Schwester sagt gegen Brüder in Rosenheim aus

Betrogen, geschlagen und Autos in großem Stil verschoben?

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Rosenheim - EC-Karten-Betrug, nicht gedeckte Mobilfunkverträge, Bedrohung, Schlägertrupps und Autoschieberei im großen Stil - wegen all dieser Delikte, die gesammelt geradezu nach organisierter Kriminalität riechen, stehen zwei Brüder derzeit vor dem Amtsgericht. Hauptzeugin ist deren Schwester:

Die beiden zum Teil mehrfach vorbestraften Männer sollen zwischen April 2013 und Oktober 2015 größtenteils rumänische Staatsangehörige unter dem Vorwand, in Deutschland arbeiten zu können, in die Region gelockt haben. Die Rumänen wurden daraufhin laut Anklageschrift in Großkarolinenfeld und teils auch in Bad Aibling untergebracht. Dies deckt sich mit den Angaben eine Userin, die sich mit einer entsprechenden Nachricht an rosenheim24.de gewandt hatte.

Rumänen mit Schlägertrupps bedroht

Anschließend sollen die Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft mit den Rumänen zu verschiedenen Banken gefahren sein und auf den Namen der Rumänen Bankkonten eröffnet haben. Dabei sollen den Banken auch falsche Lohn- und Arbeitsbestätigungen vorgelegt worden sein. Wer sich weigerte, die entsprechenden Papiere zu unterschreiben, dem sollen die Angeklagten sogenannte Schlägertrupps auf den Hals gehetzt haben.

Die zugesandten EC-Karten und PIN-Nummern sollen die Beschuldigten für sich behalten, anschließend damit Abhebungen getätigt und die zum Teil gewährten Dispositionskredite bis zum Äußersten ausgereizt haben. Die Rumänen wurden dagegen größtenteils nach zwei bis drei Monaten wieder in ihre Heimat zurückgeschickt. Insgesamt entstand hiermit laut Anklage ein Schaden von rund 15.000 Euro.

Zudem sollen die Angeklagten auch Konten auf den eigenen Namen geführt haben. Damit sollen zahlreiche Mobilfunkverträge abgeschlossen und Einkäufe des täglichen Lebens getätigt worden sein, obwohl die Angeklagten genau gewusst haben sollen, dass die nötige Deckung nicht vorhanden ist und somit die betroffenen Firmen durch Rücklastschriften geschädigt werden. Auch hier entstand erheblicher Schaden.

Schwester sagt gegen ihre Brüder aus

Als Hauptbelastungszeugin im Prozess tritt übrigens die Schwester der beiden Angeklagten auf. Sie wurde ihren Angaben zufolge - das geht aus der rosenheim24.de vorliegenden Anklageschrift hervor - von ihren Brüdern unter anderem dazu gezwungen, die Rumänen in ihrer Wohnung in Großkarolinenfeld unterzubringen oder als Dolmetscherin zu fungieren. Zudem musste sie auch Telefonaten mit Banken etc. führen.

Autos in großem Stil verschoben?

Ein weiterer Vorwurf, den die Hauptzeugin ins Spiel brachte, scheint dagegen deutlich schwerer nachprüfbar. Ihren Einlassungen zufolge sollen die beiden Angeklagten auch Autoschieberei im großen Stil betrieben haben. So sollen wertvolle Fahrzeuge auf Veranlassung durch die Angeklagten in Deutschland gestohlen worden sein. Anschließend seien nach Angaben der Zeugin die Motornummern entfernt, die Fahrzeuge umlackiert und ins Ausland verkauft worden.

Während die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe als erwiesen ansieht, äußerten sich die Angeklagten nicht bzw. bestritten diese größtenteils. Um Licht in das Dickicht zu bringen (einer der beiden Angeklagten sitzt derzeit bereits wegen einer anderen Verurteilung in der JVA Traunstein), hat das Amtsgericht insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Zwei davon haben bereits stattgefunden, der nächste ist Ende November. Ein Urteil wird für Mitte Januar 2017 erwartet.

mw

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Quelle: rosenheim24.de

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