DAV kündigt dem Wirt der Hochrieshütte 

Knarr: "Der Pächter setzt mir das Messer auf die Brust" 

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Franz Knarr sen., Vorsitzende der DAV-Sektion Rosenheim, will nun einen neuen Pächter für die Hochrieshütte suchen. 

Samerberg - "Ab und zu haben wir uns richtig gefetzt. Dann haben wir ein Bier getrunken, und die Sache war erledigt", so der Pächter der Hochrieshütte, Florian Robl gegenüber rosenheim24.de. Das bestätigt auch Franz Knarr sen., Vorsitzender der DAV-Sektion Rosenheim: "Noch am letzten Wochenende habe ich auf der Hütte übernachtet."

Nun scheint das persönliche Verhältnis aber unwiederbringlich zerstört. Ein Brief eines Rechtsanwalts hat diese Woche alles verändert. Für Knarr gibt es jetzt kein zurück mehr - für den Pächter kommt das alles wie aus heiterem Himmel. Er kann den Vorwurf des Vertrauensbruchs nicht nachvollziehen. 

Sanierungsarbeiten führen zu neuen Brandschutzauflagen

Die Geschichte beginnt mit dem Umbau der Hochrieshütte. Durch die Sanierungsmaßnahmen am Altbau hat das bestehende Haus keinen Bestandsschutz mehr. Knarr klärt auf: "Im Laufe des Umbaus haben wir unerwartet weitere Brandschutzauflagen bekommen."

Robl geht noch weiter. Er habe aus DAV-Vorstandskreisen erfahren, dass für das gesamte Haus jetzt keine Nutzungserlaubnis mehr bestehe. "Man hat mir nicht die Wahrheit gesagt, was den Brandschutz angeht", so sein Vorwurf. Er habe auch nie genaue Auskünfte über die Auflagen erhalten. "Jaja, das mach' ma scho", habe es nur geheißen, "das geht dich nichts o!"

"Es gibt keinen Entzug der Betriebserlaubnis für die gesamte Hütte", entgegnet der DAV-Sektionsvorsitzende. Einzig das Matratzenlager wurde gesperrt und auf Anordnung wurde ein Schild an der Treppe angebracht: Betreten verboten.

Am 27. Oktober trafen sich Robl und Knarr daraufhin zu einem persönlichen Gespräch. In diesem kündigte der Pächter an, dass er einen Rechtsanwalt einschalten wolle, um sich abzusichern. Der verheerende Brand von Schneizlreuth mit seinen juristischen Folgen war ihm dabei eine Mahnung. Es sei mit Knarr abgesprochen gewesen, dass sein Rechtsanwalt Fristen setzen werde. 

Scharfer Brief bringt Knarr unter Zugzwang

Abgesprochen war gar nichts, entgegnet Knarr gegenüber rosenheim24.de. Robl habe lediglich einseitig einen Brief seines Rechtsanwalts angekündigt. Dieses Schreiben sei aber in der Tonart "so scharf" ausgefallen, dass er gar keine andere Möglichkeit hatte, als eine Krisensitzung des fünfköpfigen DAV-Vorstand einzuberufen. 

"Ich kann nicht mit einem Pächter zusammenarbeiten, der mir das Messer auf die Brust setzt und in dem Brief mit einer fristlosen Kündigung droht", so Knarr. Durch den Brief habe er jetzt zweifache Fristen: Von der Brandschutzbehörde und auch noch vom Pächter. Das gehe nicht und sei ein persönlicher Angriff, der jedes Vertrauensverhältnis zerstöre. 

"Wenn der Anwalt einfach eine rechtsverbindliche Auskunft erbeten hätte, dann hätten wir ihm bestätigen können, dass die Betriebserlaubnis nicht unterbrochen wurde", so Knarr. "Aber dieser Brief bringt mich total unter Zwang". 

Deshalb habe man sich im DAV-Vorstand dazu entschlossen, selber den Pachtvertrag zu kündigen. Aufgrund der dreimonatigen Kündigungsfrist würde das Pachtverhältnis im Februar 2017 enden. 

DAV-Sektion will die Auflagen erfüllen 

Währenddessen werde man nun Schritt für Schritt die geforderten Brandschutzmaßnahmen an der Hütte angehen, so Knarr. Nächste Woche komme ein Maurer auf die Hütte, um den neuen Rauchabzugskamin zu planen. Eine Fluchttreppe wurde nun hochgeflogen und werde bald an die Fassade angebracht. Außerdem müsse ein Holzschrank im Gang entfernt werden. 

mg

Quelle: rosenheim24.de

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