanzieller Hinsicht leichter machen sollen. 

"Bayern hat ein Herz für das Ehrenamt"

In bisher 43 Veranstaltungen mit insgesamt knapp 30.000 Zuhörern klärte das Finanzministerium bisher über die Zusammenarbeit mit den Bayerischen Vereinen auf. Alleine für die rund 2.400 erfassten Vereine in der Region Rosenheim sei es "ein Gebot von Vernunft und Anstand, auf diese Weise Anerkennung zu leisten", erklärte auch Eckehardt Schmidt, der Vertreter des Ministers, am Mittwoch. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung des Ehrenamts im Jahr 2013, seien 110 Millionen Euro mehr in die Förderung der Vereinstätigkeit geflossen.

Tätigkeitsbereiche und Verlustverrechnung

Zunächst wurden die vier Tätigkeitsbereiche des klassischen Vereins betrachtet. Die Referenten stellten dar, wo welche Einnahmen und Ausgaben verrechnet werden müssten und wie diese jeweils vom Finanzamt besteuert werden. Innerhalb der Tätigkeitsbereiche könne dabei jederzeit eine Verlustverrechnung erfolgen. Bereichsübergreifend seien Verluste im Ideellen Bereich, der Vermögensverwaltung und dem Zweckbetrieb aber nur über den Wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgleichbar.

Mittelverwendung im Gemeinnützigkeitsbereich

Was tun, wenn ein Verein zu viel Geld zur Verfügung hat und die Selbstlosigkeit als Grundlage bedroht? Dieser Frage stellten die Referenten verschiedene Wege gegenüber, die über die zeitnahe Mittelverwendung hinausgehen. In unterschiedlichen Rücklage-Modellen kann der Verein sein Kapital erhöhen, ohne sofort mit Forderungen des Finanzamts konfrontiert zu werden.

Vereine und die Umsatzsteuer

Zuletzt klärten die Referenten des Finanzministeriums noch darüber auf, wann ein Verein als Unternehmer tätig wird und mit welchen Steuersätzen dann gerechnet werden müsse. Sie stellten mehrere Modelle und die damit verbundenen Rechte und Pflichten ausführlich dar.

"Wenn es ein Problem gibt, einfach rechtzeitig zum Finanzamt"

Abschließend erhielten die anwesenden Vereins-Vorstände und Mitglieder noch die Möglichkeit, persönliche Anliegen vorzutragen. Mit zahlreichen Infoständen hielt das Rosenheimer Finanzamt gezielte Tipps und Tricks für die Kassierer der Vereine parat. Umrahmt wurde die Abendveranstaltung mit Musik der Gruppe "Bayerisch Creme", die selbst aus Finanzbeamten besteht.

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/dpa

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