Schon oft Unfälle mit Stromleitungen

Gefährliche Notlandung bei Soyen: Das müssen Ballonfahrer wissen

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Bei Soyen wäre es am Samstag beinahe zu einem schweren Unfall mit einem Heißluftballon gekommen.

Soyen - Ganz knapp sind neun Insassen eines Heißluftballons am Samstag an einer Katastrophe vorbei geschlittert. Der Pilot konnte das Gefährt gerade noch notlanden. Die Ursache ist mittlerweile klar, wobei eine Stromleitung nicht nur bei diesem Unfall eine große Rolle spielte:

Am Samstag wäre es bei Weidgarten in der Gemeinde Soyen beinahe zu einem schlimmen Unfall mit einem Heißluftballon gekommen. Der Ballonfahrer wollte sein Gefährt landen und hatte bereits Bodenkontakt, als dieses von einer Windböe erfasst und gegen eine Stromleitung gedrückt wurde. Daraufhin entschloss sich der Fahrer zum Durchstarten und löschte das Feuer, das an Bord ausgebrochen war, eigenhändig.

Trotz aller Widrigkeiten gelang es dem Fahrer schließlich, den Ballon etwa einen Kilometer weiter - nun im Gemeindegebiet von Rechtmehring - notzulanden. Bei dem Vorfall hatten der Fahrer und die acht weiteren Insassen großes Glück im Unglück: Sie blieben allesamt unverletzt!

Doch nicht immer gehen derartige Unfälle so glimpflich aus. Zuletzt hatte im Oktober ein Ballon, dem das Gas ausgegangen war, im Starnberger See notlanden müssen. Dabei waren zwei Menschen verletzt worden. 

2015 ereignete sich nordwestlich von Berlin ein schwerer Unfall, als ein Ballon bei Kremmen bei der Landung abstürzte. Dabei wurden neun Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Weltweit gab es allerdings noch eine ganze Reihe viel schwererer Unglücke und Katastrophen.

Schlimme Unfälle mit Heißluftballons:

  • Juli 2016: In Lockhart im US-Bundesstaat Texas stürzt ein Heißluftballon auf ein Feld. Alle 16 Insassen kommen dabei ums Leben. Die Ermittlungen zur Ursache laufen noch. Möglicherweise war der Ballon einer Stromleitung zu nahe gekommen. 
  • August 2013: In Oberndorf bei Kitzbühel will ein 66-Jähriger eine deutsche Familie gerade aussteigen lassen, als er mit dem Ballon in die Höhe gezogen wird. Anfangs hält er sich noch an einem Seil fest, dann verließen ihn die Kräfte. Er stürzt aus rund 100 Metern Höhe ab und stirbt.
  • August 2012: Nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sterben beim Absturz eines Heißluftballons mindestens vier Menschen. 28 Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht. Der Ballon mit 32 Ausflugsgästen hatte kurz vor der Landung einen Baum berührt und Feuer gefangen. 
  • Januar 2012: Fünf Paare lösen Weihnachts-Geschenkgutscheine ein und starten nördlich von Wellington in Neuseeland mit einem Piloten zu einer Ballonfahrt. Der Ballon streift eine Stromleitung, gerät in Brand und stürzt ab. Alle elf Insassen kommen ums Leben. 
  • April 2009: Im ägyptischen Luxor fährt ein Heißluftballon gegen einen Mobilfunkmasten und stürzt ab. 16 von insgesamt 27 Touristen aus unterschiedlichen Nationen an Bord werden verletzt. 
  • Februar 2008: Sieben Insassen werden verletzt, als bei starkem Wind drei Ballons mit insgesamt 60 Urlaubern an Bord über Luxor zusammenstoßen. 
  • November 2004: Beim Absturz eines Heißluftballons in Luxor wenige Minuten nach dem Start erleiden zwei Touristen leichte Verletzungen. Weitere 22 Insassen kommen mit dem Schrecken davon. 
  • August 2001: In der französischen Region Savoyen streift ein Ballon eine Hochspannungsleitung und gerät in Brand. Alle sechs Insassen sterben, als Gasflaschen an Bord explodieren und das Gefährt abstürzt. 
  • Juni 1999: Beim Absturz eines Heißluftballons im Münsterland kommen alle vier Insassen ums Leben. Nach Angaben der Polizei streift der Ballon in der Nähe von Ibbenbüren eine Hochspannungsleitung und geht in Flammen auf.

Heißluftballon rammt Stromleitung und fängt Feuer

Was sagt die Unfallstatistik?

Auf der Seite faszination-ballonfahrt.de findet sich eine Unfallstatistik der BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung) für Heißluftballons aus dem Jahr 2015. Daraus geht hervor, dass Ballonfahren ein ziemlich sicheres Vergnügen ist, was nicht zuletzt an den strengen Sicherheitsstandards in Deutschland liegen dürfte. 

Bei etwa 55.000 Ballonfahrten im Jahr 2015 gab es nur vier schwere Unfälle, allerdings auch zwei Tote. Dennoch ist der Heißluftballon, gemessen an der Anzahl der Fahrten, ein sehr sicheres Fortbewegungsmittel. 99,9% aller Fahrten sind ohne besondere Vorkommnisse. Niemand sollte sich also vor einer solchen Fahrt verunsichern lassen.

Tipps für sicheres Ballonfahren:

Eine Ballonfahrt ist wie zu Zeiten der Gebrüder Montgolfier nach wie vor ein Abenteuer. So führt die Reise immer dorthin, wohin der Wind sich wendet. Folgende Tipps sollten eine sichere Ballonfahrt garantieren:

  • Kinder dürfen i.d.R. erst ab 12 Jahren mitfahren
  • Personen mit gesundheitlichen Problemen sollten vor Fahrtantritt einen Arzt konsultieren
  • den Anweisungen des Piloten muss Folge geleistet werden
  • kein Alkoholkonsum vor und während der Fahrt
  • der Jahreszeit entsprechende Kleidung wählen
  • Am und im Korb besteht absolutes Rauchverbot
  • Erst nach Aufforderung in den Korb einsteigen - keinesfalls früher!
  • Keine Verschlüsse, Schläuche oder Leinen berühren!
  • Bei der Landung an den Halteschlaufen festhalten!

mw/bcs

Quelle: wasserburg24.de

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Autor:

Benjamin Schneider

Benjamin Schneider

Jahrgang 1982, gelernter Kommunikationswissenschaftler, seit Mai 2016 Volontär bei OVB24. Spielt und bastelt gerne am PC.

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