Günther Knoblauch fordert gerechte Förderung

Schwimmbadsterben in der Region? Wir haben nachgefragt

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Landkreis Altötting/Landkreis Mühldorf - Viele der öffentlichen Bäder in Bayern seien sanierungsbedürftig, einige sogar von Schließung bedroht, so MdL Günther Knoblauch (SPD). innsalzach24.de hat nachgefragt.

Das Schwimmbadsterben geht weiter“: Eine schockierende Nachricht für alle Badegäste, die der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD) kürzlich herausgegeben hat. Viele der öffentlichen Bäder in Bayern seien sanierungsbedürftig, einige sogar von Schließung bedroht. Auch im Gebiet von innsalzach24.de seien Badeanstalten betroffen. Wir haben nachgefragt.

Grundsätzlich keine Gefahr der Schließung

Grundsätzlich sieht keine der in der Meldung von Günther Knoblauch angesprochenen Kommunen zwischen Inn und Salzach die Gefahr einer Schließung. Bis auf das Schwimmbad in Waldkraiburg und das Hallenbad in Mühldorf gibt es offenbar auch in keinem der aufgeführten Bäder einen hohen Sanierungsbedarf. „Wir machen das Stück um Stück“, so die Zusammenfassung der Aussagen von Verantwortlichen aus Altötting, Garching und Burgkirchen/Burghausen (Bäder Burghausen).

Die Vorhaltung von so etwas wie einem Bad läuft unter dem Begriff „Kommunale Daseinsvorsorge“. Dahinter steckt eine gewisse Verpflichtung. Die müssen das tun, so quasi. Problem: So ein Bad kostet Geld und das nicht zu knapp. Alle angesprochenen Verantwortlichen stimmen überein, dass ihr Hallen-, Schwimm- oder Freibad defizitär ist. Für das Freibad Burgkirchen spricht Stefan Sajdak von der Betreiberin „Bäder Burghausen“ beispielsweise von einem Minus von rund 140.000 Euro für dieses Jahr.

Eine "längst fällige Änderung"

Im Telefonat mit innsalzach24.de spricht Günther Knoblauch von einer längst fälligen Änderung bei den Fördermöglichkeiten. Dem stimmen alle Befragten grundsätzlich zu. Derzeit gibt es nämlich nur Möglichkeiten auf Förderung für Baumaßnahmen in öffentlichen Bädern in Kopplung mit dem Schulsport. Soll heißen: 40 Schulklassen, die regelmäßig kommen und die Erneuerung der Startblöcke am Schwimmerbecken ist förderfähig. Damit haben beispielsweise die „Bäder Burghausen“ kein Problem. Sie erfüllen diese Vorgabe im Hallenbad. Das Hallenbad in Mühldorf tut das nicht. Das Problem geht aber weiter und tiefer.

So ein Bad ist nicht nur für Schulklassen gedacht. Im Hallenbad in Burghausen steht einer Generalsanierung der Umkleideräume an. 500.000 Euro stehen dafür als Kosten im Raum. Auch die „Bäder Burghausen“ laufen defizitär. Was tun? Klar: Förderungen beantragen. Über die Nutzung von 40 und mehr Schulklassen funktioniert das in diesem Fall mindestens zu einem großen Teil aber was, wenn mal eine Pumpe im Spaßbereich des Bades ausfällt? Hat das dann noch etwas mit Schulsport zu tun?

"Noch geht´s"

Monetär gesehen können derzeit noch alle Kommunen die anstehenden Sanierungen stemmen, selbst die Wackelkandidaten Mühldorf mit dem Hallenbad und Waldkraiburg mit dem Waldbad. Alle wären sie aber froh über mehr Geld für derartige Maßnahmen, alle seien sich der Verpflichtung zur Kommunalen Daseinsvorsorge bewusst.

Die telefonische Umfrage von innsalzach24.de bei den betroffenen Bädern im Einzelnen.

  • Freibad Burgkirchen (Bäder Burghausen): „Toller Vorschlag von Günther Knoblauch“. Auch wenn das Hallenbad auf die förderfähigen Maßnahmen für die 40 und mehr Schulklassen baut, so gebe es doch mit der angestrebten neuen Lösung viel Potential. 
  • Freibad St. Georgen Altötting: Auch der Erste Bürgermeister der Kreisstadt Herbert Hofauer findet Knoblauchs Vorstoß gut. Auch das Freibad St. Georgen sei defizitär „aber das decken wir noch ab“. Von dringendem Sanierungsbedarf will er nicht sprechen. 
  • Hallenbad Mühldorf: Hier steht nach Aussage von Alfred Lehmann von den Stadtwerken Mühldorf in den nächsten Jahren sogar ein Neubau an. Nach rund 40 Jahren rede man hier nicht mehr von einzelnen Maßnahmen sondern tatsächlich von einer Generalsanierung, die so nicht mehr machbar sei bzw. keinen Mehrwert mehr bringe. Hier ginge es um die komplette Bausubstanz
  • Waldbad Waldkraiburg: Auch hier stehen laut Aussage von Bürgermeister Robert Pötzsch enorme Kosten im Raum. Man könne und werde sie selbstverständlich stemmen. Wie lange das noch so gehen kann konnte Pötzsch nicht beantworten.

Ähnlich sieht es auch bei den Freibädern in Töging und Garching aus: defizitär ja aber noch könne man sie halten.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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