OVB24 Forum "Generation Y"

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OVB24 Forum "Generation Y" im Rosenheimer Medienforum im Druckzentrum - "Wie tickt die junge Generation?"

Rosenheim - Wie tickt die junge Generation? Und welche Anforderungen stellt sie an den Arbeitsmarkt? Diesen Fragen widmete sich das OVB24 Forum "Generation Y" am Dienstag im Druckzentrum: *Neu: Video*

Zahlreiche Zuhörer versammelten sich am Dienstag Nachmittag im OVB-Medienforum im Druckzentrum. Sie alle hatten eines gemeinsam: Die Besucher des OVB24 Forums zum Thema "Generation Y - Wer sind sie und was wollen sie?" gingen zusammen mit drei Speakern der Frage auf den Grund, was die jüngste Generation auf dem Arbeitsmarkt ausmacht und welche Anforderungen sie an die Arbeitgeber stellen.

Mit der Digitalisierung liegt Veränderung in der Luft

Den Anfang machte Philipp Riederle. Der 21-jährige Schwabe bot auf lockere und ungezwungene Art und Weise einen ersten Einblick in die Köpfe der sogenannten "digital natives", der Generation, die bereits seit ihrer jüngsten Kindheit mit dem Internet und den daraus hervorgegangenen Technologien in Kontakt gekommen ist. Zuerst stellte Riederle aber klar, "es gibt keine virtuelle Welt. Lediglich die Kommunikation ist auf einer neuen Ebene angekommen." Weiter widmete sich der Speaker im Anschluss der Frage, wie eben diese neuen Wege der Kommunikation das Leben jedes Einzelnen verändert.

Philipp Riederle gab einen Einblick, was jungen Leuten heute wichtig ist

"Jeder kann jeden kontaktieren, Jeder hat Zugriff auf jede Information und Jeder kann jederzeit publizieren", so fasste Riederle die neuen Medien kurz und knapp zusammen. Er selbst startete im Alter von 13 Jahren seinen ersten Live-Blog "Ich und mein I-Phone", in dem er der jungen Generation erklärte, wie das Apple-Telefon gehackt werden kann. So kam er schließlich auch in Kontakt mit größeren Firmen, die vom Autodidakten wissen wollten, wie er ein derart großes Publikum aus seinem Wohnzimmer heraus erreichen könne. Der Schlüssel, so Philipp Riederle, sind die sozialen Medien.

"Der digitale Graben zwischen den Vernetzten und den Nicht-Vernetzten wird größer"

Neben weltweiter Kommunikation und dem Wissen der Menschheit in der Hosentasche, biete die Digitalisierung aber noch viel mehr, so der junge Speaker weiter: "Knapp 100% der Jugendlichen in Deutschland haben Zugang zum Internet. Das verbessert auch die Lebensqualität. Diese Umstände sind wirklich toll. Aber: Hier ist definitiv auch Medienkompetenz nötig", folgerte Riederle. Das Problem aus seiner Sicht: Wer soll diese Medienkompetenz vermitteln, wenn nicht die Generation selbst, die mit den neuen Medien aufgewachsen ist. "Es sind einfach keine Vorbilder vorhanden."

Dr. Steffi Burkhart gab Ansätze, wie junge Menschen über längere Zeit in einem Unternehmen gehalten werden können

Auf das Thema Arbeit habe die Digitalisierung am Ende enorme Auswirkungen, so Riederle in seiner Betrachtung. Angefangen bei der Automatisierung, über die Verwendung von Robotern in vielen Bereichen bis hin Landwirtschaft, "Was irgendwie digitalisiert werden kann, wird digitalisiert", eine Situation mit der sich Arbeitgeber eindringlich beschäftigen müssten. Aufgrund des demographischen Wandels und der Tatsache, dass einfach weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stünden, könnten sich diese bald ihren Arbeitgeber aussuchen, prognostizierte der junge Schwabe.

Impressionen vom OVB24 Forum am Dienstag

Bilder und Impressionen vom OVB24 Forum im Druckzentrum

"Wie kann ein Betrieb die junge Generation halten?"

