Nach Urteil zum Mord an Stieftochter (3) in Florida

Darum entkam Pascal K. aus Bernau der Todesstrafe

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Links die dreijährige Charlie, die Pascal K., gebürtig aus Bernau am Chiemsee, im November 2014 laut Gericht getötet hat.

Bernau / Orlando - Zu 41 Jahren Haft wurde der gebürtige Bernauer Pascal K. nun in Florida verurteilt: Laut Gericht hat er seine Stieftochter ermordet. Lange stand dabei auch die Todesstrafe im Raum.

Seit Ende 2014 saß er bereits im Knast, Mitte Oktober fiel nun das Urteil gegen Pascal K., 20 Jahre alt und bis 2014 noch wohnhaft in Bernau am Chiemsee. Das Gericht in Orlando kam zu dem Urteil, dass er seine dreijährige Stieftochter Charlie getötet und zuvor vier Mal sexuell missbraucht hat. Das Urteil: 41 Jahre Haft, danach eine lebenslange Bewährung.

Gericht rückte von "First Degree Murder" ab

Pascal K.s Fingerabdrücke in den öffentlichen Gerichtsakten.

Als im März 2015 Anklage erhoben wurde standen Pascal K.s Chancen noch schlechter: Wegen "First Degree Murder" wurde er angeklagt, sozusagen "Mord ersten Grades". Gerichtsmediziner stellten bei seiner dreijährigen Stieftochter nicht nur die tödlichen Schläge gegen den Kopf fest, sondern auch Verletzungen im Genitalbereich. Doch im Laufe des Verfahrens rückte das Gericht von der Anschuldigung ab, im Raum stand dann nur noch "Second Degree Murder".

Die Grundlagen für "First Degree Murder" sind in den USA klar abgesteckt: Der Mord muss geplant gewesen sein oder es muss Absicht dahinter stecken. Auch bei Auftragsmord oder mehrfachem Mord kommt dieser Tatbestand zum Zug. Doch all das konnte Pascal K. schließlich nicht mehr vorgeworfen werden

Todesstrafe in Florida nicht ungewöhnlich

Auf "First Degree Murder" folgt in der Regel eine lebenslange Haftstrafe. Möglich ist je nach Bundesstaat auch die Todesstrafe. Florida, wo Pascal K. seit 2014 lebte, verhängt immer wieder Todesstrafen - 92 seit der Wiedereinführung 1976. Bis 1999 wurden die Verurteilten dort mit dem elektrischen Stuhl hingerichtet, danach wich man auf die Giftspritze aus. 

Pascal K. behauptete noch vor der Gerichtsverhandlung, die kleine Charlie sei aus dem Bett gefallen, hätte sich so die tödlichen Verletzungen zugezogen - im Prozess verweigerte der Bernauer schließlich die Aussage. Auch sein Anwalt plädierte für eine "Second-Degree-Murder"-Haftstrafe. Unter dem Vorsitz von Richter Robert J. Egan fällten die Geschworenen schließlich das Urteil. Sämtliche Gerichtsakten sind öffentlich.

Die Bewährungsauflagen haben es in sich

Wenn Pascal K. im Jahr 2056 als 60-Jähriger das Gefängnis verlassen wird (ein Jahr und 299 Tage Untersuchungshaft wurden auf das Urteil angerechnet), warten äußerst strikte Bewährungsauflagen auf ihn: Kein Kontakt zur Opferfamilie, kein Kontakt zu Kriminellen oder Prostituierten, kein Waffenbesitz, kein Ausgang zwischen 22 und 6 Uhr, kein Kontakt zu Unter-18-Jährigen, erfolgreiche Teilnahme an einer Behandlung für Sex-Täter, ein Entschuldigungsschreiben an die Familie des Opfers und Pascal K. muss eine elektronische Fußfessel tragen, für deren Kosten er selbst aufkommen muss.

Der gebürtige Bernauer lernte die Kindsmutter schon vor vielen Jahren kennen, als er mit seinen Eltern zu Besuch in Florida war. Über viele Ecken ist man miteinander verwandt. Über die Jahre sahen sich die beiden immer wieder und blieben in Kontakt. Im Sommer 2014 zog Pascal K. endgültig in die USA, die beiden heirateten. Nur eine Woche nach der Heirat geschah die Tat.

Pascal K.s Vater wollte sich auf Nachfrage der Redaktion nicht zum Urteil gegen seinen Sohn äußern.

xe

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Autor:

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare