Schwarzen Ex-Pfarrer von Zorneding bedroht

Rassist (74) kommt vor Gericht mit Bewährungsstrafe davon

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein wegen Morddrohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende angeklagter Rassist muss sich im zweiten Anlauf vor Gericht verantworten. Foto: Stefan Rossmann/Archiv

Ebersberg - Ein Rentner ist wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung des dunkelhäutigen Ex-Pfarrers von Zorneding zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Amtsgericht Ebersberg sah es als erwiesen an, dass der 74-jährige vorbestrafte Rentner dem aus dem Kongo stammenden katholischen Geistlichen zwischen November 2015 und März 2016 mindestens zwei Schreiben mit ausländerfeindlich motivierten Morddrohungen geschickt haben. Zuvor war der Münchner bereits mehrfach als Rassist in Erscheinung getreten.

Eigentlich hätte der Prozess am Amtsgericht Ebersberg schon am 18. Oktober beginnen sollen. Doch der Angeklagte war damals nicht erschienen. Daraufhin hatte die zuständige Richterin Haftbefehl erlassen; zwei Tage später wurde der Mann gefasst. Zum Prozess wurde als Zeuge auch der mit Mord bedrohte Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende geladen, der aussagte, dass er froh sei, dass er nun keine Briefe mehr bekomme, aber er die Angelegenheit nicht so einfach verarbeiten könne.

Die rassistische Hetze gegen den Pfarrer von Zorneding bei München hatte bis ins Ausland hohe Wellen geschlagen. Der 67-Jährige trat daraufhin zurück und forscht nun an der Katholischen Universität in Eichstätt zu Flucht, Vertreibung und Asyl.

Auslöser der Bedrohungen waren fremdenfeindliche Äußerungen der Zornedinger Gemeinderätin Sylvia Boher (CSU) gewesen, die der Pfarrer scharf verurteilte. Daraufhin gingen Drohbriefe im Pfarramt ein.

dpa/mw

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare