In drei Städten

Video: Polizei-Bodycam-Projekt vorgestellt - Auch in Rosenheim

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Rosenheim - Seit Anfang des Monats sind auch bei der Rosenheimer Polizei Bodycams im Einsatz. Dies ist Teil eines Pilotprojekts. Die Kameras sollen aber nicht flächendeckend zum Einsatz kommen.

Update, 14.45 Uhr: Pressekonferenz in München

In einer Pressekonferenz am Mittwoch um 13 Uhr informierte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann zu dem Thema und stellte drei verschiedene Body-Cam-Modelle, die derzeit eingesetzt werden, vor. Unser Partnerportal Merkur.de berichtete von vor Ort.

Vorbericht:

Neben den Städten München und Augsburg geht ab Anfang diesen Monats auch in Rosenheim ein Pilotprojekt zur Erprobung von „Body-Cams“ an den Start. Es ist Teil eines größeren Projekts, das auch in München und Augsburg stattfindet. Am Mittwoch, ab 13 Uhr, wird im Medienzentrum des Polizeipräsidiums München die Öffentlichkeit über den Start des Erprobungsbetriebes der „Body-Cam“ in drei Bayerischen Polizeipräsidien informiert. Anwesend bei der Pressekonferenz sind der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä, der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp und der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, Michael Schwald.  

Im Rahmen des Projekts soll getestet werden, ob durch den Einsatz von Body-Cams, also speziellen Uniformkameras, eine präventive Wirkung in Bezug die steigende Gewalt auf Polizeibeamte erzielt werden kann. Aufgrund dieser deutlich erkennbaren Videoüberwachung erhofft man sich eine höhere Hemmschwelle, Polizeibeamte anzugreifen. Außerdem wird das Einsatzgeschehen durch Bild und Ton dokumentiert. Die Polizei wird die Body-Cams nur ganz gezielt an gefährlichen Orten und bei kritischen Situationen einsetzen. Eine flächendeckende Videoaufzeichnung sämtlicher Einsätze findet nicht statt. 

Erfolgreiches Pilotprojekt in Hessen

Wie der Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer im Innenausschuss des Bayerischen Landtagsbei der Vorstellung des Projekts im November vergangenen Jahres erklärte, haben andere Bundesländer bereits Erfahrungen mit Body-Cams bei der Polizei gesammelt. Ein in Hessen 2013 begonnenes Pilotprojekt sei schon abgeschlossen. Weitere Pilotversuche laufen derzeit in Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz sowie beim Bund. "Das hessische Pilotprojekt in Frankfurt hat durchwegs positive Effekte gezeigt", nannte Schmidbauer als Beispiel. Auch gegenüber der Polizei aggressive Bürger würden bei Erkennen der Body-Cam ihr Verhalten spürbar ändern und seien erheblich kooperativer. Insgesamt sind laut Polizeipräsidium Frankfurt am Main von Mai 2013 bis Mai 2014 die Angriffe auf Polizeibeamte um ein Drittel zurückgegangen. "Es gab dort dadurch deutlich weniger verletzte Polizistinnen und Polizisten", fasste der Landespolizeipräsident zusammen.

Angriffe auf Polizisten sind Alltag

Das wäre eine Entwicklung, über die sich Schmidbauer auch in Bayern freuen würde.Seit Jahren stagniere die Zahl der Angriffe auf bayerische Polizisten auf hohem Niveau. Im Jahr 2014 wurden in Bayern insgesamt 14.531 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Gewalt (2013: 14.518). Gerade in größeren Städten ist die Belastung überproportional hoch. Beinahe die Hälfte aller Übergriffe auf Polizeibeamte (45,7 Prozent) ereignet sich auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen, insbesondere zur Nachtzeit am Wochenende. Die Täter sind meist männlich, zwischen 18 und 50 Jahre alt und alkoholisiert. "Mit dem Einsatz von Body-Cams wollen wir diejenigen besser schützen, die tagtäglich für unsere Sicherheit ihren Kopf hinhalten", so der Landespolizeipräsident abschließend.

Die Münchner Bundespolizei erprobt am Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt bereits seit Februar mobile Körperkameras. Erste Auswertungsergebnisse nach fast einem halben Jahr zeigen, dass die mit der Technik betreuten Beamten das neue Einsatzmittel "BodyCam" überwiegend positiv bewerten.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © tz.de (Montage)

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