Dieser Frage widmete sich die zweite Sprecherin des Nachmittags, Dr. Steffi Burkhart. Die promovierte Sportwissenschaftlerin stellte die Ansprüche der jungen Generation an den Arbeitsmarkt und die Führung im Unternehmen näher dar. Auch sie nahm den demographischen Wandel der Gesellschaft zum Anlass, die Unternehmer im Saal darauf hinzuweisen, den Jüngeren doch den Mehrwert des Unternehmens deutlich zu machen: "Die Entwicklung geht weg von der eindimensionalen Karriereleiter hin zu einem Karriere-Gitter." Wer vielfältige, abwechslungsreiche Möglichkeiten und auch vertikale Karrierechancen biete, der erhöhe auch die Wahrscheinlichkeit, dass die junge Generation länger im Unternehme verweile.

Thomas Graber, Unternehmer aus Rimsting, berichtete aus der Arbeitspraxis mit der jungen Generation

"Sie müssen darauf achten, wer welche Prioritäten setzt. Es gilt auf das Wertegefüge einzugehen, den Menschen zuzuhören. Auch Besitztum hat mittlerweile bei Vielen eine andere Wertigkeit als früher", riet Steffi Burkhart den Zuhörern. Aus der Betrachtung junger Start-Ups habe sich ergeben, dass auch die Unternehmens-Struktur maßgeblich zu dessen Erfolg beitrage: "Eine Mischung aus einer strengen Hierarchie und einem gleichberechtigten Netzwerk bietet einfach das beste Wachstumspotential", eine Veränderung, die auch neue Rollen im Unternehmen nötig mache. "Führung statt Kontrolle", ein Ansatz, der bei der jungen Generation besonders gut ankomme.

Entscheidungen im Team treffen!

Wie die neuen Denk-Ansätze in der Praxis umgesetzt werden können, erklärte im Anschluss Thomas Graber. Der Geschäftsführer von Graber GmbH in Rimsting gab einen Einblick in seine persönlichen Erfahrungen. "Vergessen sie den Leistungsansatz der älteren Generationen. Früher lag der Anspruch an die eigene Leistungsfähigkeit bei 120 bis 150 Prozent. Jüngere Mitarbeiter liegen bei 70 Prozent, und zwar mit der Begründung, 'klar, ich brauche ja Reserven, um auf Komplikationen reagieren zu können'", so Graber.

OVB24 Forum "Generation Y" im Rosenheimer Medienforum im Druckzentrum - Fragerunde mit den Speakern moderiert von Andi Nickl

Weiter habe Graber beobachtet, dass die klassische Hierarchie kreativen Prozessen im Weg stehe. Der Ansatz müsse hin zu einem vernetzten, gemeinsamen Arbeiten gehen, eine Beobachtung, die sich mit der These seiner Vorrednerin deckte. Auch Entscheidungen müssten deshalb im Team getroffen werden. "Auch wir haben nur durch Geld-Verbrennen gelernt, wie es nicht geht", riet der Unternehmer den Anwesenden, auch mal die Kontrolle über einzelne Prozesse abzugeben.

"Tue Gutes und sprich darüber", nach diesem Motto soll sich das Unternehmen am Ende dann auch nach Außen präsentieren, um junge Menschen für die Arbeit im Unternehmen begeistern zu können. Kurz: Die Betriebe, die ein ernsthaftes Interesse an der Arbeitskraft junger Menschen hätten, müssten auf deren Bedürfnisse eingehen und deren Stärken erkennen. "Mehr Zeit für Kommunikation", forderte der heimische Unternehmer abschließend. Und einer Tatsache müsse man sich beim digitalen Wandel jederzeit bewusst sein. "Es geht nicht ohne Investition!"

Möchten Sie mehr über die Generation Y erfahren? Wir verlosen das Buch "Die Spinnen, Die Jungen - Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y" von Steffi Burkhart.

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Quelle: rosenheim24.de

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