Halloween-Serie "Spuk in der Region"

Die unheimliche "Weiße Frau" im Ebersberger Forst

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Ebersberg - Fährt man an dunklen Abenden alleine durch den Ebersberger Forst, kann einem schon mulmig werden. Jeder in der Region kennt nämlich die Legende um die "Weiße Frau". 

Letzter Teil unserer Halloween-Artikelserie "Spuk in der Region": Am Wochenende beleuchteten wir den mysteriösen Spukfall von Rosenheim aus den Jahren 1967/68 in der Anwaltskanzlei Adam. In einem Experteninterview erfuhren wir, was hinter dem Spuk stecken könnte

Dutzende Filme auf YouTube 

Zum Abschluss soll es um die "Weiße Frau vom Ebersberger Forst" gehen. In einschlägigen Foren wird über den Wahrheitsgehalt diskutiert. Geisterjäger legen sich nachts an der Staatsstraße 2080 auf die Lauer. Auf YouTube findet man Dutzende Clips von jungen Autofahrern, die nachts an der schaurigen Stelle filmend vorbeifahren - als Mutprobe. Zumeist erinnern die wackeligen Aufnahmen an den Film "Blair Witch Projekt" - nur ohne Horror. 

Für die Sendung "Welt der Wunder" von ProSieben behauptete sogar Gastwirt Günther Bieringer in einem Interview, die "Weiße Frau" beim Vorbeifahren gesehen zu haben. 

Unterschiedliche Versionen der Legende

Es gibt unterschiedliche Versionen der Legende. In der einen ist es eine Mutter mit ihren zwei Kindern, die bei dem Unfall auf der Staatsstraße in der Nähe der Hubertuskapelle mitten im Ebersberger Forst ums Leben kam. Andere erzählen von einer jungen Radfahrerin. Der Geist der Frau finde jedenfalls keinen Frieden, nach dem sie an der Stelle aus dem Leben gerissen wurde. Sie irrt nun seit Jahrzehnten umher auf der Suche nach dem Unfallverursacher, der geflüchtet ist und sie sterbend zurückließ. 

Fährt man in der Dunkelheit alleine und schnell durch den Ebersberger Forst und sieht ein seltsames Licht in der Kapelle leuchten, dann steht die Anhalterin nur wenige Meter weiter am Straßenrand. Glaubt man der Legende, sollte man sie dann besser mitnehmen, denn dann wird man verschont. Die Frau steigt ein, in manchen Versionen ermahnt sie zu einem langsameren Tempo - in anderen spricht das Gespenst gar nicht. Nach wenigen Kilometern verschwindet sie plötzlich spurlos aus dem Auto. 

Anders aber wenn man die "Weiße Frau" ignoriert und weiterfährt: Dann taucht sie plötzlich auf der Rückbank auf und greift dem Fahrer zur Strafe ins Lenkrad, was zu vielen tödlichen Unfällen geführt haben soll. Die Weiße Frau wird gerne als Erklärung herangezogen für die oft sonderbaren Unfälle auf der recht geradlinigen Strecke. 

Trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern verleitet die Straßenführung zu Raserei. So trägt die Geschichte etwas zur Verkehrssicherheit bei, denn so mancher Einheimischer drosselt aus Furcht vor dem Geist lieber das Tempo an der Kapelle. 

Moderne Schauermärchen

Wie bei so vielen "urbanen Legenden", also modernen Schauermärchen, gibt es keine belegbaren Fakten für die Geschichte. Ein "Bekannter von einem Nachbarn" hat die Frau mal gesehen. Mit den Jahren werden diese Legenden um zahlreiche Details ausgeschmückt. In der Ebersberger Legende gibt es sogar die Version mit einer verstörten Tramperin, die sich mitnehmen lässt und nur die Adresse ihrer Eltern nennt. Dann verschwindet sie. Angekommen bei ihrem Elternhaus erfahren die Autofahrer, dass die Frau schon vor langer Zeit bei einem Unfall gestorben sei.

Die "Weiße Frau vom Belchentunnel" als ein weiteres Beispiel

Waren "Weiße Frauen" früher verstorbene Adelige, die in in alten Burgen und Schlössern spukten, erscheinen sie heute mancherorts als "Phantom-Anhalterinnen", die dann während der Fahrt verschwinden. Die Legenden erzählen, dass sie Opfer von Gewaltverbrechen oder Verkehrsunfällen wurden. 

Ein weiteres bekanntes Beispiel hierfür ist die "Weiße Frau vom Belchentunnel" bei Basel in den 1980er-Jahren. Damals machten in der Schweiz und darüber hinaus angebliche Augenzeugenberichte Schlagzeilen, die eine weiß gekleidete Anhalterin gesehen oder gar mitgenommen haben wollen, die vor oder im Autobahntunnel plötzlich aufgetaucht sei. Die verstört wirkende Anhalterin sei dann während der Fahrten immer verschwunden. 

Ebenso wie bei der Legende im Ebersberger Forst, wird das Auftauchen der Weißen Frau in Verbindung gebracht mit schlimmen Unfällen in dem Tunnel. 

Und dann gibt's da noch diese Lichter...

Doch der Ebersberger Forst beheimatet nicht nur die "Weiße Frau", sondern auch seltsame, tanzende Irrlichter, die schnell Position und Farbe wechseln. Sind das nur die Autolichter und Spiegelungen der angeblendeten Verkehrsschilder der benachbarten Staatsstraße 2086? Glühwürmchen oder leuchtende Pilzfäden des Hallimasch? Oder steckt, wie so mancher behauptet, mehr dahinter? Im anliegenden Anzinger Forst leben nämlich angeblich "Lichtwesen". 

Die Straße durch den Wald sollte man also besser nicht zu schnell, aber doch zügig genug durchfahren. Besonders am Halloween-Abend...

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © YouTube/ProSieben

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