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Chemtrails: Wahrheit oder Verschwörungstheorie?

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"Chemtrails" bei Biendorf, Sachsen-Anhalt

Traunstein / Rosenheim - Es gibt sie schon seit langem: Die Theorie der "Chemtrails". Erst vor kurzem ging ein Geraune durch den Traunsteiner Stadtrat, als ein Mitglied der Partei "Die Grünen" eine Zeitung vorlegte, die den Beweis von "Chemtrails" darbringen soll. Doch was hat es damit auf sich?

Wie bereits berichtet, wollte Grünen-Stadtrat Schott "einen Stein ins Rollen bringen." Dies hat er geschafft. Verwunderlich ist, dass es jedoch ein Grüner war, der Interesse über die Aufklärung dieser Theorie bekundete - war diese Theorie vorher doch esoterischen und rechten Kreisen, sowie bei den "Reichsbürgern" vorbehalten. Sogar der Kandidat um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten, Norbert Hofer, stellte 2013 diesbezüglich Anfragen. Aber auch die SPD stellte 2012 eine Anfrage im Bundestag mit 56 Fragen zu diesem Thema.

Was sind "Chemtrails" überhaupt? 

Das Wort setzt sich aus den englischen Begriffen "chemicals" für "Chemikalien" und "contrails" für "Kondensstreifen" zusammen. Übersetzt heißt das also so viel wie "Chemikalienstreifen." Szeneintern wird jedoch auch gerne der Terminus "Giftwolke" verwendet. Das heißt, dass Chemikalien, oftmals Aluminium, Strontium und Barium, mittels Kondensstreifen in die Atmosphäre "gesprüht" werden. 

Dies geschieht meistens durch ein Flugzeug. Neben "Chemtrails" gebe es auch "Chembombs", die sich von ersteren dadurch unterscheiden, dass sie keine Streifen, sondern wuchtige Wolken hinterlassen. Diese sollen zum Beispiel von Chemiewerken ausgebracht werden. 

Was ist der Nutzen von "Chemtrails"? 

Darüber ist man sich in der Szene streitig. Eine Fraktion der Anhänger behauptet, man könne damit Wetter beeinflussen. Ein anderer Teil meint, man könne damit Gedanken kontrollieren. Wiederum andere meinen, dass man durch die in den Kondensstreifen enthaltenen, teilweise giftigen, Metalle krank gemacht werde.

"Harmlosere" Vertreter sind der Ansicht, man bekomme durch "Chemtrails" Grauen Star oder Autismus, etwas "extremere" Vertreter sehen "Chemtrails" als Auslöser für Krebs oder Zeugungsunfähigkeit und die "radikalsten" behaupten gar, dass durch "Chemtrails" die Weltbev ölkerung auf 500 Millionen Menschen reduziert werden soll.

Wer steckt hinter den "Chemtrails"? 

Auch hier gibt es keine eindeutigen Personen oder Organisationen. Während die einen das US-Militär hinter solchen Aktionen vermuten, sind es für andere "Zionisten", also Vertreter einer jüdischen Ideologie. 

Für viele sind jedoch sowohl das US-Militär, als auch Zionisten Teil der "Neuen Weltordnung", einem neuen System der Weltpolitik, das durch die Geheimbünde der Freimaurer, beziehungsweise der Illuminaten implementiert werden soll.

Wie kann man "Chemtrails" bekämpfen? 

Dafür gibt es vielerlei Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte man diese durch Abschirmung mit Aluminiumfolie (zum Beispiel in Form eines "Aluhuts"). Diese sei auch recht günstig. Etwas mehr tüftlerisches Geschick sei gefragt, wenn man eine Apparatur, bestehend aus einem Vaporisator (Zerstäuber) und Ventilator baut. 

Tief in die Tasche greifen muss man allerdings, wenn man sich Statuen zulegen will, die die schädliche Wirkung von "Chemtrails" verhindern sollen. Bis zu 500 Euro kostet eine Statue aus Orgonit, die man sich in den Garten stellt. Aber auch täglich zu Jesus Christus beten soll helfen.

Gibt es "Chemtrails" also wirklich?

Führende Wissenschaftler und Meteorologen sind sich einig:"Chemtrails" sind eine Verschwörungstheorie, also Humbug! So auch unser Wetterexperte Jörg Kachelmann, der schon 2011 die Irrsinnigkeit dieser Theorie auf den Punkt brachte. 

2015 wies Jörg Kachelmann nochmals in einer Dokumentation des ZDF darauf hin. Zu sehen sind seine Eindrücke ab Minute 14:20.

Dafür wurde er massiv angefeindet. Die Anfeindungen uferten sogar in viele Morddrohungen aus. Darum ist es auch nicht ganz ungefährlich, "Chemtrailer", also Anhänger dieser Theorie, davon zu überzeugen, dass "Chemtrails" tatsächlich nur bloße Kondensstreifen sind und keine bösen Machwerke der "Ilumminatenmafia." Was die "Chembombs" betrifft, so ist er sich auch sicher: dies seien ganz normale Gewitterwolken, demnach Wolken vom Typ Cumulonimbus, beziehungsweise Mammatus.

Nicht nur Kachelmann trafen Anfeindungen

Doch nicht nur Jörg Kachelmann wurde und wird für seine Klarheit angefeindet. Auch der satirische Außenreporter der "Heute-Show" des ZDF, Lutz van der Horst, berichtete 2015 über eine "Demo gegen Chemtrails" in Berlin. Er musste sich wohl mehrmals fragen, ob die Anhänger der Theorie ihre Behauptungen wirklich ernst meinen. Doch überzeugen Sie sich selbst:

Haben "Chemtrailer" vielleicht doch Recht?

Doch vollkommen Unrecht scheinen "Chemtrailer" auch nicht zu haben. In einem vor Jahren veröffentlichten Dokument des Bundesministerium für Bildung und Forschung wurde "Climate Engineering", also "Chemtrailing", als künftige Bekämpfungsmöglichkeit für den Klimawandel vorgeschlagen. Allerdings würden dort Schwefelpartikel als Aerosole verwendet, nicht Aluminium, Barium und Strontium

Ebenso ist dieses Bild nur noch auf Seiten der Reichsbürgerbewegung, oder Seiten mit sonst esoterischem Inhalt aufzufinden. I nsofern kann abschließend nicht geklärt werden, ob dieses Bild tatsächlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung angefertigt wurde, oder ob es ein Fake ist.

srs

Quelle: chiemgau24.de

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