Nach Fund 18 toter Tiere am Chiemsee

Anordnung gegen Geflügelpest: So viele Betriebe sind betroffen

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Landkreise Traunstein und Rosenheim - Nachdem 18 tote Reiherenten am Chiemsee gefunden wurden, besteht der dringende Verdacht, dass es sich um Geflügelpest handelt. Eine Schutzzone gilt nun am ganzen Chiemsee

Update 12 Uhr:

In einem Bereich von bis zu drei Kilometern vom Chiemsee entfernt müssen Geflügelhalter in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim nun Schutzmaßnahmen durchführen. Insgesamt betrifft dies 262 Betriebe, Höfe und Halter - davon 132 im Landkreis Rosenheim und 130 im Landkreis Traunstein

Geflügelbesitzer dürfen die Tiere nur in geschlossenen Ställen oder unter einem Dach halten. Zudem darf ein seitliches Eindringen von Wildvögeln nicht möglich sein und die Eingänge zu den Geflügelhaltungen müssen mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion versehen sein. 

Allein im Landkreis Rosenheim sind davon über 2500 Hühner, 120 Gänse und 135 Enten betroffen - sie alle Leben im Drei-Kilometer-Schutzbereich vom Chiemseeufer entfernt.

Unser Artikel vom Mittwochvormittag:

In Starnberg und Lindau konnte die aggressive H5N8-Variante der Vogelgrippe bei toten Tieren bereits nachgewiesen werden, in den vergangenen Tagen wurden auch am Chiemsee insgesamt 18 tote Reiherenten gefunden. Ob auch sie an der H5N8-Variante des Virus verendeten klärt das beauftragte Friedrich-Löffler-Institut endgültig erst am Mittwoch oder Donnerstag, doch der Influenza-Subtyp H5 wurde bereits nachgewiesen.

Schutzzone auf Traunsteiner Chiemseeufer ausgeweitet

Nachdem am Dienstag das Landratsamt Rosenheim eine sogenannte Aufstallungspflicht für Geflügelhalter erließ, zieht nun auch der Landkreis Traunstein nach: "Alle Tierhalter, die im Landkreis Traunstein Geflügel in einem Bereich von bis zu drei Kilometer vom Chiemsee entfernt halten, müssen ab sofort ihr Geflügel aufstallen", meldet nun die Behörde. Es besteht der dringende Verdacht, dass sich die toten Tiere am Chiemsee mit der Geflügelpest (H5N8) infizierten.

Konkret heißt das: Geflügelbesitzer dürfen die Tiere nur in geschlossenen Ställen oder unter einem Dach halten. Zudem darf ein seitliches Eindringen von Wildvögeln nicht möglich sein. Die Eingänge zu den Geflügelhaltungen müssen mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion versehen sein. Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht freigelassen werden.

Kontrollen schwer möglich

Ob die Aufstallungspflicht von den Geflügelhaltern auch eingehalten wird, ist kaum zu kontrollieren: "Wir reden ja nicht von einem Hühnerstall mit mehreren tausend Tieren bei uns. Schließlich kann sich jeder ein paar Hühner halten", so Michael Fischer, Pressesprecher des Rosenheimer Landratsamtes. Man müsse es den Bürgern einfach zutrauen, dass sie die Gefahr nachvollziehen können: "Ansonsten riskiert der Geflügelhalter seinen gesamten Tierbestand."

Keine Gefahr für Menschen

Für den Menschen besteht aber keinerlei Gefahr, versichern die Behörden: "Bisher hat sich am Influenzavirus H5N8 weltweit noch kein Mensch angesteckt", so Wolfgang Krämer, Leiter des Traunsteiner Gesundheitsamtes. Geflügel und Eier können weiterhin ohne Einschränkung gekauft und verzehrt werden. Diese Lebensmittel sollen wie sonst auch stets gut erhitzt und durchgegart werden.

In beiden Landkreisen sind nun alle Geflügelhalter verpflichtet, ihre Tiere beim Veterinäramt zu melden. Vor allem Hühner, Enten, Gänse, Puten, Rebhühner, Wachteln und anderen Hühnervögel stehen dabei im Fokus. Auch sollte das Veterinäramt informiert werden wenn man tote Vögel findet - die toten Tiere sollten aber auf keinen Fall angefasst werden. 

Kontakt zu den Veterinärämtern:

Landkreis Traunstein: Telefon 0861/58450.

Landkreis Rosenheim: Telefon 08061/497830.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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