Urteil im Schöffengericht Rosenheim 

Raubversuch auf 88-Jährigen: Gefängnis für Rosenheimer (31)

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Wie das OVB berichtet, verurteilte das Schöffengericht Rosenheim einen 31-jährigen Rosenheimer wegen versuchter räuberischer Erpressung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Bedrohung zu einer Gefängnisstrafe. 

Am 30. Mai hatte der Mann in einer Rosenheimer Wohnanlage zunächst seinen 88-jährigen Nachbarn angegriffen und sich später mit einem Messer gegen seine Festnahme durch die Polizisten gewehrt.

Laut Anklage näherte sich der stark alkoholisierte Angeklagte seinem Nachbarn am Tag der Tat mit einem langen Küchenmesser. Ursprünglich habe er dem 88-Jährigen seine Umhängetasche entreißen wollen. Als sich der Mann wehrte, soll der Angeklagte seinem Opfer mehrmals mit der Faust gegen den Oberkörper geschlagen, ihn am Jackenkragen gepackt, gegen eine Mauer gedrückt und von dem 88-Jährigen 20 Euro gefordert haben.

Nachdem Anwohner auf die Tat aufmerksam wurden, flüchtete der Angeklagte. Eine alarmierte Zivilstreife der Bereitschaftspolizei stellte den 31-Jährigen kurz darauf vor einem einige Straßen entfernt liegendem Mehrfamilienhaus. Als er sich einer Personenkontrolle unterziehen lassen sollte, habe der betrunkene Rosenheimer erst nicht reagiert, dann einen der Beamten beschimpft und letztlich nach dem Messer gegriffen und mit den Worten: „Ich stech dich ab“ gedroht

Der Polizist setzte einen Notruf ab und forderten den Angeklagten lautstark auf, das Messer wegzuwerfen, weil er sonst von der Schusswaffe Gebrauch machen müsste. Erst mit Polizeiverstärkung sei es zu viert gelungen, den Mann zu fixieren und die Gefahr zu bannen. Aus Sicht des Polizeibeamten war der Rosenheimer nicht Herr seiner Sinne.

Einen 88-Jährigen mit einem Messer anzugreifen sei "unterste Schublade"

Der Angeklagte leidet unter einer stark ausgeprägten Alkohol- und Medikamentensucht. Aus Sicht des Verteidigers solle sich der 31-Jährige einer Therapie unterziehen. Er plädierte daher für eine Gesamtfreiheitsstrafe unter zwei Jahren zur Bewährung, damit sich sein Mandant in einer offenen Therapieeinrichtung behandeln lassen könne. 

Staatsanwalt und Schöffengericht jedoch entschieden sich für eine Freiheitsstrafe. Die Tatvorwürfe seien eindeutig erbracht, einen 88-Jährigen mit einem Messer anzugreifen sei unterste Schublade, sagte der Staatsanwalt. 

Die Richter verurteilten den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der angeklagte Rosenheimer nahm das Urteil sofort an. 

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf OVB Online oder in der gedruckten Heimatzeitung!

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Stadt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare